Apr 242018
 
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Seit 2014 habe ich mich intensiv mit der Offenbarung des Johannes beschäftigt, habe über diese Schrift nachgedacht und über sie gepredigt. Nicht über ausgewählte Häppchen, sondern über den ganzen Text. Und im Lauf der Zeit wuchs in mir die Überzeugung, dass dies in mehrfacher Hinsicht ein Schlüsseltext ist.

Warum?

Zunächst einmal ist das Buch der Abschluss der ganzen christlichen Bibel. Und wenn wir die Bibel als Gesamtheit ernst nehmen, dann sind Anfang und Ende Positionen, die noch einmal ein besonderes Gewicht haben. Für die Schöpfungsgeschichte würden wir das ja auch sofort zugeben. Es ist erstaunlich, wie viele im Vergleich dazu mit der Offenbarung fremdeln.

Damit es nicht bei diesem eher formalen Argument bleibt: In der Offenbarung geht es noch betonter als in vielen anderen Teilen der Schrift um die Gegenwart. Die Offenbarung ist ein Ausblick auch in die nachbiblische Zeit. Die Praxis der Gemeinden in der Zeit nach Jesus ist ausdrücklich das Thema. Deshalb stehen in den Kapiteln 2 und 3 die sieben Sendschreiben an sieben kleinasiatische Gemeinden, die letztlich für die Kirche insgesamt stehen. Die Offenbarung stellt – das ist ihr spezielles Anliegen – die Praxis dieser Gemeinden in einen globalen Horizont. Sie beschreibt die Rahmenbedingungen, unter denen seither christliche Gemeinden leben und arbeiten.

Welche sind das?

Die Offenbarung beschreibt eine Welt, die von dramatischen Erschütterungen und zerstörerischen Konflikten gezeichnet ist. Das war auch der Grund, weshalb ich mich auf den Weg durch dieses Buch gemacht habe: ich wolte den Hintergrund der Konflikte verstehen, die uns – gefühlt vielleicht seit Beginn des neuen Jahrtausends – immer heftiger auf den Leib rücken. Wichtige, aber nicht einzige Wegmarken waren für mich dabei die Finanzkrise von 2008 und der arabische Frühling 2011 mit all seinen Folgen, einschließlich des schrecklichen syrischen Bürgerkrieges. Und natürlich das Aufkommen eines neuen Autoritarismus weltweit und auch in unserem Land.

Als ich Anfang 2014 begann, mich in die Offenbarung einzuarbeiten, erlebten wir gerade aus der noch halbwegs sicheren Ferne die Euromaidan-Proteste in der Ukraine mit. Als ich knapp drei Jahre später im Neuen Jerusalem angekommen war, wurde Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt. Und jedes Mal (wie auch immer wieder zwischendurch) dachte ich: Es ist wirklich an der Zeit, noch einmal ganz neu auf die Offenbarung zu achten.

Für die Offenbarung spricht, dass sie solche Konflikte nicht als Unfälle in einer ansonsten stabilen Welt ansieht, sondern als charakteristisches Merkmal der Welt, in der die christlichen Gemeinschaften leben und oft genug auch zu kämpfen haben. Zu oft haben wir gehört, dass Jesus Frieden bringt. Ich verstehe, was damit gemeint ist. Aber ich glaube, dass wir heute vor allem verstehen müssen, warum er von sich gesagt hat, er sei „gekommen, um ein Feuer auf Erden anzuzünden“ und ungeduldig darauf gewartet hat, dass es endlich zu brennen anfängt (Lukas 12,49ff). Von dieser Art von Konflikten, die Jesus provoziert (und selbst durchlitten) hat, redet die Offenbarung.

Sie bleibt aber nicht bei der Geschichte Jesu von Nazareth stehen, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts mit seinen Anhängern durch Galiläa und Judäa zog, die Herrschenden herausforderte und in diesem Konflikt starb. Sie schreibt diese Geschichte fort in eine weltweite Zukunft hinein. Diese Zukunft ist unsere Situation – bis heute. Das Thema der Offenbarung ist die weltweite Ausbreitung des fundamentalen Konflikts, der spätestens bei Jesu Kreuzigung unübersehbar geworden ist. Es ist der Konflikt zwischen dem Gott der Liebe, der in Jesus kommt, um seine Schöpfung zu befreien, und den Mächten des Todes, die unsere Welt beherrschen, aussaugen und – wenn man sie lässt – am Ende zerstören werden.

In diesem Konflikt spielen die christlichen Gruppen eine Schlüsselrolle. Deshalb die Sendschreiben am Anfang der Offenbarung. Sie richten sich an sehr überschaubare Gruppen, die in einer religionssoziologischen Studie über das Kleinasien des 1. Jahrhunderts gar nicht auftauchen würden, weil sie zu klein waren. An eine gesellschaftsprägende Wirkung war überhaupt nicht zu denken. Die waren wahrscheinlich schon froh, wenn sie als Gemeinschaft überlebten.

Trotzdem verortet die Offenbarung sie im Zentrum des Konflikts. Ihre Standhaftigkeit und ihre Fähigkeit, die Differenz zu ihrer Umgebung aufrechtzuerhalten, sich nicht an die imperiale Ideologie zu verkaufen, ist von höchster Bedeutung.

Warum das so ist, und warum Johannes diese merkwürdigen Bilder benutzt, darüber folgt in Kürze mehr. Wer möchte, kann ab heute aber auch mein Buch über die Offenbarung des Johannes lesen.

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Apr 222018
 

Predigt am 22. April 2018 zu Psalm 8

1 DEM MUSIKMEISTER. AUF DER GITTIT. EIN DAVIDSPSALM.
2 HERR, unser Herrscher‚*
wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!
Deine Hoheit zeigst du weit über die Himmel hin.*
3 Mit der Kinder und Säuglinge Mund
hast du eine Feste gegründet, deinen Gegnern zum Trotz,*
zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rächer.
4 Schaue ich deinen Himmel, das Werk deiner Finger‚*
Mond und Sterne, die du befestigt hast:
5 Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,*
des Menschen Kind, dass du seiner dich annimmst?
6 Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott‚*
hast ihn gekrönt mit Herrlichkeit und Pracht.
7 Du hast ihn als Herrscher gesetzt über das Werk deiner Hände‚*
alles legtest du ihm unter die Füße:
8 die Schafe und Ziegen und Rinder‚*
und auch die Tiere des Feldes,
9 die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,*
und ihn, der dahinzieht die Pfade der Meere.
10 HERR, unser Herrscher‚*
wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!

Dieser Psalm fängt an als Lob Gottes und setzt sich fort als Lobpreis des Menschen. Der ganze Mittelteil ist ein Staunen über das menschliche Potential, dass dieses geringe Menschengeschöpf von Gott so überaus erhöht wird. Aber dieses Lob des Menschen ist gerahmt vom Lobpreis Gottes, der das alles erstaunlicher Weise genau so gewollt hat.

