Jun 112012
 

Predigt zu Matthäus 9,35 – 10,10 am 10. Juni 2012

35 Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. 36 Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. 37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. 38 Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. 1 Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen. 2 Die Namen aber der zwölf Apostel sind diese: zuerst Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder; 3 Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus; 4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn verriet. 5 Diese Zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter, 6 sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. 7 Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe. 8 Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch. 9 Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, 10 auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Wanderstab. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.

Ziemlich schutzlos sendet Jesus seine Jünger zu ihrem ersten großen Auftrag aus: ohne Geld, ohne Rucksack, sogar barfuß schickt er sie los. Das einzige, was er ihnen mitgibt, ist die Macht zu heilen und Menschen von bösen Geistern zu befreien. Bisher haben sie zugeschaut, wie Jesus das tat, und jetzt überträgt er ihnen das als Aufgabe: geht, heilt, befreit, stellt die Menschen wieder her.

Jesus sieht die ganze Orientierungslosigkeit der Menschen. Sie haben keinen inneren Kompass, der ihnen einen Weg zeigen könnte. Damals wie heute ist die Welt unübersichtlich und widersprüchlich, und alle versuchen irgendwie durchzukommen. Aber das ist keine Garantie, dass es gelingt. Im Gegenteil, Jesus sah auf sein Volk eine schreckliche Katastrophe zukommen. Er sah, wie da zwei Züge ungebremst aufeinander zu rasten: das römische Imperium und die Freiheitssehnsucht seines Volkes. Immer wieder gab es Aufstände, die wurden niedergeschlagen, daraufhin wuchs die Erbitterung, bis es zum nächsten Aufstand kam. Irgendwann musste das ein schreckliches Finale geben.

Vierzig Jahre später war es wirklich so weit: ein grausamer Krieg, der das Land verwüstete, und in dem Jerusalem zerstört wurde. Mit brutaler Gewalt haben die Römer den großen jüdischen Aufstand niedergeschlagen, haben erbarmungslos Menschen abgeschlachtet, bis das Land beinahe menschenleer war.

Wenn Sie sich an die Lesung vorhin erinnern (Jeremia 23,16-29): in solchen Situationen schickt Gott Propheten, um die Menschen zu warnen. Aber die falschen Propheten sagen ihnen: keine Sorge, Gott macht das schon, es wird bestimmt gut gehen.

Jesus ist ein Prophet, der die Mernschen warnt: ihr rast ungebremst in die Katastrophe. Aber im Unterschied zu den früheren Propheten kann Jesus nicht nur warnen, sondern er setzt ein positives Zeichen: Heilung. Befreiung, neues Vertrauen in Gott. Eine Leitschnur, an der man durch die ganze unübersichtliche Welt hindurchkommen kann. Menschen müssen nicht länger orientierungslos von einem Spektakel zum nächsten laufen, ratlos die Krisenmeldungen im Fernsehen hören und hoffen, dass ihnen vielleicht doch nichts passiert.

Dass es das gibt, das sehen sie an den Jüngern Jesu, die völlig schutzlos durch die Welt gehen und trotzdem Hoffnung verbreiten – nein, gerade deshalb, weil sie ohne Konto, ohne Wäsche zum Wechseln, ohne Wanderstab, mit dem man sich verteidigen kann, unterwegs sind, und ausgerechnet von ihnen geht umfassend Heilung aus: gerade deshalb sind sie eine lebendige Hoffnung.

Jesus hat die zwölf Jünger, die Apostel ausgesucht, damit sie das Zeichen für ein alternatives Israel sind. Damals verstand das jeder: 12 Jünger standen für die 12 Stämme Israels. Wer dieses Symbol zu Ende dachte, kam vielleicht sogar auf die Idee, dass Jesus, der sie aussandte, dann für Gott stehen müsste. Auf jeden Fall spiegelten die 12 die ganze Bandbreite der jüdischen Gesellschaft wider: Matthäus, der ehemalige Zöllner war dabei, der für einen guten Posten sein Volk an die Römer verkauft hatte, aber auch Simon, ein Zelot, also ein Terrorist, der früher Leute wie Matthäus gehasst und bekämpft hatte. Dann eine ganze Menge Leute aus dem breiten Mittelbau der Gesellschaft: Petrus und Andreas, die Fischer vom See Genezareth, die ihr Handwerk verstanden und sich in der Welt auskannten; Jakobus und Johannes, die gerne Karriere gemacht hätten, und die Jesus »Donnersöhne« nannte, weil sie wohl sehr ungeduldig und vielleicht auch cholerisch waren; und dann noch viele andere, mit deren Namen wir heute keine konkrete Geschichte mehr verbinden können.

