Jun 052012
 
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Wright beschreibt, wie vier theologische Themen durch eine bessere Zuordnung von Evangelien und Kreuzestheologie verändert werden. Er vergleicht das mit einer Musikanlage mit vier Kanälen, die in ihrer jeweiligen Lautstärke aufeinander abgestimmt sein müssen, wenn man die Musik gut hören will. Keiner darf zu leise (so dass man ihn überhört) oder zu laut (so dass er die anderen Kanäle übertönt und selbst nur verzerrt rüberkommt) sein. Diese Kanäle sind:

1. Die Geschichte Israels

In der kirchlichen Tradition wurde dieser Kanal oft beinahe ausgeblendet. Im apostolischen Glaubensbekenntnis fehlt Israel völlig. Tatsächlich erzählen aber alle vier Evangelisten die Geschichte Jesu als Höhepunkt und Zielpunkt der Geschichte Israels. Sie wollten deutlich machen, dass die schon verloren geglaubte Geschichte Israel durch Jesus unerwarteter Weise doch eine äußerst hoffnungsvolle Wendung genommen hat. Und zwar eine Wendung, die – obwohl unerwartet – doch die genau passende Wendung ist.

Die Evangelisten unterstreichen das jeder auf seine Weise: Matthäus z.B. durch die Genealogie Jesu gleich am Anfang; Markus beginnend mit dem Rückbezug auf Deuterojesaja schon in Kap. 1; ebenso Lukas, beginnend mit dem Magnifikat in Kap. 1 und endend mit dem Rückbezug auf die Schrift in der Emmausgeschichte in Kap. 24;  Johannes schließlich beginnt sein Evangelium in Kap. 1 mit einem großen Rückblick bis zur Erschaffung der Welt – die ganze Schöpfung erreicht also in Jesus ihr Ziel, und er spricht es am Kreuz aus mit den Worten „Es ist vollbracht“. Dieser Kanal – die Geschichte Israels – muss also eine entschieden höhere Lautstärke bekommen, wenn man die Geschichte Jesu angemessen verstehen will.

Demgegenüber distanzieren sich die späteren gnostischen Evangelien von der Geschichte Israels und erzählen die Geschichte Jesu nicht als Rettung für die Welt, sondern als Rettung von der Welt.

2. Die Geschichte von Israels Gott in der Geschichte Jesu

Dieser Kanal ist – als Reaktion auf die Aufklärung – besonders in der konservativen Fraktion der Christenheit so stark aufgedreht worden, dass er alle anderen Kanäle übertönt und selbst nur verzerrt rüberkommt: ES GIBT EINEN GOTT. UND JESUS IST GOTT. Dabei geht die andere Frage unter: was für ein Gott ist es, und was tut er?

Das besondere Charakteristikum von Israels Gott ist, dass er in seiner Welt unter seinen Menschen wohnen will. Menschliche Rebellion macht ihm das unmöglich, aber er kommt trotzdem zurück. Die ganze Zeit des zweiten Tempels (seit 538 v.Chr.) steht aber im Zeichen der Wahrnehmung, dass Gott noch nicht wieder zu seinem Volk zurückgekommen ist.

Die Evangelien erzählen nun, wie Gott schließlich doch zurückkommt, unter den Menschen seine Herrschaft aufrichtet und ihr Elend teilt: nämlich in Jesus. An vielen Details weisen die Evangelien darauf hin, dass man in Jesu Praxis das Handeln von Israels Gott erkennen soll.  Man braucht also gar keine theologisch-begriffliche Christologie, sondern die Erzählungen der Evangelien erschließen diesen Zusammenhang, aber mit weniger Lautstärke, weniger schrill: In Jesus sollen wir die Gegenwart von Israels Gott sehen, wie er zu seinem Volk kommt und es rettet. Da ist keine Rede von einer Art Superman, sondern ein anteilnehmender Gott wird sichtbar.

3. Jesus und das erneuerte Gottesvolk

Auch der dritte Kanal ist traditionell zu laut eingestellt. In einigen modernen theologischen Traditionen übertönt er sogar alle anderen: die Evangelien werden dort gelesen als Dokumente, in denen sich nur die Reflektionen und Krisen der jungen Kirche widerspiegeln. Solche Worte wurden angeblich Jesus von urchristlichen Propheten aus aktuellem Anlass nachträglich in den Mund gelegt.  Diese Überzeugung verdankt sich zwei Vorentscheidungen, die sich im Lauf der Zeit unter dem Titel  der „kritischen Wissenschaft“ ausbreiteten: zunächst einmal die Überzeugung, dass es Wunder usw. einfach nicht geben könne. Deshalb kann es gar nicht anders sein, als dass die entsprechenden Texte in Wirklichkeit Produkte der Kirche sind. Dazu kam die radikal-lutherische Überzeugung der Bultmannschule, dass der Glaube sich nicht auf historische Fakten stützen dürfe, sondern auf sich selbst stehen müsse. Diese Vor-Urteile haben das angemessene Verständnis der Evangelien schwer behindert.