Großer Gott — kleiner Mensch?

Wir kennen ja vielleicht Traditionen, in denen Gott dadurch erhöht wird, dass man den Menschen möglichst klein macht. Luther z.B. hat von sich selbst immer mal wieder als von einem »fetten, stinkenden Madensack« gesprochen. Und immer mal wieder hören wir, dass wir als Menschen nichts tun können, dass wir ohnmächtig sind und Gott an unserer Stelle und für uns handeln muss. Und man glaubt, damit Gott besonders zu rühmen.

Hier im Psalm ist der Ton völlig anders. Die Herrlichkeit Gottes zeigt sich gerade darin, dass er den Menschen groß macht. Das ist es, worüber der Psalmsänger total erstaunt ist, wenn es sich klar macht: Gott hat die unendlichen Weiten des Weltalls geschaffen, er hat den Mond und die Sterne auf ihre Bahnen gesetzt, wir würden heute sagen: er die Milliarden und Abermilliarden Galaxien geschaffen, und wenn wir nachts unter dem Sternenhimmel stehen, dann wird uns erst bewusst, wie klein wir sind. Und trotzdem hat er sich in ganz besonderem Maß dem schwachen und äußerlich so unscheinbaren Menschen zugewandt. Wie kann das sein? Der Schöpfer des Universums schaut – auf uns?? In gewisser Weise sind wir doch wirklich nur nackte Affen. Warum sind ausgerechnet wir die Zentralfigur der Schöpfung? Warum schaut Gott vor allem auf uns, wenn er seine Schöpfung anschaut? Was ist denn an uns Besonderes? Sind nicht vielleicht viele, viele Planeten im weiten Weltall bewohnt wie die Erde?

Auf der Suche nach dem spezifisch Menschlichen

Es hat viele Theorien darüber gegeben, was das eigentlich Besondere am Menschen ist. Die einen sagen: die Vernunft ist das Einzigartige am Menschen, anderen meinen: es ist die Sprache. Oder es ist der Gebrauch von Werkzeugen. Oder es ist Freiheit von vielen Instinkten – wir bauen unsere Nester nicht instinktiv wie die Ameisen oder die Vögel, sondern planen unsere Häuser vorher, haben vorher ein Bild vom Ergebnis im Kopf. Oder ist es vielleicht die Fähigkeit zur Kooperation, dass wir gemeinsame Projekte anpacken können? Oder könnte es sein, dass das spezifisch Menschliche darin besteht, dass wir die Zukunft in Gedanken vorwegnehmen können, dass wir auch wissen, dass wir eines Tages sterben müssen?

Aber immer wenn jemand so eine Theorie darüber entwickelt, was das spezifisch Menschliche ist, dann kommt ein Forscher und sagt: Das ist aber kein grundsätzlicher Unterschied zu den Tieren. Auch Tiere können zielgerichtet handeln. Auch Tiere verständigen sich mit Signalen. Auch manche Tiere haben eine Ahnung von ihrer Sterblichkeit. Auch manche Tiere benutzen so etwas wie Werkzeuge, um sich Nüsse aufzuklopfen. Und viele Tierhalter sind fest davon überzeugt, dass ihr Hund sie zutiefst versteht und eigentlich sowieso der bessere Mensch ist.

Wenn wir jetzt noch einmal auf den Psalm schauen, dann können wir sehen, wie dort zwar beschrieben wird, dass der Mensch eine besondere Stellung gegenüber den Tieren hat. Aber der Mensch wird nicht in Abgrenzung zu den Tieren definiert. Dass der Mensch anders ist als die Tiere, dass er sie sogar beherrscht, das wird hier schlicht als Fakt vorausgesetzt. Aber das macht den Menschen nicht zum Menschen. Wir sind nicht deshalb etwas Besonderes, weil wir besser oder schlauer sind als die Tiere, sondern weil Gott sich aus Gründen, die wir nicht durchschauen, ausgerechnet uns zugewandt hat.

Der Mensch ist angeredet

Genau darüber staunt der Psalm: »Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du seiner dich annimmst?« Man könnte sogar sagen: die Sonderstellung des Menschen ist nicht darin begründet, dass wir vernünftig sind oder sprechen können, sondern gerade andersherum: weil Gott uns angeredet hat, deshalb konnten wir Sprache entwickeln. Weil Gott sich auf besondere Weise unserer angenommen hat, deshalb können wir seine Gedanken verstehen und sind etwas Besonderes.

Es ist wie bei vielen anderen Überlegungen: nimm Gott raus aus dem Bild, und alles kommt aus dem Gleichgewicht, es wird schief und problematisch. Wenn wir das Besondere des Menschen nicht wie der Psalm in der Erwählung durch Gott sehen, sondern in Abgrenzung zu den Tieren bestimmen, was folgt daraus? Dann müssen wir die Tiere klein machen, um uns groß zu machen. Sie kennen das vielleicht, dass reiche Leute gern auf Großwildjagd gehen, die letzten Elefanten oder Löwen abknallen, und man hat das Gefühl: die brauchen das, weil sie sich so bestätigen, dass sie noch stärker sind als Löwe oder Elefant. Wer sein eigenes Wesen in der Abgrenzung zu anderen sieht, der muss die anderen klein halten, weil sonst seine eigene Größe und seine Identität bedroht wäre.

Wenn wir aber einfach konstatieren, dass Gott uns unbegreiflicher Weise als etwas Besonderes gewollt hat, ohne dass wir irgendetwas dazu getan hätten, dann empfangen wir unser Wesen und unsere Sonderstellung von Gott und müssen uns nicht immer wieder unsere Überlegenheit bestätigen, indem wir die Tiere klein halten.

Der freie Mensch ist Gottes Ruhm

Gott braucht es ja auch nicht, dass er immer wieder bestätigt bekommt, wie viel stärker oder größer er ist als wir. Seine Herrlichkeit zeigt sich im Gegenteil gerade in der Größe seines Geschöpfes, des Menschen. Gottes Herrlichkeit zeigt sich an freien Menschen, die aus seiner Zuwendung leben und in Freiheit und Verantwortlichkeit die Schöpfung gestalten. Die wahre Größe des Menschen preist Gott.

Deswegen heißt es nicht: wie herrlich ist deine Schöpfung! Sondern: wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde! Die Erwähnung des Namens Gottes erinnert immer daran, dass Gott sich ansprechbar gemacht hat, dass er mit uns in eine Beziehung eintritt. Die volle Herrlichkeit erreicht die Schöpfung also dann, wenn dort Wesen sind, die mit Gott kommunizieren, die von ihm angesprochen werden und ihm antworten. Erst damit ist die Schöpfung vollständig. Und diese Wesen, die Menschen, die hat Gott nur ein klein wenig geringer gemacht als sich selbst. Er wollte Wesen, mit denen er auf Augenhöhe, oder jedenfalls beinahe auf Augenhöhe kommunizieren kann.