Und die sind erst einmal mitgegangen mit Jesus, haben gesehen, was er tat, haben angefangen, sein Denken zu verstehen, und dann kam der Moment, wo er sie losgeschickt hat, damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Und als sie zurückkamen, sagten sie: »Wow! Es hat funktioniert! Selbst die bösen Geister konnten uns nichts entgegensetzen.«

Wer diese 12 beieinander sah, für den konnten sie ein Hoffnungszeichen sein: Israels war vielleicht doch noch zu retten, so verletzt die Gesellschaft auch war. Wenn Jesus seine bunte Truppe zusammenhalten konnte, dann gab es vielleicht auch noch eine Chance für all die Fraktionen und Milieus in diesem zerrissenen Volk. Und tatsächlich ist das immer ein Effekt der Jesusbewegung gewesen: dass Menschen multikulturell zusammengefunden haben, fraktionsübergreifend, quer durch die Gesellschaft. Die Heilung von Krankheiten und die Heilung der Gesellschaft gehen bei Jesus Hand in Hand. Und die bösen Geister müssen auch abtreten.

Böse Geister – da denken wir zuerst an Gruselfilme, Vampire und solche Sachen. Aber in Wirklichkeit geht es da um viel schrecklichere Dinge. Da geht es um Menschen, die in ihrer Seele fundamental zerstört sind durch den grausamen Druck der Besatzung und der Kriege. Menschen, die innerlich so zerbrochen sind, dass sie nicht mehr Herr im eigenen Haus sind, sondern von allen möglichen Einflüssen und Mächten getrieben sind. Überall gab es solche Menschen, und niemand wusste, wie man ihnen helfen konnte.

Ich habe in diesen Tagen gerade irgendwo gelesen, dass die größte Gefahr für amerikanische Soldaten, die in Kampfeinsätze verwickelt sind, in Afghanistan oder Irak oder irgendwo sonst, nicht darin besteht, dass sie von Feinden getötet werden. Rein zahlenmäßig besteht die größte Gefahr darin, dass sie von den Erfahrungen des Krieges so traumatisiert, innerlich so belastet sind, dass sie sich irgendwann später selbst töten, aus Verzweiflung, weil sie mit ihren Erinnerungen und Ängsten nicht fertig werden.

Das ist nicht das Gleiche wie das, was im Neuen Testament mit »bösen Geistern« gemeint ist, aber wenn schon Soldaten, die selbst ziemlich gut geschützt sind, nach dem Einsatz nicht mehr leben wollen, was macht ein Krieg dann erst mit Menschen, die schutzlos all der Brutalität ausgeliefert sind, die keine Rechtssicherheit haben, die vielleicht geschlagen oder gefoltert werden, und die den Tod naher Freunde mit ansehen müssen? Man mag überhaupt nicht daran denken, was heute in den Seelen von Menschen angerichtet wird, die in Syrien leben müssen, im Irak, in Afghanistan, aber auch in manchen Gewaltzonen in der westlichen Welt. Und wenn du manchmal merkst, mit was für Zerstörungserfahrungen auch bei uns Menschen leben müssen, dann verstehst du erst, was das für große Gabe ist: Macht zu bekommen über die bösen Geister in allen möglichen Gestalten, die großen und kleinen Tyrannen, die sich in Menschen einnisten und ihnen die Kraft und die Lebensfreude nehmen.

Und verstehen Sie jetzt, warum die Apostel völlig machtlos in die Welt gesandt werden? Ohne Schutz und ohne irgendetwas, womit sie Macht ausüben können? Weil die Menschen, zu denen sie gesandt sind, von der Gewalt der Mächte schon so schrecklich zugerichtet worden sind. Die Apostel müssen alles tun, damit sie nur nicht den Verdachtes erregen, sie könnten auch mit dieser Art von Macht paktieren, deren Spuren die Menschen an Leib und Seele tragen. Auch keinen psychischen Druck dürfen sie anwenden. Auch wenn sie mit der Hölle drohen würden, das wäre so ein unerlaubter Druck, und der richtet bis heute immensen Schaden in den Menschen an. Es muss ganz klar sein, dass die Jünger Jesu diese Art von Macht nicht nötig haben. Sie kommen mit der Macht der Liebe, und deshalb können sie die Liebe zur Macht zu Hause lassen.