Allerdings erzählen die Evangelisten ihre Geschichte natürlich in dem Bewusstsein, dass es um die Ereignisse geht, mit denen „unsere Bewegung“ begonnen hat. Aber das bedeutet nicht, dass sie Falsches erzählen. Im Kontext des 1. Jahrhunderts macht die Geschichte Jesu guten Sinn. Aber wenn man ihn aus diesem Zusammenhang reißt, aus ihm einen Morallehrer macht und ihn vor allem als Gründer der Kirche versteht, dann passt es nicht mehr. Ja, die Evangelien sind Gründungsdokumente des erneuerten Gottesvolkes, die auch etwas über den Charakter dieser Bewegung sagen. Aber es war keine Neugründung auf der grünen Wiese, sondern ein Neuansatz im Rahmen des bestehenden Gottesvolkes. Natürlich haben die Evangelisten die Kirche und ihre Mission im Blick. Aber was sie mit Blick darauf sagen, ist fest in der tatsächlichen Praxis Jesu verankert. Wäre es nicht so, wäre die Kirche nur in sich selbst gegründet.

4. Der Konflikt der Reiche

Traditionell zu stark heruntergedreht ist wiederum der Kanal, bei dem es um den Zusammenstoß des Reiches Gottes mit der Herrschaft Cäsars geht. Aber für die ersten Leser der Evangelien war das ein Kontext, den sie immer mitdachten. Es war eine sehr wichtige Frage, wie sich die Nachfolge Jesu und ein Leben im Reich Cäsars zueinander verhielten. Dabei hilft ein Rückblick auf den ersten – ebenfalls zu stark gedämpften – Kanal. Die jüdische Tradition dreht sich immer wieder um die wichtige Frage, wie Gott mit den arroganten Mächten umgehen wird, die sein Volk bedrücken.

Im Horizont dieses Konflikts muss man auch die Evangelien lesen. Von der Geburtsgeschichte bis zum Prozess vor Pilatus (und an vielen Stellen dazwischen) ist der Konflikt zwischen Gott und den Mächten in den Evangelien sehr präsent. Im Umfeld der Aufklärung, die Staat und Kirche trennen wollte und der Israels Religion zu materiell erschien, verbanden sich jedoch unpolitische und un-jüdische Lektüre der Schriften und blendeten diesen Kanal oft ganz aus. Aber es geht bei Jesus darum, dass die Mächte, die die Welt beherrschen, in seiner Kreuzigung überwunden werden. Und das Kreuz ist gleichzeitig das Mittel, durch das Menschen aus der ganzen Welt zu Jesus, und damit zu Israels Gott, gezogen werden. In der Gerichtsszene – eine Konfrontation zwischen Jesus und Pilatus, dem Vertreter des Imperiums – wird gezeigt, wie das Kreuz der Weg ist, auf dem die Mächte der Welt sich selbst in die Lage bringen, von der siegreichen Liebe Gottes überwältigt zu werden. Jesus gab in seinem Tod „Gott, was Gott gehört“ und veränderte damit alles.

Alle diese vier Kanäle (wenn sie richtig aufeinander  abgestimmt sind) wirken zusammen in der Beschreibung der Praxis Jesu als der endgültige Exodus. Es war kein Zufall, dass Jesus das Passafest für seine entscheidende Initiative wählte. Was er dort erreichte, soll nun durch seine Jünger in der Welt implementiert werden. Deswegen weist die Story der Evangelien nach vorne und ist unabgeschlossen.

Immer wieder hat Wright darauf hingewiesen, dass die Aufklärung und ihr Einfluss eine wichtige Rolle beim (Miss)verständnis der Evangelien spielt. Man kann sein Buch auch lesen als eine entschiedene Auseinandersetzung mit aufklärerischem Denken innerhalb der neutestamentlichen Wissenschaft.  Diesem Aspekt wird sich der nächste (und letzte) Post in dieser Reihe widmen.

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Jun 012012
 
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Das Reich Gottes als übergreifender Verständnisrahmen für das Kreuz

Das Reich Gottes, Gottes Königtum auf Erden, ist der Verständnisrahmen auch für die Kreuzigung Jesu. Für die Evangelien gehört der Tod Jesu von Anfang an in die Botschaft hinein, darauf läuft es von Anfang an hinaus, und das wird auch in vielen Details der Evangelienerzählungen deutlich. Sein Tod wird als die endgültige Aufrichtung der Herrschaft Gottes auf der Erde verstanden. Die sühnende Wirkung dieses Todes ist nur eine Unterabteilung in einem viel größeren Zusammenhang, in dem Gott seine Welt wieder in Ordnung bringt. Dass die Christenheit sich weithin auf die Sündenvergebung durch das Kreuz konzentriert hat, ist eine Verkürzung.

Das Ziel der ganzen Geschichte Jesu, von der Inkarnation bis zum Kreuz, ist die Aufrichtung der gerechten Herrschaft Gottes, wie im Himmel so auf Erden. Der Tod Jesu ist nicht sein Scheitern, sondern Jesus wurde gerade durch seinen Tod endgültig zum König der Welt. Im Johannesevangelium zeigt sich das z.B. dadurch, dass die Kreuzigung als „Erhöhung“ bezeichnet wird. Bei Matthäus erfüllt Jesus in seinem Sterben die Weisungen der Bergpredigt.

Damit wird der Tod Jesu zum Augenblick, in dem die Geschichte Israels ihren Höhepunkt erreicht: die Liebe Gottes geht in den endgültigen Kampf mit den Mächten der Welt und überwindet sie. Gerade durch das Leiden wird die Herrschaft Gottes aufgerichtet. Sein Wille geschieht nun auf der Erde so wie im Himmel.