Wenn man das auf unser Verhältnis zu den Tieren anwendet, dann würde das bedeuten: wir erreichen unsere wahre Größe als Menschen gerade dann, wenn wir die Tiere in ihrem ganzen Potential fördern, vielleicht Dinge an ihnen entdecken, von denen jetzt noch niemand ahnt, sie in jedem Fall nicht in Tierfabriken einsperren und als Anhängsel einer seelenlosen Maschinerie weit unter ihren Möglichkeiten vernutzen.

Aus dem Mund der Kleinen …

Und nun steht ganz am Anfang eine merkwürdige Zeile, die im Alten Testament ganz einzigartig ist. Aber wir haben vorhin in der Lesung gehört, dass Jesus sie zitiert (Matthäus 21,16), als die Priester sich bei ihm beschweren, weil die Kinder im Tempel »Hosianna dem Sohn Davids« schreien. Und da entgegnet Jesus mit dieser Stelle: »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«.

Der Zusammenhang hier im Psalm scheint zu sein: es gibt Mächte der Zerstörung, die nicht zulassen wollen, dass Gottes Herrlichkeit sich in seinem Geschöpf, dem Menschen, widerspiegelt. Es gibt schon von Anbeginn der Schöpfung an die Stimme der Skepsis, die sagt: so gut kann es doch gar nicht sein! Wir wollen doch nicht alle Hurrajubler sein. Einer muss doch mal ein bisschen Wasser in den Wein gießen. Alles hat zwei Seiten, und auch die Welt muss ihre dunkle Seite haben. Und diese Stimme der Skepsis, man könnte auch sagen: die Stimme des Meckerns und der Unzufriedenheit, die sucht Verbündete. Nichts wäre für sie schlimmer, als wenn alle anderen sagen würden: wunderbar! Herrlich! Gott hat es richtig toll hingekriegt! Dann käme nämlich heraus, dass nicht Gott das Problem ist, sondern der ewige Skeptiker selbst. Und deshalb versucht er, die Ehre Gottes zu beschädigen, indem er den Menschen beschädigt.

Wir wissen aus der Schöpfungsgeschichte, dass ihm das leider gelungen ist: er hat sein eigenes Misstrauen in den Menschen, das herrliche Geschöpf Gottes, eingepflanzt. Und jetzt sagt der Psalm: aber bei den Kindern und Säuglingen ist ihm das nicht gelungen. Die schreien ihre Lebensfreude heraus, und im Tempel scheren sie sich nicht um die heiligen Vorschriften der Priester, sondern nennen Jesus bedenkenlos den »Sohn Davids«. Der Feind hat vieles verdorben in der Welt, aber jede neue Generation muss er erst wieder neu mit Misstrauen infizieren, er muss ihnen mühsam die Freude am Leben austreiben. Und an den Kindern bekommen auch die Erwachsenen wieder eine Ahnung von der einfachen Freude am Sein, am Leben. Und immer wieder werden auch die Erwachsenen neu verzaubert von dem Augenblick, wenn ein neuer Mensch seine Lungen entfaltet und mit lauten Schreien die Welt begrüßt. Und für die Stimme der Skepsis ist das jedes Mal wieder ein Schlag ins Gesicht. Gottes Größe zeigt sich daran, dass er gerade durch die Kleinsten verherrlicht wird.

Alle tragen gleichermaßen Gottes Bild

So groß wird im Alten Testament vom Menschen gesprochen. Und das wird noch erstaunlicher, wenn man weiß, dass in der alten Welt bei den anderen Völkern so nur von den Königen gesprochen wurde. Der König, der war das Bild Gottes, der war der Inbegriff göttlicher Herrlichkeit. In wessen Adern königliches Blut floss, der war etwas ganz anderes als alle anderen. Aber hier wird vom Menschen gesprochen, von der ganzen Menschheit und von jedem einzelnen Menschen. Wir alle gemeinsam und auch jeder Einzelne haben die Herrlichkeit und Würde, die bei den anderen Völkern nur dem König zukam und seine Herrschaft begründete.

Es ist wahr, dass Menschen beschädigt sind in ihrem Auftrag, Bild Gottes zu sein. Es ist wahr, dass Menschen ihre Sonderstellung falsch verstanden und missbraucht haben, dass wir vergessen haben, dass diese Stellung ein Geschenk ist, auf das kein Recht haben, ein Auftrag, über den wir Rechenschaft ablegen müssen.

Gottes Grundentscheidung ändert sich nicht

Aber trotz allem bleibt diese Entscheidung Gottes gültig, dass die Menschen Stellvertreter Gottes in der Schöpfung und seine Ansprechpartner auf der Erde sind. Das ist unsere wahre Berufung. Und als Menschen sich immer weiter von dieser Berufung entfernten, da hat Gott selbst dafür gesorgt, dass mit Jesus ein Mensch lebte, der dieser Berufung gerecht wurde. Er erinnert uns an unsere wahre Wirklichkeit. Er ist der Anfang der neuen Menschheit, die sich von der Skepsis getrennt hat und voller Freude vor Gott auf seiner Erde lebt.

Dieser Psalm ist ein Aufruf, unsere wahre Größe in Gott zu entdecken und nicht gegen Gott oder ohne Gott. Eine Einladung, dankbar teilzunehmen am Staunen darüber, dass Gott gerade uns begnadet und berufen hat, gerade uns es zutraut, mit unserem Leben und unserem Lob seine Herrlichkeit zu vollenden.

Apr 092018
 
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Schon 2015 waren wir in der Gebläsehalle mit christlich orientierten Iranern in Kontakt gekommen. Sie waren nicht vor Krieg geflohen, sondern vor der Repression in ihrem Heimatland. Hier suchten sie nach Anschluss an eine Gemeinde, und weil sie mich aus dem Camp kannten und unsere Kirche gleich in der Nachbarschaft war, kamen sie auch zu uns in den Gottesdienst.

Ich habe es damals sehr bewundert, dass sie, obwohl sie ja zunächst einmal beinahe nichts verstanden, doch immer wieder im Gottesdienst auftauchten. Zum Glück hatten wir damals schon Kontakt zu zwei Iranern, die bereits länger in Deutschland lebten und gelegentlich übersetzen konnten. Und ich kann mich an erste Bibeldiskussionen in der Gebläsehalle erinnern: in einer der vielen Familienkojen auf dem Boden sitzend, mit Google Translator (der damals Persisch nur sehr andeutungsweise verständlich machte) und natürlich Tee.