So schickt Jesus seine Apostel los, damit sie Heilung zu den Menschen bringen: in die Seelen, in die Körper, in die Gesellschaft, in die Köpfe und Herzen. Und den Menschen sollen sie sagen: das ist nur der Anfang, das ist das erste Zeichen. Ihr sollt dadurch merken, dass das Himmelreich nahe ist. Und mit Himmelreich ist nicht gemeint ein Raum, wo die Seelen verstorbener Menschen auf Wolken sitzen und Halleluja singen, sondern das Wort »Himmel« ist eine Umschreibung für »Gott«, es ist also das Reich Gottes gemeint, seine Herrschaft, sein Königtum hier auf der Erde unter den Menschen. Und was damit gemeint ist, sieht man an dem, was die Jünger tun: Menschen wiederherstellen, die Welt heilen, Freiheit mitbringen. Und sie werden das erklären und sagen: so ist Gottes Reich, seine Herrschaft. Er kommt zu euch. Er ist nahe. Wir bringen ihn mit im Auftrag von Jesus. Jetzt ist es so weit: Gott macht dem Elend ein Ende. Seine Kraft ist in der Welt, und deswegen brauchen wir keine Macht und keine Sicherheit wie alle anderen.

Es geht um eine neue Art von Macht. Dass die Jünger barfuß gehen, das heißt ja nicht, dass sie ohnmächtig wären. Es heißt nur, dass sie auf eine bestimmte Art von Sicherheit verzichten: auf Bequemlichkeit, auf ein festes Zuhause und das eigene Bett, auf die Garantie, dass abends etwas zu essen auf dem Tisch steht. Stattdessen sind sie abhängig von der Freundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen und der Fürsorge Gottes. Das ist schon eine gute Sache, wenn die Boten Jesu beim Abendbrot auf die Menschen angewiesen sind, zu denen sie kommen. Wenn alle Missionare sich so von den Menschen abhängig gemacht hätten, dann stünde es heute um das Christentum wesentlich besser.

Denn es ist paradox: gerade durch den Verzicht auf unsere übliche Art von Schutz und Sicherheit gewinnt man die Kraft, Menschen wieder aufzurichten, Hoffnung zu geben und Leben zu ermöglichen. Der Extremfall davon ist Jesus am Kreuz: völlig entblößt von jedem Schutz, in einem Sinn völlig ohnmächtig, aber trotzdem der eine Mensch, der die Welt von Grund auf ändert.

Das ist eine andere Art von Macht. Und es ist die stärkste Macht in der Welt. Aber die kriegst du nicht so, wie du einen Posten bekommst, bei dem dir viele gehorchen müssen. Es ist eine Kraft, die aufs Engste mit unserer Person verbunden ist. Du kannst nicht irgendwann Feierabend machen und sagen: morgen geht es weiter. Du musst ein anderer werden, du musst den Weg Jesu mitgehen, dann kommt auch seine Kraft zu dir.

Die Jünger haben das alles live an Jesus erlebt. Wir können das leider so selten live erleben, weil bei uns die Christenheit traditionell auf prächtige Gebäude, prächtige Gewänder und mächtige Bürokratie gesetzt hat. Da blieb dieser persönlichen Macht Jesu wenig Raum zum Leben. Deshalb glauben wir kaum, dass sie funktionieren könnte. Wir müssen noch viel lernen. Zum Glück registriert Jesus es auch schon, wenn wir ein wenig mehr Unsicherheit zulassen, auch wenn wir nicht gleich barfuß gehen.

Aber im Zweifelsfall eher das sinnvolle Wagnis zu wählen, die hilfreiche Unsicherheit, lieber die vertretbare Schutzlosigkeit auszuprobieren, die nicht lebensgefährliche Verletzlichkeit, das liebevolle Unbekannte, das alles zu wählen und nicht zu vermeiden, das ist es, was uns weiterbringen wird. Dann antwortet Jesus mit seiner Kraft, live. Und wir werden ihm danach mehr vertrauen.

Und irgendwann kommt dann vielleicht auch mal eine Zeit, um die Sandalen zu verschenken. Aber bevor wir uns jetzt darum Sorgen machen, sollten wir lieber das tun, was heute dran ist – und die Zukunft Gott überlassen.


Feb 162012
 

Mike Breen beschreibt in einem längeren Post, wie sich Missional Communities (MC’s) in der St. Thomas-Gemeinde in Sheffield entwickelt haben. Am Anfang stand das gelegentliche Treffen von 3-4 Kleingruppen, die sich für Projekte zu einem „Cluster“ zusammenschlossen. Dies stellte sich als eine sehr gute Größe heraus. Die Kleingruppen kamen gern und häufig als Cluster von 20-50 Personen zusammen. Gleichzeitig entwickelte die Gemeinde eine Kultur gegenseitiger persönlicher Verantwortlichkeit. Beides zusammen ergab heftiges Gemeindewachstum. Für die so gewachsene Gemeinde brauchten sie schließlich eine ehemalige Riesen-Disko als Versammlungsraum.