Jesus als neuer Tempel

In jüdischer Sicht gab es schon immer einen Ort, an dem die Sphären von Himmel und Erde sich berührten, ja, wo sie sich überschnitten: das war der Tempel. Er war der Ort von Heilung, Vergebung und Bundeserneuerung. Die Evangelien beschreiben nun Jesus als den Ort, an dem all das passiert. Er war sozusagen ein wandelnder Tempel, darin vergleichbar der beweglichen Bundeslade aus der Wüstenzeit Israels. Gegenüber ihm musste der Tempel samt seinen offiziellen Vertretern weichen.

Für die Nachfolger Jesu ersetzt sein letztes Mahl den Tempel. Dieses erneuerte Passamahl schaut nicht nur zurück auf die Befreiung aus Ägypten, sondern genauso voraus: auf den neuen Exodus, in den Jesus seine Jünger mitnimmt; und damit haben sie aktiv Anteil an dieser neuen Befreiung. Sie sind die königliche Priesterschaft, die die Welt regieren wird, aber nicht mit Liebe zur Macht, sondern mit der Macht der Liebe. Es geht um eine neue Art von Theokratie, die aber keinen Triumphalismus bedeutet, weil in ihrem Zentrum das Mitleiden steht.

Die Aufgabe der Kirche

Die Aufgabe der Kirche ist es deshalb, ein Ort von Gebet und Heiligkeit im Herzen der Welt zu sein: da, wo der Schmerz am größten ist. Diese Form der Herrschaft definiert „Herrschaft“ neu. Sie ist – in Parallele zum Sieg Jesu in seinem Tod – ein Regieren durch teilnehmendes Leiden.

Es ist schade, dass Wright hier wie an anderen Stellen über solche theologischen Wegweiser nicht grundsätzlich hinaus kommt. Er bleibt im Rahmen neutestamentlicher Theologie. Im letzten Teil des Buches beschreibt er zwar eine revidierte Art, wie man mit den Evangelien im Sinn das Glaubensbekenntnis auf neue Art verstehen kann. Aber auch das ist eben noch Theologie. Was es für Gestalt und Praxis der Gemeinde bedeutet, muss letztlich vor Ort erfunden werden.

Wright zeigt im Buch, wie seine Sicht von Reich Gottes und Kreuz Auswirkungen insbesondere für vier strategische Themen hat: für die Einbettung Jesu in die Geschichte Israels, die Bedeutung Jesu für das Gottesbild, die Geschichte der frühen Christenheit und den Konflikt zwischen der Herrschaft Gottes und der Herrschaft Cäsars. Ich werde das im nächsten Post der Reihe beschreiben.

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Mai 292012
 
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Gospels und Creeds – ein problematisches Verhältnis

N.T. Wright hat ein neues Buch geschrieben: „How God became King. The forgotten Story of the Gospels“. Wright geht aus von der merkwürdigen Tatsache, dass die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse (die Creeds) nach der Geburt Jesu sofort die Passion folgen lassen („geboren von der Jungfrau Maria – gelitten unter Pontius Pilatus“) und somit in ihnen das ganze Leben Jesu nicht vorkommt. Damit fehlt ihnen das, was für die Evangelien (die Gospels) zentral ist, nämlich die Botschaft von der siegreichen Gegenwart des Reiches Gottes auf Erden. In den Evangelien ist das Zentralthema, dass Gott – durch das Wirken Jesu – König wird; in den Glaubensbekenntnissen geht es darum, dass Jesus Gott ist. Das ist ein Unterschied. Es gibt eine breite Kluft zwischen „creeds and gospels“.

Das schmälert die Bedeutung der Glaubensbekenntnisse nicht – sie sind eine berechtigte theologische Zuspitzung mit bestimmter Absicht, aber keine vollständige Zusammenfassung des christlichen Glaubens. Zur Botschaft von der Königsherrschaft Gottes auf Erden hat sich die Kirche auf andere Weise bekannt: indem sie die vier kanonischen Evangelien las und nicht die gnostischen Alternativen (wie das Thomasevangelium), die auf ein religiöses Jenseits zielten.

Dennoch wurden die kanonischen Glaubensbekenntnisse im Lauf der Zeit der Rahmen, der das Verständnis der Evangelien bestimmte – und begrenzte. Und so wurde ihre zentrale Botschaft vergessen, nicht nur in einer einzigen Fraktion der Christenheit, sondern in einem weiten Spektrum. Wenn nun ein neues Verständnis dafür anbricht, dass der lebendige Gott seine königliche Herrschaft nicht nur im Himmel ausübt, sondern auf Erden angetreten hat, im Leben und Sterben Jesu – was würde das bedeuten für den Auftrag und die Einheit der Kirche?

Wrights Kernanliegen ist es, Leben und Sterben Jesu als eine Einheit zu sehen. Reißt man beide auseinander, dann ergibt sich entweder – angeblich auf den Spuren der Evangelien – das Bild eines sympathischen jungen Juden, der eine große Bewegung begann, dann aber tragisch scheiterte. Stattdessen kam die Kirche. Oder, andersherum, man konzentriert sich mit den Glaubensbekenntnissen auf die Heilsbedeutung des Todes Jesu und kann mit seinem Leben wenig anfangen (von dem doch die Evangelien so viel erzählen).