Bald hatten wir eine ganze Reihe von guten Kontakten in der Gebläsehalle. Und obwohl der größte Teil der Bewohner aus Syrien kam, hatten wir es bald vor allem mit Iranern zu tun. Wir hatten uns das nicht ausgesucht, es ist einfach so gekommen.

Noch 2015 entschlossen wir uns kurzfristig, in unserer recht flexiblen Gemeinschaft eine internationale Untergruppe einzurichten. Die ersten Male waren chaotisch: einige Familien brachten ihre Kinder mit, die damals in der unsicheren Situation noch sehr unruhig waren und sich verständlicherweise unter den Erwachsenen langweilten. Andere telefonierten zwischendurch und wollten uns mal kurz der Mutter oder dem Cousin im Iran vorstellen. Eben eine Begegnung von zwei unterschiedlichen Kulturen.

Aber nach und nach spielte sich das alles ein. Wir haben in unserer Gemeinschaft eine Eingangsliturgie, die an jedem Abend gleich ist (nach der Liturgie von Iona in Schottland). Jetzt merkten wir, dass es für die Neuankömmlinge sehr hilfreich war, wenn es so ein konstantes Element gab, das sie nach und nach mitsprechen konnten. In den Gruppen arbeiteten wir mit der Bibellteilen-Methode, bei der jeder seine Gedanken beisteuern kann. Ein Problem blieb lange die Sprache. Nicht immer war ein Übersetzer zur Hand. Aber irgendwie haben wir es doch hinbekommen.

Wir haben dann darauf hingearbeitet, dass möglichst viele von unseren guten Bekannten aus dem Camp nach Ilsede oder Peine verteilt wurden. Das war damals recht einfach, weil auch die Behörden ein Interesse hatten, Menschen im Landkreis zu behalten, die schon Kontakte vor Ort hatten.

Am Pfingstmontag 2016 haben wir im Gottesdienst 13 Iraner zwischen 3 und 38 Jahren getauft. Für die Taufgespräche haben wir einen Dolmetscher organisiert. So wurden die iranischen Geschwister für mich immer stärker zu Personen mit einem eigenen Lebensweg und einer je eigenen Art, damit umzugehen. Es ist ja ein wichtiger Schritt, wenn man langsam anfängt, nicht mehr vor allem die kulturellen Unterschiede zu sehen, sondern das persönliche Profil des jeweiligen Menschen.

2016 haben wir insgesamt viel an elementarer Integrationsarbeit geleistet. Es ging dabei oft um einfache Dinge wie z.B. das Bedienen von Bankautomaten, Telefonverträge oder die Funktionsweise des Gesundheitssystems. Besonders nervig waren die Briefe von der Rundfunk-Gebühren-Einzugszentrale, auch wenn sie sich inzwischen „Beitragsservice“ nennt. Und auch wir haben über den Fragebögen der Sozialbehörden gegrübelt und nicht verstanden, was die da wissen wollten und was das jeweils für Folgen hat. Es war auch einiges an Einsatz nötig, bis unsere Leute akzeptable Wohnungen hatten. Gelegentlich musste ich darauf hinweisen, dass Konflikte in Deutschland bitteschön nur mit Worten auszutragen sind. Aber ich hatte auch die Autorität, so etwas zu sagen und wurde gehört. Auch hier: es gäbe viele Geschichten zu erzählen, aber dies soll ja ein Überblick bleiben.

Aus der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden entstand das „Ökumenische Integrationsnetz Ilsede“. Der Kirchenkreis bewilligte uns dafür eine halbe Stelle für einen Mitarbeiterin, die die Betreuung der Freiwilligen übernahm, sich um spezielle Einzelfälle kümmerte und auch viele Kontakte zur Kommune und zum Landkreis hielt. Auch ich bin in diesem Jahr gefühlt jede Woche im Rathaus gewesen. Wir haben dabei gemerkt, dass die Arbeit in unseren Dörfer und Ortsteilen anders laufen muss, dezentraler, als in der Stadt, wo es größere Heime und Zentren gibt.

Immer wieder kam natürlich die Frage: wie lange dauert es, bis wir anerkannt sind und uns selbst eine Wohnung suchen können? Einige warteten darauf, ihre Familien nachholen zu können. Ich hatte aus meinen bisherigen Erfahrungen heraus mit einer Frist von etwa einem Jahr bis zur entscheidenden Anhörung beim Bundesamt getippt. Am Ende dauerte es bei den meisten fast doppelt so lange.

Unsere Gemeinde ging unproblematisch mit den neuen internationalen Mitgliedern um. Vielleicht lag das auch daran, dass wir ja schon in den Jahren 2002-2008 Erfahrungen mit einem Kirchenasyl gemacht hatten. Eine Zeit lang wurde der Predigttext im Gottesdienst immer auch auf Persisch vorgelesen. Mehr wäre über unsere Möglichkeiten gegangen. Und allmählich wurden die Deutschkenntnisse auch besser.

2017 war dann das Jahr, in dem es endlich zu den Anhörungen kam.

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Apr 082018
 

Predigt am 8. April 2018 zu Markus 16,9-20


Wir hören heute auf die letzten Verse des Markusevangeliums, Kapitel 16, die Verse 9-20. Dieser Abschnitt ist in vielen Bibeln als irgendwie besonders gekennzeichnet, weil er vermutlich ein späterer Zusatz ist. Das Markusevangelium endet davor in Vers 8 mit dem rätselhaften Satz, dass die Frauen, die den auferstandenen Jesus sahen, niemandem davon erzählten, »denn sie fürchteten sich«. Punkt, Evangelium zu Ende.

Es gibt viele Theorien darüber, weshalb das Markusevangelium so merkwürdig endet; einige glauben, dass schlicht das letzte Blatt verloren gegangen ist, andere haben sich tiefsinnige Gedanken darüber gemacht. Man kann es letztlich nicht mit Gewissheit sagen. Und schon ganz früh scheint man das als ein Problem empfunden zu haben, jedenfalls hat irgendjemand nachträglich die Verse 9-16 hinzugefügt, vermutlich jemand aus der zweiten Generation der Nachfolger Jesu, und man merkt da deutlich, dass er sich bei den Geschichten bedient haben muss, die auch in den anderen Evangelien erzählt werden. Aber man erkennt diese Geschichten nur so ungefähr wieder; es muss damals eine ganze Menge von Auferstehungsgeschichten gegeben haben, die nur mündlich und in verschiedenen Versionen im Umlauf waren.

9 Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten. 11 Und als diese hörten, dass er lebe und ihr erschienen sei, glaubten sie nicht. 12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Feld gingen. 13 Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht. 14 Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen. 15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. 16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17 Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, 18 Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird’s gut mit ihnen. 19 Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. 20 Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.