Und nun beschreibt Breen, wie er sich entscheiden musste, in welche Richtung es weitergehen sollte: eine Megachurch bauen oder ein Netzwerk von Gemeinschaften, die nicht mehr von Hauptamtlichen geleitet werden, sondern von den Mitgliedern der Gemeinschaften selbst. Er beschloss gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, den Fokus auf die Entwicklung der mittelgroßen Gemeinschaften zu legen, die mittlerweile „Missional Communities“ hießen.

Das war eine unkonventionelle, aber weise Entscheidung.

Denn ein Jahr später stellte sich heraus, dass die ehemalige Disko gravierende Baumängel hatte und nicht mehr zu nutzen war. Von einem Sonntag zum anderen hatte die Gemeinde kein Gottesdienstgebäude mehr und überlebte in Form der MC’s, die sich an allen möglichen Orten in der Stadt trafen. Sie wurden von Gemeindegliedern geleitet; die Hauptamtlichen hatten eine Unterstützerrolle. Diese improvisierte Situation sorgte noch einmal für schnelles Wachstum. Später konnte die Gemeinde wieder ein zentrales Gebäude als Trainingszentrum und Gottesdienstraum nutzen, aber der Grundansatz hatte sich geändert: in St.Thomas wird die Größe der Gemeinde nicht mehr nach Gottesdienstteilnahmen, sondern nach MC-Mitgliedern gezählt.

Das ist ein anderes Modell von Gemeinde. Wir kennen es so, dass der Gottesdienst die zentrale Veranstaltung ist, und – je nach Engagement der Gemeinden – kommen dann noch Gruppen, Hauskreise usw. hinzu. In St. Thomas wurde dieses Muster anscheinend umgedreht: zentrale Veranstaltung sind die MC’s, und wer mag, geht auch (manchmal) zum Gottesdienst. Ein entscheidender Vorteil dieses Modells dürfte zunächst sein, dass es deutlich kostengünstiger ist, denn eine Gottesdienst-zentrierte Gemeinde braucht in der Regel Hauptamtliche, einen festen Raum, Musiker, Technik – und das alles kostet viel Geld. Gleichzeitig macht es die Gemeinde unflexibel: man braucht für das alles feste, verlässliche Strukturen.

Dass das kostengünstigere Modell auch theologisch vieles für sich hat, beschreibt Breen ausführlich. Ich empfehle, seinen Post zu lesen, den ich hier nur selektiv zusammengefasst habe.

Über unsere eigenen Erfahrungen mit Clustern, also Gemeinschaften mittlerer Größe, die in Untergruppen gegliedert sind, habe ich hier, hier, hier und hier etwas geschrieben (schon damals mit Hinweis auf St. Thomas Sheffield, obwohl mir damals die ganze Entwicklung nicht bekannt war).

Nov 212010
 

Deutschlandkarte Emergent ForumLeider habe ich beim Emergent Forum in Essen die Deutschlandkarte mit den Heimatorten der Teilnehmer zu früh fotografiert – im Laufe des Tages ist der hier beschriebene Effekt noch deutlicher geworden. Aber auch auf diesem Bild ist er schon zu erkennen: die Herkunftsverteilung spiegelt in etwa die Missionssituation auf dem Gebiet des späteren Deutschland um etwa 800 (Kaiserkrönung Karls des Großen).

Im Einzelnen: Gut bestückt ist die Rheinschiene. Das ist alter christlicher Boden noch aus der Zeit des Imperium Romanum. Auch im Süden ist das Christentum seit alters hinter dem schützenden Limes früh verankert gewesen; die Missionstätigkeiten der irischen Mönche (Columban, Gallus) haben es nach der Völkerwanderung wieder neu aktiviert. In der Mitte Deutschlands (Hessen von Frankfurt bis Kassel) hat Bonifatius schon sein Werk getan. Von dort aus wird auch Thüringen beeinflusst.
Spärlich hingegen sind der Norden und Osten christianisiert. Einzelne frühe Missionsstützpunkte (Hamburg, Bremen) liegen ziemlich verloren im heidnischen Gebiet. Auch in Ostfriesland hat sich der neue Glaube noch nicht so richtig durchgesetzt; das Blut des Bonifatius und seiner Mitstreiter wird erst später den Boden dort fruchtbar machen.

Eine relativ starke christliche Zusammenballung ist im Ruhrgebiet zu erkennen; von dort aus startete die fränkische Initiative gegen die heidnischen Sachsen. Wir stehen also an einem Scheidepunkt: sollen die Sachsen und die anderen Ostlinge mit Feuer und Schwert bekehrt werden, wie es ab 800 Karl der Große im Sachsenkrieg versuchte – oder werden wir diesmal andere Wege finden?