Zwei Christentümer

Aus diesen beiden falschen Alternativen entstanden zwei Christentums-Typen: die „kingdom christians“ und die „cross christians“. Die einen verfolgen ihre „social gospel“-Agenda und die anderen ihre „saving-souls-for-heaven“-Agenda. Beide stehen sich misstrauisch gegenüber und denken, dass die anderen am Entscheidenden vorbeigehen. Aber erst wenn die künstlich auseinander gerissenen Gegensätze zusammenfinden, entsteht etwas Größeres als die Summe der beiden Teile. Und das kann geschehen, wenn wir die Story der Evangelien hören, die Reich Gottes (engl. „Kingdom“ – das klingt gleich ganz anders) und Kreuz zusammen sieht.

Wright beschreibt die nahtlose Einbettung der Passion in die Evangelien und in die Geschichte Israels. Der Tod Jesu ist gerade kein Bruch, sondern das Ereignis, auf das die Geschichte Jesu zuläuft. Gleichzeitig ist sie – recht verstanden – auch der Zielpunkt einer Bewegung, die in den Schriften des Alten Testaments angelegt ist. Aber: man muss das erst mal verstehen. Jesus hat sich selbst in diesem Zusammenhang gesehen, aber er hatte schon Mühe, seine Jünger davon zu überzeugen.

Im nächsten Post dieser Reihe werde ich den Zusammenhang von Reich Gottes und Kreuz nach N.T. Wright genauer beschreiben.

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Mai 272012
 
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„Die Macht der Ohnmächtigen (Teil 2)
Neues Testament: Reich Gottes und Kreuz“

Beitrag beim Treffen der Emergenten Initiative Theologie am 18./19.5.2012 in Haiger

Die Macht der Ohnmächtigen – das ist das Thema des diesjährigen Emergent Forums am 30.11.-2.12.2012 in Erlangen.

Die Emergente Initiative Theologie hat sich bei einem Treffen in Haiger schon darauf vorbereitet. Neben einem Beitrag von Peter Aschoff (über die „prophetische Imagination“ im Alten Testament), der leider nicht aufgenommen wurde, habe ich einen Beitrag zum Neuen Testament beigesteuert: Überlegungen zur Frage, warum der Tod Jesu ein Sieg über die imperialen Mächte war und inwiefern das Abendmahl eine Spiritualität des Widerstandes enthält.

Leider ist die Aufnahme zwar verständlich, aber in der Qualität nicht optimal. Beim nächsten Mal denke ich daran, das richtige Aufnahmegerät mitzunehmen.

Link zur Audiodatei

Wer den Beitrag lieber lesen möchte, findet hier eine leicht überarbeitete schriftliche Fassung.

Dez 202011
 

Zu Weihnachten habe ich einen Text von N.T. Wright übersetzt:

Als Jesus geboren wurde, war Augustus schon ein Vierteljahrhundert römischer Herrscher. Als Kaiser regierte er zwischen Gibraltar und Jerusalem und von Britannien bis zum Schwarzen Meer. Er hatte erreicht, was in den letzten zwei Jahrhunderten zuvor keinem gelungen war: er brachte der großen römischen Welt Frieden. Aber es war Frieden, für den ein Preis bezahlt werden musste. Die Kosten dafür übernahmen Menschen in weit entfernten Ländern.

Augustus »brachte Frieden, soweit er im Interesse des Imperiums und seines persönlichen Ruhmes lag« schrieb Arnaldo Momigliano. Da haben wir es in einem Satz: die ganze zwiespältige Struktur menschlicher Macht. Ein Reich mit absoluter Macht, das seinem ober­sten Repräsentanten Ruhm bringt und Frieden denen, denen er seine Gunst gewährt.

Ja, sagt Lukas, und nun achte darauf, was passiert! Dieser Mann, der Kaiser, der absolute Monarch winkt in Rom mit dem kleinen Finger, und in einer Entfernung von 1500 Meilen, in einer merkwürdigen Provinz geht ein junges Paar auf eine gefährliche Reise. Das Ergebnis ist die Geburt eines Kindes in einer kleinen Stadt, die zufällig genau die ist, die in den alten jüdischen Weissagungen über den kommenden Messias erwähnt worden ist. Und ausgerechnet bei dieser Geburt singen die Engel von Ruhm und Frieden. Was ist hier das Original, und was ist die Parodie?

Hier müssen wir einen Augenblick innehalten, denn die Passage in Micha 5, die Lukas in unserer Erinnerung aufrufen will, ist wohl bekannt, aber wenig beachtet: »Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll.« Leider wird häufig die Fortsetzung dieses Satzes weggelassen, wenn die Passage öffentlich vorgelesen wird. Dabei wird hier ein Projekt begonnen, das Augustus erschrecken müsste: »Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde.« Und dann geht es weiter (v. 4): »Und er wird der Friede sein.«

Wie soll dieser Friede gesichert werden? Dieser zukünftige König, geboren im Bethlehem in Judäa, wird sein Volk retten aus der Hand fremder Eroberer. In Michas Tagen waren das die Assyrer; aber die Leser des Lukas werden an Rom gedacht haben. Und Lukas wird gehofft haben, dass zukünftige Generationen es genauso auf ihre aktuellen Herausforderungen übertragen würden. Herodes war beunruhigt von der Botschaft der Weisen. Hätte jemand Augustus erzählt, was die Engel den Hirten verkündigten, dann wäre er ebenfalls unruhig geworden.

Auf einmal ist die Geschichte des Lukas gar keine romantische Schäferszene mehr. Keine rustikalen Hirten, die dem kindlichen König Tribut zollen. Stattdessen wird daraus eine programmatische Beschreibung zweier Reiche, die im Kampf miteinander liegen werden. Zwei Reiche, die eine fundamental unterschiedliche Auffassung davon haben, was mit Frieden und Macht und Herrlichkeit gemeint ist.