Jesus ist auferstanden, und die Menschen fangen an, ungewöhnliche Dinge zu tun. Das ist der grundlegende Zusammenhang. Die Kraft der Auferstehung Jesu übersetzt sich in eine ungewöhnliche Lebenspraxis. Vorhin in der Lesung (Epheser 1,18-23) haben wir es gehört: Ihr sollt erkennen, heißt es da, »mit was für einer überwältigend großen Kraft Gott unter uns, den Glaubenden, am Werk ist. Es ist dieselbe gewaltige Stärke, mit der er am Werk war, als er Christus von den Toten auferweckte.«

Eine Kraft für alle

Was da im Epheserbrief begrifflich gesagt wird, das wird hier erzählt: es ist ein und dieselbe Kraft, mit der Gott Jesus von den Toten auferweckte, und mit der er im Leben all derer wirkt, die an Jesus glauben. Jesus hat Maria Magdalena von sieben bösen Geistern befreit, und jetzt gehen seine Nachfolger los und treiben auch böse Geister aus. Jesus hat Kranke gesund gemacht, und genauso machen das jetzt auch andere, die an ihn glauben.

Und wenn wir das jetzt auf uns anwenden, dann heißt das: in deinem Leben soll sich dieselbe Kraft entfalten, die Jesus aus dem Reich des Todes befreit hat. Jesus will aus deinem Leben eine befreite Zone machen, in der nichts mehr bestehen bleiben soll, was nach Tod riecht. Der Fürst der Finsternis ist überwunden, seine Macht ist gebrochen, und deshalb können wir ihn rausschmeißen aus unserem Umfeld. Ganz normale Menschen können ihn angreifen und überwinden. Er ist nur noch ein Pappkamerad.

Das Problem ist, dass es leider viele Leute gibt, die auch noch vor einem Pappkameraden stramm stehen. Menschen, die innerlich nicht loskommen von ihrem Respekt vor all den Mächten, die die Welt im Griff haben. Menschen, die sich selbst in ihren Gedanken begrenzen, die sich selbst ängstlich einfügen in den Denkrahmen, der ihnen vorgegeben wird von ihrer Familie, von ihrer Firma, von der Behörde, in der sie arbeiten, von ihrem Freundeskreis oder den Trends in der Gesellschaft überhaupt.

Wahrscheinlich haben es viele von uns z.B. schon beim Kontakt mit Behörden erlebt, dass es da zwei Sorten von Mitarbeitern gibt: die einen kleben an einer wörtlichen Auslegung ihrer Vorschriften, verbieten sich jeden Gedanke, der diesen Rahmen überschreitet, und sagen im Zweifelsfall vorsichtshalber erst mal: das geht nicht! Die anderen versuchen, eine Lösung zu finden, die niemandem schadet und für alle akzeptabel ist. Die einen gehen souverän mit der gegebenen Lage um, die anderen haben Angst.

Neue Souveränität

Die Kraft hinter der Auferstehung Jesu zielt immer darauf ab, dass Menschen souverän mit ihrem Leben und der Welt umgehen, sich nicht einschüchtern lassen, ein klares Gespür für Gut und Böse haben, ungewöhnliche Lösungen für alte Probleme haben, Ausbeutung und Raub von Lebensenergie in jeder Form nicht beschönigen, komplizierte Zusammenhänge überschauen und aushalten können und auf einer sehr tiefen Ebene nach einem anderen Schema denken als ihre Umgebung. Es geht nicht um Zwergenaufstände und oberflächliche Rebellionen, das macht heute jeder. Es geht um einen fundamentalen Konflikt in der Sicht auf die Welt: ist der Tod eine unhinterfragbare Tatsache, oder ist dieser Grundstein allen menschlichen Zusammenlebens relativiert, begrenzt, in Frage gestellt?

Wenn in uns die Kraft lebt, die Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird unser Leben ein umkämpftes Gebiet, wo Tod und Leben sich um die Herrschaft streiten. Wir bekommen nicht weniger Konflikte, aber andere, fruchtbarere. Die neue Logik der Auferstehung Jesu und die Logik des Machtsystems, in dem wir leben, die geraten in Konflikte. Wenn Jesus Dämoninnen und Dämonen austrieb, dann gab es Geschrei und heftige Reaktionen zwischen ihm und seinem Gegenüber. Bei uns läuft in der Regel die Frontlinie mitten durch uns selbst und unser Leben hindurch. Auf einmal melden sich die Leichen im Keller. Deshalb lassen sich viele Menschen nicht allzu sehr auf das Auferstehungsleben ein, weil sie ahnen, dass dann auch in ihnen selbst Konflikte beginnen würden.

Überrascht von der Auferstehung

Dass die Jünger Jesu zuerst nicht glaubten, dass er lebt, das lag aber vermutlich daran, dass das ein ganz neuer Gedanke war. Die Juden haben wohl an die Auferstehung am Ende der Zeiten geglaubt, aber dass ein Mensch jetzt schon auferstehen könne, und dass diese Kraft des neuen Lebens jetzt schon unter Menschen präsent sein könnte, das sprengte ihren ganzen Denkrahmen. Es stellte ihre Vorstellung davon in Frage, was realistisch ist und was nicht.

Um diese Grenze bei den Jüngern zu durchbrechen, reichte es nicht, dass sie von Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus hörten. Eine Frau als Zeugin reichte nicht. Zwei Männer als Zeugen reichten nicht. Jesus musste selbst kommen. Und die vielen verschiedenen Berichte in den Evangelien lassen vermuten, dass er in den ersten Wochen nach der Auferstehung wieder und wieder zu ihnen gekommen ist. Einmal reichte nicht, das hätten sie sich im Nachhinein immer noch als kollektive Einbildung erklären können.

Die kritische Masse

Nein, sie mussten das als ganze Gruppe erleben, sie mussten untereinander darüber sprechen, es musste Zeit vergehen, es musste wiederholt passieren, bis eine ziemlich große Gruppe endlich völlig überzeugt war, dass die Auferstehung keine Fata Morgana war. Aber am Ende gab es eine kritische Masse von Menschen, die sich nicht mehr ausreden ließ, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen hatte. Es musste eine Gegenöffentlichkeit entstehen, durch die der Einzelne Rückhalt bekam, damit er sich traute, die Welt anders anzuschauen.

Und aus dieser anderen Weltsicht entsteht dann auch eine veränderte Praxis. Wenn die Welt in ihren Grundlagen erschüttert und verändert ist, wenn der Tod nicht mehr die absolute, unhinterfragte Macht ist, dann muss das auch die ganze Welt wissen. Das kommt nicht von allein. Die Jünger und Jüngerinnen machen sich auf den Langen Marsch durch die Welt, damit überall sichtbar wird, dass die Welt wirklich eine andere geworden ist. Auf den großen Durchbruch Jesu folgen viele kleine Durchbrüche, durch die die neue Welt an vielen Orten sichtbar wird. Menschen sollen nicht nur davon hören, dass die Todesmacht besiegt ist, sondern sie sollen dabei sein, sie sollen es miterleben direkt vor ihrer Haustür.