Jan 272009
 

Alan Hirsch hat auf seiner Website „The Forgotten Ways“ neulich einen Beitrag verfasst, in dem er dazu aufruft, die Reise wieder aufzunehmen und den missionalen Genius neu zu beleben. Für alle, die Hirsch kennen, nichts grundlegend Neues, aber ich fand es so schön zusammengefasst, dass ich es für unsere Gemeinschaft übersetzt habe und hier auch dem Rest der Welt zur Verfügung stelle.

Die Geschichte Abrahams, die Kameradschaft von Sportmannschaften, die Kriegskameradschaft von alten Soldaten, die Gemeinschaft des Ringes in J.R.R.Tolkiens „Herr der Ringe“ und die verrückten Kaninchen im „Watership Down“-Film, all diese unterschiedlichen Geschichten zeigen uns, wie wichtig die Reise selbst ist. Denn Reife und Selbstverwirklichung kommen nicht ohne Bewegung und Risiko, und Abenteuer sind in der Tat gut für die Seele. All diese Geschichten zeigen uns, dass tiefe Gemeinschaft und Liebe da zu finden sind, wo wir uns zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise aufmachen, wo wir gemeinsam Gefahren ins Gesicht sehen und uns dabei zusammenfinden müssen, um zu überleben. All das finden wir auch wieder in der Art, wie Jesus seine Jünger prägte: gemeinsam begannen sie eine Reise, die sie wegführte von ihrem Zuhause, ihrer Familie und ihren (sozialen oder religiösen) Sicherheiten. Sie brachen auf in ein Abenteuer, zu dem Grenzerfahrungen (Liminalität), Risiko, Lernen durch Praxis, verschworene Gemeinschaft (Kommunitas) und geistliche Entdeckungen gehörten. Unterwegs verloren sie ihre Angst vor Unzulänglichkeit und Mangel oder Vorsorge, und an deren Stelle trat eine beherzte Zuversicht, die die Welt für immer verändern sollte.

Was starke Jesusbewegungen so dynamisch macht, ist die Tatsache, dass sie tatsächlich Bewegung mit sich bringen. Und dabei geht es nicht um die Organisationsstruktur, sondern um echte Dynamik. Das heißt nun nicht, dass buchstäblich jeder Christ Haus und Familie verlassen muss, um Jesus nachzufolgen. Aber der grundlegende geistliche Akt, alles im Namen Jesu aufzugeben, lag jeglicher späteren Nachfolge zu Grunde. In diesem Sinn hatten sie bei ihrem Christwerden eine grundlegende Entscheidung getroffen, sich auf die Grenzerfahrung des Verlusts von Sicherheit und Bequemlichkeit einzulassen und mussten sie nicht nachträglich noch einkalkulieren. So blieben sie ein bewegliches Volk, das sich, abhängig vom Kontext, ständig neu anpassen und weiterentwickeln konnte. Das ging so lange, bis Konstantin uns mit Kirchengebäuden, einer Organisation und einem Bündnis zwischen Staat und Kirche beschenkte, wodurch der apostolische Genius für sehr lange Zeit in tiefen Schlaf fiel.

Wir müssen uns von neuem auf den Weg machen. Wir sind die Menschen des Weges, und unser Pfad liegt vor uns. Er lädt uns ein in eine neue Zukunft, in der wir endlich wieder gestalten und mitmachen dürfen. Wir versuchen, die Natur authentischer christlicher Gemeinschaft von neuem sichtbar zu machen: nämlich eine Kommunitas, die um ihre Mission herum gebaut ist und in Angriff genommen wird von einer Gruppe fehlbarer, aber mutiger Gefährten. Wir tun das, indem wir die mythische Symbolik aus den großen Geschichten aufrufen und in Erinnerung rufen, wie Jesus und die frühe Kirche sich daran machten, die Botschaft zu verbreiten. So erwecken wir von neuem die Sehnsucht und den Willen, eine abenteuerliche Reise zu unternehmen, um die uralte Kraft des apostolischen Genius wiederzuentdecken.

Dez 012007
 

Gestern war der Emerging-Studientag in Hamburg. Ich kam mit einem vollen Herzen zurück. Hier ein paar Impressionen:

  • Mein erster Eindruck: wow, so viele Leute! In unserer eher unkirchlichen Landschaft hatten sich doch wohl an die 200 Leute in der Apsis von St. Petri in Hamburg versammelt (weiß einer genaue Zahlen? habe leider nicht gezählt).
  • Der zweite Eindruck: Emerging scheint vor allem eine männliche Angelegenheit zu sein. Frauen waren klar in der Minderzahl. Muss man aber nicht böse drüber sein, sonst ist bei kirchlichen Veranstaltungen das Verhältnis ja meistens andersherum. Es muss auch mal einen Ausgleich geben.
  • Dritter Eindruck: es gab Kaffee, Tee, Getränke, und leckere Kekse. Klasse! Dank an die Leute von der GeiGE, die das alles organisiert haben!
  • Viertens: endlich mal welche von den Bloggerkollegen getroffen, echt und leibhaftig. Waldy kam gleich hinter mir in der Schlange. Nach und nach auch die anderen identifiziert. Ein teilnahmsvoller Gruß geht an Simon, den eine Infektion zu Hause bleiben ließ.
  • Fünfter Gedanke: am wichtigsten sind überhaupt die Menschen. Dass endlich mal die emerging-Interessierten zusammenkommen und man ein Feeling füreinander bekommt und über sehr interessante Sachen reden kann. Ein richtig gutes Gespräch beim arabischen Imbiss zu Mittag z.B.
  • Das bringt zum sechsten Punkt: eigentlich müsste man viel mehr Raum haben, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Zu Hause lese ich bei Emergent Deutschland, dass das für Erlangen an diesem Wochenende geplant ist. Mit Hilfe der OpenSpace-Methode. Das finde ich die richtige Richtung. In Hamburg hatten wir zwischendrin schon überlegt, ob man nicht Anleihen beim Barcamp machen müsste. Die Webworker sind uns da echt voraus. Es gibt eben Organisationsformen, mit denen man das Potential der Teilnehmer viel besser nutzen kann als mit dem Muster Vortrag-Fragen-Vortrag-Podiumsdiskussion. Aber für den Anfang war das schon ok so, man kann nicht alles gleichzeitig haben.
  • Damit komme ich, siebtens, darauf, dass die Referate gar nicht das Entscheidende waren. Sie waren ok, besonders die Bilder von Brian McLaren bleiben haften, z.B. Schildkrötedie eingeschnürte Schildkröte. Und ich dachte: in der Tat, so sind wir, eingeschnürt durch eine viel zu enge Form des Christentums, die uns jahrhundertelang das Atmen schwer gemacht hat. Aber jetzt, wo die äußere konstantinische Fessel langsam weicht, sind wir trotzdem noch eingeschnürt. Wie die Schildkröte, deren knöcherner Panzer den äußeren Zwang des einschnürenden Rings fortsetzt.
    Auch viele andere gute Einsichten bei Brian McLaren und Jason Clark. 2007-11-29emerginghh-000003.jpgVieles habe ich mitgenommen, noch mehr aufgeschrieben. Manches hätte ich mir anders gewünscht, aber bei so unterschiedlichen Erwartungen, so unterschiedlichen Vorkenntnissen, so unterschiedlichen Erkenntnisinteressen kann man nicht allen gerecht werden. Wäre gerne in Erlangen dabei, aber die Plicht ruft und hält mich hier fest. Ist ja ok …
  • Zum Achten möchte ich aber ein Bild aus den Vorträgen weitergeben, das mich fasziniert hat, weil es so viel auf den Punkt bringt: Die Christenheit ist wie ein Baumstamm. Die verschiedenen Traditionen (katholisch, evangelisch, orthodox, freikirchlich …) sind, wenn man den Stamm im Schnitt betrachtet, wie Segmente/Tortenstücke. Wichtiger als die Zuordnung zu einem bestimmten Segment ist aber die Frage, wie nahe an der Oberfläche einer ist. Wo sich Stamm und Außenwelt begegnen, dort wächst der Baum. Später kann man an den Jahresringen sehen, wie schwer oder leicht es der Baum zu einer bestimmten Zeit in der Vergangenheit hatte. Und, klar, man kann sich in das Studium der 500 Jahre alten Jahresringe vertiefen. Aber viel interessanter ist die Stelle, wo der Baum heute wächst und seine Auseinandersetzung mit der Umwelt gestaltet. Ein sehr hilfreiches Bild!
  • Der neunte Gedanke ist ein Zitat aus dem Nachmittagsvortrag von Brian McLaren:
    Neue Wege, um alte Antworten neu zu verpacken: Erneuerung (Renewal)
    Neue Antworten auf alte Fragen: Reformation
    Neue Fragen: Revolution
    Klar brauchen wir die alle gleichermaßen, Brian. Aber ich finde, einige sind doch gleicher als die anderen. Wir haben zu wenig Revolution und zu viel Erneuerung.
  • Das war dann – zehntens – auch mein Eindruck von der abschließenden 2007-11-29emerginghh-000005.jpgPodiumsdiskussion. Ein bisschen zu brav. Als vor 10-20 Jahren Gemeindeaufbau in Mode kam, klebte jeder an das, was er sowieso immer schon tat, das Etikett „Gemeindeaufbau“ dran. Vielleicht wird jetzt bei manchen das Etikett ausgewechselt, und in Zukunft steht eben „emerging“ drauf. Aber vielleicht sehe ich das ein 2007-11-29emerginghh-000012.jpgbisschen eng. Es geht ja gerade erst los. Und die wirklich substantiellen Herausforderungen werden sich hoffentlich noch deutlicher zeigen.
    Aber was will Jason Clark
    uns hier nur sagen?
  • Der elfte Eindruck war die Rückfahrt. Ich fahre wirklich gerne im Intercity-Großraumwagen, wenn die Leute langsam ruhig werden, jeder gemächlich vor sich hindöst (mit oder ohne Laptop), der Zug durch die Dunkelheit gleitet und die Handys Ruhe geben. Erst noch was gegessen, und dann war ich nach diesem Tag einfach nur glücklich.
  • Ach ja, und zwölftens kommt hier noch 2007-11-29emerginghh-000004.jpgdas nette Bild von der Schildkröte (nicht die mit der Wespentaille) und dem Nilpferdkind, wie sie so lieb beieinanderliegen. Die Kirche ist die Schildkröte und das Nilpferdkind die Moderne, meinte Brian. Na gut, keine tolle Allianz, aber ein feines Bild!
    Übrigens, hier findet ihr die jeweils aktuelle Zusammenstellung der Posts zu den Studientagen in Marburg und Hamburg sowie zum Forum in Erlangen. Und hier steht eine inhaltliche Übersicht, die man aus meinem Beitrag (der anders hinschaut) nicht so gewinnen kann.
Nov 042007
 