Da ist der alte Kaiser in Rom. 60 Jahre alt wird er zur Zeit der Geburt Jesu. Er repräsentiert vielleicht das Beste, was heidnische Reiche tun können. Wenigstens weiß er, dass Frieden und Stabilität etwas Gutes sind. Unglücklicherweise musste er viele Menschen töten, um beides zu erreichen. Und noch mehr musste er töten, um beides zu erhalten – immer wieder. Unglücklicherweise geht es ihm in erster Linie um seinen Ruhm. Schon zu seinen Lebzeiten begannen viele seiner Untertanen ihn zu vergöttlichen.

Da ist auf der anderen Seite der junge König in Bethlehem, auf dessen Kopf von Anfang an ein Preis ausgesetzt ist. Er verkörpert die gefährliche Alternative, die Möglichkeit eines anderen Reiches, eine andere Macht, eine andere Herrlichkeit, einen anderen Frieden. Beide stehen einander gegenüber.

Das Imperium des Augustus ist wie ein hell beleuchtetes nächtliches Gemach mit wundervoll arrangierten Lampen. Sie zeichnen schöne Muster, aber sie können die Finsternis außerhalb des Raums nicht vertreiben. Das Reich Jesu ist wie der Morgenstern, der aufgeht und verkündet, dass es nun Zeit ist, die Kerzen zu löschen, die Vorhänge zur Seite zu ziehen und den kommenden neuen Tag zu begrüßen. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden unter allen, auf denen sein Wohlgefallen ruht!

Diese Konfrontation der beiden Reiche ist sichtbar am Ende des Johannesevangeliums, wenn Pilatus zwei Fragen an Jesus richtet: weißt du nicht, dass ich die Macht habe, dich zu töten? Und: was ist Wahrheit? Das ist die Sprache von Königsmacht und Herrlichkeit, wie die Welt sie kennt. Beachte, wie die beiden Fragen zusammen passen: damit das heidnische Imperium sagen kann »unterstütze mich, oder ich töte dich!«, muss es gleichzeitig behaupten, so etwas wie Wahrheit gäbe es nicht. Und falls jemand nicht nur von der Wahrheit spricht, sondern sie lebt, hat die heidnische Herrschaft keine andere Wahl als ihn zu töten.

Jesus antwortet darauf, indem er Pilatus ruhig daran erinnert, dass alle Macht nur von oben verliehen ist, und indem er einfach weitermacht mit seiner Aufgabe, die Wahrheit zu sein – indem er weiterhin die Liebe Gottes zur Rettung der Welt verkörpert. Die lukanische Botschaft vom Krippenkind übertrifft auch die besten heidnischen Imperien. Sie führt uns zu einer völligen, radikalen Neudefinition von Wahrheit, Frieden und vor allem von Herrschaft, Macht und Herrlichkeit.

Jesus kam als das Kind von Bethlehem, als der Friedefürst. Aber Jerusalem verweigerte sich seinem Weg des Friedens und wählte stattdessen den Weg des Schwertes, der – wie Jesus zu Petrus sagte – nur zu einem Ergebnis führen konnte. Der erwachsene Jesus verkörperte die Botschaft, die die Engel zu seiner Geburt sangen; aber als er zu seinen Leuten kam, nahmen sie ihn nicht auf.

Noch einmal ging ein Gebot vom Kaiser aus, das einen entscheidenden Effekt in 1500 Meilen Entfernuing haben sollte: Rebellenkönige sind zu kreuzigen. „Wenn du den laufen lässt,“ sagte der Hohepriester zu Pilatus, „dann bist du kein Freund des Kaisers.“ Und das war dann der Weg, wie die alten Verheißungen Wirklichkeit wurden, wie die Herrlichkeit des Herrn für alles Fleisch offenbart wurde: ein junger Jude, der mit Tränen in den Augen über den Ölberg ritt, die Händler aus dem Tempel trieb und auf Geheiß der kaiserlichen Macht starb. Und wieder will Lukas, dass wir verstehen, wie die Engel Gottes Herrlichkeit preisen, weil nun endlich der Weg des Friedens offen steht. Das ist die endgültige Neudefinition von Herrschaft, Macht und Herrlichkeit. Die kaiserlichen Planungen im Interesse seiner Herrlichkeit wurden von Gott verwandelt: durch sie wurde das wahre Reich errichtet.

Wenn Jesus der wahre König der Welt ist, dessen Herrschaft Macht und Ruhm neu definiert, so dass sie nun in der Krippe, am Kreuz und im Garten Gethsemane zu sehen sind, was bedeutet dann die Vaterunserbitte »Dein Reich komme«? Es ist die Bitte, dass dieses Reich, diese Macht und dieser Ruhm in der ganzen Welt erkennbar sein möge. Es reicht nicht aus (obwohl es der entscheidenden Einstieg ist), dass wir uns in unserem eigenen Leben Gottes alternativer Reichs-Vision verschreiben. Wir müssen beten und arbeiten, dass diese Vision Wirklichkeit wird und die Herren dieser Welt mit dem Anspruch ihres rechtmäßigen Königs konfrontiert werden. Wir können nicht das Vaterunser beten und uns gleichzeitig mit der Macht und dem Ruhm Caesars arrangieren. Wenn die Kirche nicht bereit ist, die Reiche der Welt mit dem Reich Gottes zu unterwandern, sollte sie lieber aufhören, das Vaterunser zu beten.