7 Wochen für Aufbrüche

Und deshalb ist die Zeit nach Ostern die Zeit, wo wir uns Neues trauen sollen, wo wir ungewöhnliche Wege des Lebens entdecken sollen. Eigentlich ist diese Zeit noch viel wichtiger als die Passionszeit, weil es da um das Neue geht, das auf uns zu kommt, und nicht das Alte, von dem wir ja abwenden sollten. Sieben Wochen von Ostern bis Pfingsten mit Neuaufbrüchen, mit Mut und Fantasie, sieben Wochen mit der Freude der Auferstehung im Rücken – ich wundere mich, wieso so wenige diese Zeit bewusst leben.

Und dieser unbekannte Christ aus der zweiten Generation, der dem Markusevangelium den fehlenden Schluss angefügt hat, der schreibt da ausdrücklich, dass die Wunder und Machttaten Jesu weitergehen. Dämonenaustreibungen, Heilungen, Zungenreden, und wenn er davon spricht, dass die Boten Jesu vor Schlangen geschützt sind, dann denkt er wahrscheinlich an Paulus, der mal unbeschadet einen Schlangenbiss überstanden hat. Und das bedeutet: das muss tatsächlich so gewesen sein, denn hätte er das geschrieben, wenn es nicht auch in seiner Gegenwart so gewesen wäre? Gerade dieser spätere Nachtrag zu Markus zeigt uns also, dass in der ersten Christenheit die Wunder Jesu weitergegangen sind. Vielleicht nicht dauernd und jeden Tag, aber doch so, dass das eine deutliche Erfahrung war.

Kein Stress!

Wir müssen heute, glaube ich, eher entspannt mit der Frage umgehen, weshalb unsere christliche Praxis nicht in diesem Maß von Wundern begleitet wird. Ich habe da keine Theorie zu, aber einige denkbare Gründe. Die laufen letztlich alle auf eins hinaus: dass wir eben nicht mehr dieselbe Kirche wie damals sind. Und dann ist natürlich auch vieles anders, egal wie man das findet. Aber einen Plan dazu habe ich nicht. Manchmal gibt es einfach noch keine Antwort, in keine Richtung. Manche Dinge muss man stehen lassen und abwarten, bis es so weit ist, dass Gott uns eine Antwort schenkt. So wie man auch manche Bibelstellen nicht versteht und sie dann eben zur Seite legen und abwarten muss, bis sie eines Tages heller werden.

Jesus machte den Jüngern Vorwürfe wegen ihres Unglaubens und ihrer Herzenshärte. Aber er kam dann auch zu ihnen und zeigte sich ihnen. Er machte beides: er hielt fest, dass sie eigentlich gleich Maria und den beiden Jüngern hätten glauben sollen. Aber er glich auch ihre Schwäche aus, kam zu ihnen und half ihnen, eine Gemeinschaft der Auferstehung zu werden. Jesus ist da nicht konsequent und streng, er hat auch nicht Verständnis für alles, sondern er ist erfrischend ungrundsätzlich, pragmatisch. Wir haben die Hoffnung, dass er auch mit uns und unserer Herzenshärte fantasievoll und richtig umgeht.

Apr 042018
 
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Als ich vor zweieinhalb Jahren hier schrieb, dass Ilsede Standort einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge werden würde, ahnte ich schon, dass da einiges an Arbeit auf mich zukommen würde. Aber ich ahnte nicht, wie intensiv das mich und die Gemeinde beschäftigen würde, und vor allem: dass es zweieinhalb Jahre dauern würde, bis ich wieder (abgesehen von der Veröffentlichung einiger Predigten) den Anlauf zum Bloggen schaffe.

Der Vorsatz, regelmäßig aus der Gebläsehalle (dem Standort der Einrichtung, siehe Bild oben) zu berichten, erwies sich als undurchführbar. Der wichtigste Grund dafür war natürlich, dass viel zu wenig Zeit dafür blieb. Es ging dabei aber auch immer um Menschen: Flüchtlinge natürlich, aber auch deutsche Mitarbeiter der vielen Hilfsorganisationen. Begegnungen wären beschädigt worden, wenn ich dabei im Kopf immer schon etwas für den Blog formuliert hätte.

Deswegen kommt nun ein eher summarischer Rückblick in mehreren Teilen.

Die Pionierphase

Am Anfang stand die Pionierphase: es wurde improvisiert, und bis dahin wirdfremde Menschen arbeiteten unproblematisch zusammen. Die Hilfsorganisationen brachten ihr Know-How mit der Unterbringung und Versorgung großer Menschengruppen ein, aber alle Abläufe, die sich speziell auf Flüchtlinge bezogen, mussten erst neu organisiert werden. Auch die Mitarbeiter des Landkreises (der die Trägerschaft des Ganzen hatte) wussten nicht immer genau, wie es weiterging, denn sie waren wiederum vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abhängig, in dessen Auftrag der Landkreis die Einrichtung betrieb.

In dieser Zeit gab es jeden Tag unvorhergesehene Situationen. Ich hatte meiner Frau z.B. eines Morgens zu berichten, dass wir über Nacht acht syrische Gäste gehabt hatten, die jetzt Frühstück brauchten. Aber wir haben in dieser Zeit viele Dinge unkonventionell gemanagt, die sonst viel mühsamer gewesen wären. Auch mit den Mitarbeitern der verschiedenen Behörden und der Security gab es in der Regel eine gute, konstruktive Zusammenarbeit. Es gab unglaublich viel guten Willen und Vertrauen. Viele einzelne großartige (und auch weniger großartige) Geschichten aus dieser Zeit gibt es, aber man kann sie eigentlich nur persönlich weitererzählen. Ich war wirklich stolz auf unseren Landkreis, der das organisatorisch gut hinbekam, und in dem es so viele engagierte Freiwillige gab.

Auf der anderen Seite war es für alle Beteiligten enorm beanspruchend. Ich selbst war so gut wie jeden Tag in der Einrichtung. Auf Bitten des Landkreises haben wir uns um die Kinderbetreuung gekümmert. Wir, das waren im Kern außer mir die Kollegin aus der Nachbargemeinde und später eine Mitarbeiterin, die wir aus landeskirchlichen Mitteln anstellen konnten; dazu eine recht große Gruppe von immer wieder wechselnden Freiwilligen. Auch da gab es ein tolles Engagement. Wir hatten den Vorteil, dass wir mit unserer kirchlichen Mitarbeiterkultur viele Einzelheiten der Zusammenarbeit nicht erst erfinden mussten. Trotzdem gab es immer wieder neue Situationen, in denen wir flexibel reagieren mussten. Ich weiß nicht mehr, wie oft wir mit unserer Spielzone umgezogen sind. Aber es war toll zu erleben, dass wir auch ohne große Diskussionen oder Absprachen in die gleiche Richtung arbeiteten und uns 100%ig aufeinander verlassen konnten.