Im 8. Kapitel von „The shaping of things to come“ schreiben Frost/Hirsch über „Action as Sacrament“. Für mich eines der wichtigsten Kapitel in dem mit guten Einsichten gespickten Buch. Dass Spiritualität/geistliches Leben/Kontemplation ihr bestes Umfeld dort haben, wo man sich an der Wirklichkeit abarbeitet, ist eine wirklich hilfreiche These. Ebenso hilfreich und nötig die Kritik an westlicher Spiritualität, die tendenziell individualisiert und vor allem passiv-rezeptiv angelegt ist.
Ob man der These zustimmen mag, dass Aktion/Praxis ein Sakrament ist, hängt letztlich vom jeweiligen Sakramentsbegriff ab und ist deshalb keine so interessante Frage. Aber die Einsicht „the missional action is a supreme source of spiritual insight and experience“ beseitigt doch viele falsche Gegensätze. Ebenso hilfreich der Gedanke, dass es uns die Tat erlaubt, Gott überall zu finden (das ist der Hintergrund der These „Action as Sacrament“).
Schließlich auch die Beschreibung, dass es viele Bücher mit Anleitungen gibt, wie man es machen sollte, aber wenig real funktionierende Modelle. Und dann der entschlossen angefügte Satz „This must change. There needs to be a whole lot more action, and we believe that only in actually doing it will the church discover God in a new way.“
Ich glaube, dass wir zu einer Ehrenrettung der Tat, der Aktivitäten (ja, ja) und überhaupt der missionalen Praxis kommen müssen. Irgendwann vor langer Zeit habe ich mal gehört, wie in einer Diskussion einer (ich glaube, es war Helmut Gollwitzer) ungefähr sagte: „warum habt ihr uns das Tun madig gemacht?“
Irgendwie haftet der Tat doch immer dieser Hauch von Selbstrechtfertigung oder von „arbeiten für Gott, statt mit ihm zusammenzusein“ an. Ok, zu viele Leute arbeiten sich an den falschen Sachen ab, versuchen oft nur, es anderen recht zu machen, und vielleicht gibt es ja wirklich die Leute, die sich damit bloß profilieren wollen. Aber eigentlich denke ich, dass Aktion fürs geistliche Leben sehr wichtig ist und oft die Massstäbe zurechtrücken kann (solange man auch noch hinterher sich ausruhen, beten und nachdenken kann). Vor allem aber: dass man mitten in einem sinnvollen Einsatz Gott oft sehr nahe kommt, das könnte ich bestätigen. Wie geht es euch damit?

Ich habe das Kapitel für unsere Gemeinschaft übersetzt. Wahrscheinlich ist es aus Urheberrechtsgründen nicht erlaubt, das hier ins Netz zu stellen, aber wer die Übersetzung haben möchte, kann mir mailen.