Ein Auszug aus N.T. Wrights Buch „The Lord and His Prayer“ (1997)

Okt 272011
 

Unter dem Titel „Ein Gott – ein Recht – eine Welt“ denkt Klara Butting nach über das grundlegend Neue der Sinaierfahrung. Dazu heute das erste der angekündigten Zitate aus „Hier bin ich. Unterwegs zu einer biblischen Spiritualität“ (15f):

Im Konzentrationslager Bergen-Belsen hat Abel Herzberg über die Spiritualität des Judentums und die Spiritualität des Nationalsozialismus nachgedacht. Letztere charakterisiert er als als einen Glauben an den ewigen Kampf, in dem die Macht, die siegt, das Recht setzt. „Sein und Werden (sind hier) ein ewiger Kampf zwischen Macht und Macht, Mächten, die im Prinzip in unbegrenzter Anzahl existieren. Und was ist letztlich Sitte und Recht? Die Macht, die siegt. Wer der Stärkste ist und dies zu beweisen vermag, der hat Recht. Und wer die Herrschaft zu erobern versteht, hat auch das Recht dazu“. Diese Spiritualität der Macht hasst das Judentum, weil hier immer wieder die peinliche Frage gestellt wird: „Ist es erlaubt?“. Denn zentral für den jüdischen Glauben ist das Bekenntnis „Gott ist Einer“, das – so Herzberg – „identisch ist mit der Forderung nach einer einzigen Ethik“. […]

Was hier [durch die Gesetzgebung am Sinai] passiert, ist im altorientalischen Kontext singulär. Denn normalerweise setzt der König das Recht. Königliche Erlasse sind die gebräuchliche Rechtsform. In der Bibel haben wir es jedoch mit einer Gottheit zu tun, die über dem König und über der königlichen Gesetzgebung steht. Die biblische Erzählung entmachtet den König. Er und mit ihm alle politischen und geistlichen Autoritäten werden an das Recht gebunden und dem Recht untergeordnet, das verstanden wird als vor dem Staat entstanden und über den Staat gesetzt.

Zwei Gedanken dazu:

  1. Auch in unseren Tagen ist die „Spiritualität der Macht“ nicht unbekannt: Inzwischen ist es die Macht der Märkte, die – in diesem Denken – letztlich immer Recht hat. Wer sich am Markt durchsetzt, hat Recht. Diese Spiritualität der Macht dürfte der tiefste Grund für die Hilflosigkeit sein, die die Völker Europas und ihre Repräsentanten in diesen Tagen gegenüber dem Angriff der gebündelten Kapitalströme zeigen.
  2. Wer in einer frommen Umgebung geprägt worden ist, hat die Frage „ist es erlaubt?“ oft vor allem als individuelle Gewissensfrage erlebt. Nicht wenige reagieren deshalb inzwischen allergisch auf diese Frage – manchmal sehr direkt, manchmal in theologisch verklausulierter Form. Die Gedanken, die Butting im Anschluss an Abel Herzberg formuliert, könnten eine Hilfe sein, das eigentliche Anliegen der Frage „Ist es erlaubt?“ wiederzugewinnen und das Kind nicht weiter mit dem Bade auszuschütten.
Jan 062011
 

„Erlösung aus der Sklaverei“ ist der Titel einer „Biblischen Theologie im Dienst der Befreiung“, die der Theologe Dick Boer (geb. 1939) in der Edition ITP-Kompass herausgebracht hat. Boer steht in der Tradition der „Amsterdamer Schule“ der Theologie. Diese Auslegungstradition orientiert sich stark an den alttestamentlichen Grundstrukturen biblischen Denkens. So erinnert manches in seinem Buch an das „Biblische ABC“, das Kornelis Heiko Miskotte 1939/41 im Widerstand gegen die nationalsozialistische Besetzung der Niederlande entwickelte. Auch das „Biblische ABC“ wollte so etwas wie eine grundlegende Sprachlehre des Glaubens sein.

Boers Interesse ist es, die biblischen Grundstrukturen und -worte so in heutige Sprache zu übersetzen, dass ihr Anliegen gewahrt bleibt. Mit „Biblischer Theologie“ ist hier also nicht eine zeitlose Erhebung biblischer Gedanken gemeint, sondern die Suche nach der angemessenen Übertragung gehört immer schon dazu:

Biblische Theologie ist der Versuch, die ‚Sprache der Botschaft‘ zu ‚aktualisieren‘. Sie ist eine Übersetzungsarbeit auf der Suche nach einer Sprache, die Verständnis hat für das, was die Welt von heute bewegt, zugleich aber ‚bewahrt‘, was die biblische Sprache in Bewegung gebracht hat.

Auf der Suche nach einer angemessenen Sprache wird Boer fündig bei der Sprache der linken Arbeiterbewegung, „jener modernen Befreiungsbewegung, die sich getraut hat, den vom Befreier-Gott initiierten Exodus als Perspektive menschlichen – allzu menschlichen – Handelns auf ihre Kappe zu nehmen“. So kommt er zum Buchtitel „Erlösung aus der Sklaverei“:

Die Losung ‚Erlösung aus der Sklaverei‘ ist die Übersetzung der biblischen Botschaft des Exodus aus der Sklaverei in Theorie und Praxis einer modernen Befreiungsbewegung.