Ich selbst erlebte mich ein wenig als Seelsorger in der Einrichtung. Ich sprach mit Flüchtlingen (oft mehr mit Gesten als mit Worten), mit der Leitung, mit anderen Freiwilligen aus unterschiedlichsten Hintergründen, mit den Mitarbeitern der Hilfsorganisationen und der Security. Für viele war das eine sehr intensive Zeit, beanspruchend, aber auch eindrucksvoll. Manche waren froh, dass sie hier wieder einen guten Job gefunden hatten. Die Flüchtlingsbetreuung hat ja auch viele Arbeitsplätze geschaffen, und es wundert mich gar nicht, dass Deutschland sich seit dem Herbst 2015 einer langanhaltenden guten Konjunktur erfreut.

Sechs intensive Monate

Nach einigen Wochen war ich tief erschöpft und bin erst einmal ein paar Tage krank geworden. Danach kam Weihnachten, wo ich dann vor allem in meinem Hauptjob gebunden war.

Als ich danach wieder im „Camp“ (so nannten es die Flüchtlinge, und wir nahmen ihren Sprachgebrauch auf) war, spürte ich, dass es inzwischen eine klimatische Veränderung gegeben hatte. Es war jetzt alles viel geregelter, aber auch weniger flexibel. Personen hatten gewechselt. Es gab eine Menge Vorschriften. Die Pionierphase war vorbei. Natürlich muss sich irgendwann eine gewisse Regelmäßigkeit und Berechenbarkeit einstellen. Aber es war schon schade, dass nun langsam wieder der Alltag einkehrte, mit bürokratischen Prozeduren und Menschen, die wieder stärker auf die Zuständigkeiten schauten.

Zu Beginn des Jahres 2016 begann der Zustrom an Flüchtlingen zurückzugehen. Die prinzipiell vorhandenen 600 Plätze sind sowieso nie ausgeschöpft worden, aber nun funktionierte die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen besser. Es mussten nicht mehr so viele Menschen kurzfristig aufgenommen und beherbergt werden. Im März war die Einrichtung so gut wie leer. Im April 2016 wurde sie geschlossen.

Inzwischen dient die Gebläsehalle wieder als Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Partys und andere Events mit bis zu 2000 Personen.

Für uns in der Flüchtlingsarbeit Engagierte begann ein neuer Abschnitt.

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Apr 012018
 

Predigt am 1. April 2018 (Ostern) zu Jesaja 25,6-9

6 Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. 7 Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. 8 Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat’s gesagt. 9 Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.«

Kann man Ostern mit einem alttestamentlichen Text feiern? Ja, man kann. Erstaunlicherweise ist hier schon ganz viel von dem da, was dann mit der Auferstehung Jesu verbunden ist: Der Tod wird verschlungen sagt schon das Buch Jesaja, vermutlich war das 400 oder 500 Jahre vor Christus. Der Tod, der Allesverschlinger wird selbst verschlungen. Paulus hat sich im 1. Korintherbrief diese Stelle geschnappt und sie eingebaut in seine Argumentation und gesagt: bitte schön, da hat das schon immer gestanden bei Jesaja, dass Gott am Ende auch den Tod vernichten wird, und wir sind jetzt dabei, wir erleben es mit, wie das jetzt anfängt zu geschehen.

Bild: Congerdesign via pixabay, Lizenz: creative commons CC0

Jesus ist auferstanden – das ist nichts, was plötzlich irgendwie vom Himmel fällt, sondern es hat Vorzeichen gegeben, durch viele Jahrhunderte hindurch. Das ist das Schöne, dass man im Alten Testament sehen kann, wie eine große Erwartung immer mal wieder auftaucht, gerade wenn die Zeiten schlecht sind.

Es konnte nicht anders sein!

Sie haben damals schon gewusst, dass Gott und der Tod nicht zusammen passen. Sie haben gewusst, dass Gott treu ist. Sie haben gewusst, dass er seine Menschen nicht im Stich lässt. Und sie mussten dann einfach nur 1 und 1 und 1 zusammenzählen: Gott ist treu, er hält an seinen Menschen fest, aber mit dem Tod will er nichts zu tun haben – wenn das alles richtig ist und richtig bleiben soll, dann bleibt Gott eigentlich gar nichts anderes übrig, als den Tod abzuschaffen. Und das Einzige, was uns zögern lässt, diese Schlussfolgerung zu ziehen, ist die Unwahrscheinlichkeit des Ergebnisses. Geht das wirklich? Den Tod überwinden? Aber sie kannten Gott und hatten im Lauf der Jahre gelernt, ihm zu vertrauen. Und dann gibt es eben diese Stellen im Alten Testament, wo das auf einmal aufblitzt und ausgesprochen wird: der Tod wird zerstört werden.

Und Jesus selbst hat hat auch nichts anderes in der Hand gehabt, als er auf seinen Tod zu ging: der hat auch nicht vorher genau gewusst, was kommen wird, sondern der hat auch nur Gott gekannt und daraus abgeleitet, dass Gott einen Weg des Lebens finden wird, wenn er im Gehorsam gegen seinen Vater im Himmel in den Tod geht. Für Jesus war ganz klar, dass Gott ihn nicht fallen lassen würde, das konnte einfach nicht sein.

Die Probe

Aber fest davon überzeugt sein und es dann tatsächlich darauf ankommen lassen, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Jesus hat die Probe aufs Exempel gemacht. Und er hat es nicht als misstrauischen Test gemacht (»wollen wir doch mal sehen, ob Gott sich an seine Versprechen hält«), sondern er bekam das als Auftrag von Gott: geh nach Jerusalem, geh hinein in den Konflikt, du wirst darin umkommen, aber vertrau mir, ich werde treu sein.

Also kein Übermut von einem Naseweisen, der willkürlich das Schicksal herausfordert, sondern ein Schritt des Gehorsams, der auch für Jesus ein großer und schwerer Schritt war. Nicht umsonst hat er im Garten Gethsemane lange gebetet, bis es für ihn am Ende ganz klar war: ja, ich soll es tun, und ich werde es tun. Dann war die Entscheidung gefallen, und alles weitere ergab sich daraus.

Und dann war die Frage: würde Gott so sein, wie er sich Menschen immer dargestellt hatte? Würde er Wort halten? Die ganze lange Tradition des Vertrauens hing jetzt daran: würde Gott so antworten, wie sie es immer erwartet und erhofft hatten? Theologische Theorien sind eine Sache, aber sich aufgrund so einer Theorie dann wirklich auf den Weg zu machen, das ist etwas ganz anderes.

