Feb 152007
 

Übrigens, das Buch „The Forgotten Ways“ wird auch im Blog „Jesus Creed“ von Scott McKnight besprochen (allerdings auf Englisch). Ich gebe kurze Zusammenfassungen der Zusammenfassungen, damit ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr es lesen wollt:

  • Forgotten Missional Ways 1:
    Als Einleitung sechs Kennzeichen, die die frühen Christen und die chinesischen Christen der Gegenwart gemeinsam haben
  • Forgotten Missional Ways 2:
    Aufgrund seiner Praxiserfahrungen stellt Hirsch zwei Modelle von Gemeindeaufbau einander gegenüber: modern gemanagte Veranstaltungs-Großgemeinden [für uns in Deutschland zwar mangels Masse kaum ein realer Weg, aber als Modell sicherlich in vielen Köpfen] und so etwas wie überschaubare Weggemeinschaften, in denen die Beteiligungsquote sehr hoch ist.
  • Forgotten Missional Ways 3:
    Nach Hirsch gibt es weltweit – von den Kirchen nicht wahrgenommen – eine große Gruppe von Christen, die sich außerhalb der Kirchen ansiedeln. Unter ihnen wächst ein neues Modell für die Christenheit heran, das die Begrenzungen des alten „Christentum“-Modells überwindet. Hirsch stellt die wesentlichen Kennzeichen der beiden Modelle gegenüber.
Feb 152007
 

Mit dem Titel seines zweiten Posts zur Systemlogik des „Christentums“ vom 10.2.2007 erinnert Alan Hirsch an die Szene aus dem Film „Matrix“, in der die Hauptfigur Neo das Versprechen hört: „wenn du die rote Kapsel nimmst, führe ich dich in die Tiefen des Kaninchenbaus“. Dies wiederum ist eine Erinnerung an „Alice im Wunderland“. Es geht um die tiefen Grundmuster, um die Geheimnisse unter der Oberfläche, wo die Dinge anders sind, als sie zunächst scheinen.

Wir haben hier bisher den Begriff der kulturellen Distanz sowie der Systemgeschichte/Systemparadigma diskutiert, und nun wollen wir uns näher mit dem Grundmuster beschäftigen, das das „Christentum“ seinem Kirchenbegriff zugrunde legt (die „Patrix„??). Also, wie passen diese Begriffe zum „Christentum“ und unserer gegenwärtigen Situation?

Die Transformation der Kirche von einer am Rande der Gesellschaft angesiedelten Bewegung zu einer zentralen Organisation wurde eingeleitet mit dem Edikt von Mailand (313 n. Chr.)
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Feb 122007
 

Auf seinem Blog „The Forgotten Ways“ schreibt der Autor Alan Hirsch eine Serie über die innere Logik des „Christentums“ (englisch „Christendom“ – das ist der Fachausdruck für die Gestalt, die das Mainstream-Christentum in den letzten 17 Jahrhunderten hatte, seit Konstantin). Ich werde seine Beiträge hier übersetzen bzw. auch mal zusammenfassen für alle, die sowas nicht so gern auf englisch lesen.

Hirschs erster Post vom 9.2.:

Ich habe vor, über die Systemlogik des „Christentums“ zu bloggen (die Systemgeschichte) – wie es auf fundamentale Weise den Bezugsrahmen verschoben hat, innerhalb dessen wir das Evangelium, die Kirche und die Mission verstehen. Deswegen werden die nächsten Blogeinträge einige kritische Beurteilungen mit sich bringen. Dennoch möchte ich vorweg sagen: auch wenn ich überzeugt bin, dass solche Kritik unbedingt notwendig ist, möchte ich doch nicht so verstanden werden, als ob Gott nichts mit den 17 Jahrhunderten zu tun hätte, in denen das Muster des „Christentums“ unsere Vorstellung beherrscht hat.
Auch wenn ich (aus vielerlei Gründen, die noch deutlich werden sollen) kein Anhänger dieses Grundmusters bin, so stehe ich doch nichtsdestoweniger auf seinen Schultern – wie wir alle. Das gilt auch und gerade, wenn ich versuche, ein echt missionales Grundmuster darzustellen. Entsprechend unserer Situation nach dem Sündenfall gibt es auf allen Ebenen menschlicher Erfahrung gute und schlechte Möglichkeiten. Deshalb wollen wir unsere Überlegungen von Demut geprägt sein lassen, wenn wir diese Systemlogik einer gründlichen, rückhaltlosen Untersuchung unterziehen. Das muss aber geschehen, denn ich bin überzeugt: wir werden solange nicht die Freiheit haben, eine echte Erfahrung neutestamentlicher ecclesia zu machen, wie wir nicht das ungebrochene Monopol durchbrechen, das das „Christentum“ mit seinem Grundmuster in unseren Köpfen hat.