Mit „Sprache“ ist hier einerseits die ganze Vorstellungswelt gemeint, die sich in einer bestimmten Begrifflichkeit ausdrücken lässt. Andererseits ist es aber durchaus auch die Terminologie selbst, die sich nicht beliebig neu erfinden lässt. Beispielsweise sind es Begriffe wie das ‚real existierende‚ Israel, das ‚Absterben des Staates‚ oder die ‚Mühen der Ebene‚, die aus der linken Begrifflichkeit übernommen werden und erstaunlich gut passende Mosaiksteine im Gesamtbild einer Biblischen Theologie ergeben. Oder eben auch das Verständnis Israels und der Christenheit als ‚Befreiungsbewegung‚.

Die Aufnahme dieser Sprache ist also kein aktualisierender Gag, keine billige Provokation, auch keine (diesmal „linke“) Anbiederung an den Zeitgeschmack, sondern eine Notwendigkeit, die aus der Sache selbst kommt. Boer erwägt quasi als Gegenprobe, in welcher Sprache sich heutige biblische Theologie vielleicht auch noch ausdrücken könnte: in der Sprache der Reformation (die auf die Sündhaftigkeit des Menschen und seine Begnadigung konzentriert ist), in einer eher existenzialistischen Sprache (die die reformatorische Sprache zur Sinnfrage modernisiert) oder in einer religiösen Sprache (die ein Hinweis auf das unaussprechliche Geheimnis der Welt ist)? Boers Einwand ist, dass in diesen Begrifflichkeiten das zentrale biblische Anliegen der Erlösung aus der Sklaverei nicht (ausreichend) zur Sprache kommt:

Erst von dieser Erlösung aus der Sklaverei her kann auch biblisch von der Gnade, der Sünde und der Sinnfrage gesprochen werden: die Gnade, die dem Sklavenvolk widerfährt, wenn sich überraschend die Möglichkeit seiner Befreiung öffnet; die Sünde, die darin besteht, dass es den Weg der Befreiung aufgibt; die verzweifelte Frage nach dem Sinn des ganzen Unternehmens, die die Hoffnung auf sein Gelingen zu töten droht. Wer diese Auffassung von Gnade, Sünde und Sinn für ‚reduktionistisch‘ hält, sollte sich fragen, ob nicht die Bibel in dieser Beziehung tatsächlich reduktionistisch ist. Ich meine jedenfalls, dass es der Eigensinn der Bibel ist, das Problem des Menschen auf seine Erlösung aus der Sklaverei zu reduzieren. Aber was heißt hier Reduktion, wenn diese Erlösung bedeutet: alle Tränen abgewischt, kein Tod mehr, die Schinderei für immer zu Ende (Offb. 21,4)?

In dieser reflektierten Entscheidung für eine bestimmte „Sprache“ wird sichtbar, wie die Möglichkeiten der Sprachwelt, in der einer (oder eine Diskussionsgemeinschaft) sich unreflektiert bewegt, immer schon den Rahmen für die möglichen Inhalte setzt. Es geht Boer aber um keine willkürliche Wahl, sondern darum, in welcher heutigen Sprachwelt sich das biblische Denken am angemessensten ausdrücken lässt.

Das Problem ist nicht so sehr falsche oder reduzierte Auslegung (die richtet natürlich auch Schäden an), sondern eine kirchlich-theologische Sprachwelt, die das Thema der Erlösung aus der Sklaverei systematisch draußen hält. Selbst wenn es beim Schreibenden/Redenden noch drin ist, fällt es spätestens beim Leser/Hörer durchs Raster. Dumm nur, dass dabei ausgerechnet das zentrale geschichtliche Bekenntnis Israels (5. Mose 26,8) und das 1. Gebot („Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe“ ), also auch die Grundlage des christlichen Glaubens, auf der Strecke bleibt. Ein Wunder, dass so ein weichgespültes Bezugssystem manchmal auch noch anderes als eine windelweiche Kirche hervorbringt.

Sep 152010
 

Die neue Perspektive auf Paulus bewegt schon länger die Theologie, vielleicht mehr im englischsprachigen Raum als bei uns. Neben Krister Stendahl, E.P. Sanders und James Dunn ist hier insbesondere N. T. Wright, der (inzwischen ehemalige) anglikanische Bischof von Durham zu nennen. Kurz gefasst geht es um die Frage, ob die reformatorische Paulusinterpretation korrigiert werden muss, weil hier die Gegner des Paulus falsch dargestellt worden sind (das Judentum als Gesetzesreligion, deren Anhänger sich durch eigene Leistung die Gnade Gottes erwerben möchten). Diese Sicht tut den jüdischen Zeitgenossen des Paulus Unrecht und verfälscht seine eigene Position – so die Vertreter der new perspective. Denn wenn die Fragestellung des Paulus gar nicht die war, mit der Luther sich herumgeschlagen hat („wie kriege ich einen gnädigen Gott?“), dann kann man auch seine Antworten nur falsch verstehen, wenn man sie mit dem reformatorischen Ohr hört.

Diese neue Sicht auf Paulus wäre natürlich ein Bruch mit einer jahrhundertealten theologischen Tradition – und damit gut reformatorisch. Kein Wunder, dass es (wie gesagt, vor allem im englischsprachigen Raum) heftige Diskussionen gibt. Auf die Kritik (insbesondere von John Piper) hat Wright im vergangenen Jahr geantwortet mit seinem Buch „Justification. God’s Plan and Paul’s Vision„. In seiner Einführung macht er deutlich, dass es hier nicht um einige exegetische Spezialfragen geht, sondern um einen grundlegenden Neuansatz des theologischen Denkens.