Feb 152007
 

Übrigens, das Buch „The Forgotten Ways“ wird auch im Blog „Jesus Creed“ von Scott McKnight besprochen (allerdings auf Englisch). Ich gebe kurze Zusammenfassungen der Zusammenfassungen, damit ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr es lesen wollt:

  • Forgotten Missional Ways 1:
    Als Einleitung sechs Kennzeichen, die die frühen Christen und die chinesischen Christen der Gegenwart gemeinsam haben
  • Forgotten Missional Ways 2:
    Aufgrund seiner Praxiserfahrungen stellt Hirsch zwei Modelle von Gemeindeaufbau einander gegenüber: modern gemanagte Veranstaltungs-Großgemeinden [für uns in Deutschland zwar mangels Masse kaum ein realer Weg, aber als Modell sicherlich in vielen Köpfen] und so etwas wie überschaubare Weggemeinschaften, in denen die Beteiligungsquote sehr hoch ist.
  • Forgotten Missional Ways 3:
    Nach Hirsch gibt es weltweit – von den Kirchen nicht wahrgenommen – eine große Gruppe von Christen, die sich außerhalb der Kirchen ansiedeln. Unter ihnen wächst ein neues Modell für die Christenheit heran, das die Begrenzungen des alten „Christentum“-Modells überwindet. Hirsch stellt die wesentlichen Kennzeichen der beiden Modelle gegenüber.
Feb 122007
 

Auf seinem Blog „The Forgotten Ways“ schreibt der Autor Alan Hirsch eine Serie über die innere Logik des „Christentums“ (englisch „Christendom“ – das ist der Fachausdruck für die Gestalt, die das Mainstream-Christentum in den letzten 17 Jahrhunderten hatte, seit Konstantin). Ich werde seine Beiträge hier übersetzen bzw. auch mal zusammenfassen für alle, die sowas nicht so gern auf englisch lesen.

Hirschs erster Post vom 9.2.:

Ich habe vor, über die Systemlogik des „Christentums“ zu bloggen (die Systemgeschichte) – wie es auf fundamentale Weise den Bezugsrahmen verschoben hat, innerhalb dessen wir das Evangelium, die Kirche und die Mission verstehen. Deswegen werden die nächsten Blogeinträge einige kritische Beurteilungen mit sich bringen. Dennoch möchte ich vorweg sagen: auch wenn ich überzeugt bin, dass solche Kritik unbedingt notwendig ist, möchte ich doch nicht so verstanden werden, als ob Gott nichts mit den 17 Jahrhunderten zu tun hätte, in denen das Muster des „Christentums“ unsere Vorstellung beherrscht hat.
Auch wenn ich (aus vielerlei Gründen, die noch deutlich werden sollen) kein Anhänger dieses Grundmusters bin, so stehe ich doch nichtsdestoweniger auf seinen Schultern – wie wir alle. Das gilt auch und gerade, wenn ich versuche, ein echt missionales Grundmuster darzustellen. Entsprechend unserer Situation nach dem Sündenfall gibt es auf allen Ebenen menschlicher Erfahrung gute und schlechte Möglichkeiten. Deshalb wollen wir unsere Überlegungen von Demut geprägt sein lassen, wenn wir diese Systemlogik einer gründlichen, rückhaltlosen Untersuchung unterziehen. Das muss aber geschehen, denn ich bin überzeugt: wir werden solange nicht die Freiheit haben, eine echte Erfahrung neutestamentlicher ecclesia zu machen, wie wir nicht das ungebrochene Monopol durchbrechen, das das „Christentum“ mit seinem Grundmuster in unseren Köpfen hat.

Jan 302007
 

Auf dem Sämann-Blog gibt es jetzt deutsche Kurzfassungen zum Buch „The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church“ des Australiers Alan Hirsch. Eine enorm spannende Suche nach dem, was Hirsch den „apostolischen Genius“ der ersten Christenheit nennt: eine Gesamt-Weise, eine Gesamt-Kultur, Kirche zu sein, die es der ersten Christenheit erlaubt hat, mit enormer Dynamik in die Ritzen der Gersellschaft einzudringen und das römische Imperium binnen dreier Jahrhunderte zu unterwandern.

Ich bin sehr auf die weiteren Posts gespannt! Hirsch verspricht, „diese Aspekte des Apostolischen Genius zu beschreiben, indem sie identifiziert, definiert und in unseren westlichen Kontext übersetzt werden.“ Das ist es doch, was wir brauchen, oder?

Wer das Buch lieber im Original lesen möchte, findet es hier.

Der Autor Alan Hirsch hat auch einen Blog unter dem Titel „The Forgotten Ways“, wo man Auszüge und zusätzliche Gedanken findet. Allerdings auf Englisch. Trotzdem, es lohnt sich, z.B. der Beitrag über die innere Logik von Organisationen (zB Kirchen) und die (Un)Möglichkeiten, sie zu verändern. Eine etwas abgespeckte Version, aber auf Deutsch, steht hier.