Aber Jesus ist auferstanden, er ist den Jüngern erschienen, er hat mit ihnen gegessen und getrunken, und die jahrhundertealte Hoffnung Israels war bestätigt. Hoffnung ist eine tolle Sache, sie kann uns aufrichten und stärken, aber am Ende kommt es darauf an, dass sie die Probe der Realität besteht. Eine hohle, leere Hoffnung, die die Realität verfehlt, die kann uns nicht aufrichten und stärken. Die ist Lug und Trug.

Eine bestätigte Theorie

Es ist ähnlich wie in der Physik des ganz Großen oder ganz Kleinen, da rechnen sich die Wissenschaftler eine komplizierte Theorie aus, über Schwarze Löcher oder den gekrümmten Raum und das Verhalten des Lichts, oder sie rechnen sich aus, dass es ein Elementarteilchen mit diesen ganz besonderen Eigenschaften geben muss, und es sieht auf dem Papier gut aus, aber dann muss man irgendwo eine Beobachtung machen können, die zu dieser Theorie passt. Und dann wird erstmals ein schwarzes Loch gesichtet, oder das Licht biegt tatsächlich ein wenig von seiner Bahn ab, wenn es an einem schweren Stern vorbeikommt, oder das Elementarteilchen aus dem Beschleuniger hinterlässt wirklich in den Messungen genau den Fingerabdruck, den die Forscher vorausberechnet haben, und dann freuen sie sich, weil sie ihre Theorie an einer Stelle bewiesen haben, und dann kann man davon ausgehen, dass sie auch in anderen Fällen funktioniert.

So etwas war die Auferstehung Jesu: sie ist die entscheidende Bestätigung dafür, dass es keine Einbildung war, was Israel über die Jahrhunderte geglaubt hatte. Sie hatten keine leere Theorie aufgestellt, die zwar logisch ist und gut klingt, sich aber am Ende in Luft auflöst. Nein, sie hatten Gott richtig verstanden. Jesus hatte Gott richtig verstanden.

Das Ende von Schmerzen und Schmach

Und so, wie eine bestätigte Theorie dann in der ganzen Breite der Wirklichkeit angewandt wird, so gibt es von der Auferstehung her einen neuen Blick auf ganz viele wichtige Dinge in der Welt. Übrigens schon bei Jesaja: schon für ihn gehört es zur Überwindung des Todes, dass Gott alle Tränen abwischen wird, dass er also die ganze Masse an Schmerzen und Leid tilgt, all die Spuren, die der Tod im Laufe der Geschichte in den menschlichen Herzen hinterlassen hat. Denn der Tod ist der eigentliche Gegner, der sich hinter allem Chaos und aller Zerstörung verbirgt. Der Tod ist es, der all die Verwüstungen anrichtet, und so lange Menschen irgendwie noch mit dem Tod paktieren, geht das immer weiter.

Aber jetzt hat Jesus eine neue Menschheit gegründet, die nichts mehr mit den Mächten von Tod und Zerstörung zu tun hat. Und wenn das Neue da ist, dann wird man des Alten nicht mehr gedenken. Das ist aus und vorbei.

Und vorbei ist es auch mit der Schmach von Gottes Volk. Immer wieder hat Gottes Volk gedemütigt und beschämt dagestanden, weil es nichts anderes vorweisen konnte als die Überzeugung, dass Gott zu seinen Versprechen stehen und treu sein würde. Eine große Zukunftshoffnung, die oft von einer ganz erbärmlichen Schwachheit in der Gegenwart kontrastiert wurde. Und noch viel schlimmer, wenn Gottes Volk selbst Gott nicht treu geblieben ist, wenn sie selbst anfingen, mit den Mächten der Zerstörung zu paktieren, weil ihnen die Hoffnungsgewissheit abhanden gekommen war, und sie sich selbst beeindrucken ließen von den anderen Völkern und ihrem scheinbaren Glanz, ihrem scheinbaren Erfolg. Was für ein erbärmliches Bild, wenn das Volk Gottes in der Hand von Leuten ist, die keine Ahnung von Gott haben und sich beeindrucken lassen von allem möglichen anderen.

Aber Jesaja sieht die Zeit kommen, wo dieses erbärmliche Bild des Gottesvolkes der Vergangenheit angehört, das Bild des Gottesvolkes, das seiner eigenen Hoffnung nicht mehr glaubt und stattdessen den hoffnungslosen Heiden hinterherläuft. Und er nimmt das vorweg, 400 oder 500 Jahre vor Christus, und sagt: der Tag wird kommen, wo ihr zurückschaut und sagt: ja, so ist Gott, wir haben darauf gewartet, dass er uns hilft, und wir sind nicht enttäuscht worden. Über 400 oder 500 Jahre hat Jesaja es voraus gesehen: am Ende werdet ihr jubeln und froh sein, weil Gott euch wirklich so hilft, wie wir es immer erwartet haben.

Ein Festmahl für alle Völker

Und auch das nimmt Jesaja vorweg, dass es dann ein großes Fest für alle Völker geben wird: ein Festmahl auf dem Berg Zion, mit alten Weinen ohne Zusatz von Konservierungsstoffen, mit fetten Speisen (und vor Fett hatten die Menschen damals keine Angst, sondern das Fett war das Beste, weil es Energie gibt, weil es den Geschmack trägt, und weil es ein Zeichen ist, dass alles im Überfluss vorhanden ist).

Wenn wir Abendmahl feiern, dann ist das der Anfang dieses universalen Festmahls der ganzen Menschheit, für das der Tisch jetzt langsam schon gedeckt wird. Nein, bisher sind noch nicht alle dabei, die Völker zieren sich noch, aber der Anfang ist gemacht. Die Auferstehung Jesu ist noch nicht der endgültige Durchbruch der neuen Welt auf der ganzen Erde, aber sie ist das entscheidende Indiz dafür, dass die Theorie dahinter stimmt, dass die Frommen nicht leeren Worten gefolgt sind, wenn sie über die Jahrhunderte daran festgehalten haben, dass Gott seine Leute nicht im Stick lässt, und dass er sich an den Tod nie gewöhnen wird.

Wir sind noch nicht so weit, dass alle Rätsel aufgelöst sind. Aber wir stehen besser da als Jesaja und alle, die sich über die Jahrhunderte von seinem Wort haben leiten lassen, bis hin zu Jesus. Wir können wissen, dass es keine leere Hoffnung war, sondern sie ist eindrucksvoll bestätigt worden. Das war die Energie, die die Christenheit von Anfang an bewegt hat: Wir wissen jetzt, dass es alles wahr ist, was die Alten gehofft haben. Die Auferstehung Jesu war der entscheidende Durchbruch, und der Rest kommt nach, bis die Erde erneuert ist und der Tod ein für allemal verschwunden.