Wright beschreibt folgende gedachte Szene: ein guter Freund hat durch irgendeinen unglücklichen Umstand nicht mitbekommen, dass die Erde um die Sonne kreist. Zufällig stößt du im Gespräch darauf und erklärst ihm unter Zuhilfenahme von Teetassen, Tellern, Schemata und astronomischen Büchern die kopernikanische Entdeckung, dass die Erde nicht im Mittelpunkt des Weltalls steht, sondern um die Sonne kreist. Der Freund ist bestürzt und kann es gar nicht glauben.

Mit diesem Bild macht Wright deutlich, um was es hier geht und warum es so heftige Kritik gibt. Immerhin stehen hier theologische Selbstverständlichkeiten auf dem Spiel, die seit dem Mittelalter fast von allen Theologen, von rechts bis links, geteilt wurden. Ich gebe hier ein längeres Zitat von Wright (Justification, S. 7-8) wieder, um den Stellenwert dieser Frage zu beschreiben:

Das theologische Äquivalent für die Vorstellung, die Sonne drehe sich um die Erde, ist der Glaube, dass es in der christlichen Wahrheit immer nur um mich und meine Rettung geht. Ich habe in den letzten Wochen Dutzende von Büchern und Artikeln zum Thema Rechtfertigung gelesen. Durchgehend sind die Verfasser, aus einer Vielzahl von theologischen Richtungen, davon ausgegangen und haben als selbstverständlich vorausgesetzt, die theologische Zentralfrage sei „was muss ich tun, um gerettet zu werden?“ oder (in Luthers Formulierung): „wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“, oder „wie komme ich in die richtige Beziehung zu Gott?“.

Bevor es nun böse oder erschrockene Reaktionen gibt: ich möchte nicht missverstanden werden – das persönliche Heil ist ungeheuer wichtig. Gott persönlich zu kennen im Gegensatz zu einem rein intellektuellen Zugang zu ihm ist eine Herzenssache jeden christlichen Lebens. Zu entdecken, dass Gott gnädig ist, und eben kein Bürokrat oder Tyrann, ist die gute Nachricht, die uns immer wieder überrascht und beflügelt. Aber wir sind nicht der Mittelpunkt des Universums. Gott kreist nicht um uns. Wir kreisen um ihn. Aus unserer Perspektive mag es so aussehen, als seien „ich und meine Rettung“ das Ein und Alles des christlichen Glaubens. Leider haben viele – viele hingegebene Christen! – diesen Weg gepredigt und gelebt. Und das Problem beschränkt sich nicht auf die Kirchen der Reformation. Es geht zurück auf die westliche Kirche des Mittelalters, es betrifft und schwächt gleichermaßen Katholiken und Protestanten, Liberale und Konservative, Hochkirchler und Volkskirchler. Aber eine Lektüre der Bibel in ihrer Gesamtheit ergibt eine andere Story:

Gott schuf Menschen für einen bestimmten Zweck: nicht einfach für sich selbst, nicht einfach, damit sie in einer Beziehung zu ihm leben könnten, sondern um durch sie, seine Ebenbilder, seine weise, freuden- und segensreiche Ordnung in der Welt aufzurichten. In der Schlussszene der Bibel, im Buch der Offenbarung, geht es nicht darum, dass Menschen „in den Himmel kommen“, um dort in einer engen und intimen Beziehung mit Gott zu leben. Es geht stattdessen darum, wie der Himmel auf die Erde kommt. Die persönliche Beziehung zu Gott, die dort tatsächlich im großen Bild vom neuen Jerusalem verheißen und gefeiert wird, mündet sofort in ein weiteres Ausgreifen, eine weitergehende Heilungskraft: der Strom mit dem Wasser des Lebens, der in der Stadt entspringt; und der Baum des Lebens, der dort aufwächst, und dessen Blätter den Völkern Heilung bringen.

Was gegenwärtig zur Debatte steht, ist nicht einfach das Feintuning von Theorien darüber, was nun genau bei der „Rechtfertigung“ geschieht. […] Sondern der eigentliche Punkt ist meiner Meinung nach, dass das ewige Heil von Menschen – obwohl es natürlich für diese Menschen äußerst wichtig ist – Teil eines größeren Zusammenhanges ist. Gott rettet uns vom gestrandeten Schiff dieser Welt; nicht, damit wir uns nun zurücklehnen und in seiner Gesellschaft die Beine hochlegen, sondern damit wir ein Teil seines Plans werden, die Welt zu erneuern. Wir kreisen um Gott und seine Ziele, nicht andersherum. Hätte die Reformation sich an den Evangelien ebenso abgearbeitet wie an den Briefen, dann wäre diese Verwechslung nie geschehen. Aber sie ist geschehen, und wir müssen uns dazu verhalten. Die Erde, und wir mit ihr, kreist um Gottes Sonne und seine Vorhaben für den ganzen Kosmos.

Hier geht es also nicht um neue Antworten auf alte Fragen, sondern um eine grundlegend andere Fragerichtung. Viele alte Streitpunkte sehen in dieser Perspektive ganz anders aus, neue Aufgaben kommen dazu. Die Kirchen würden sich nicht nur in ihrer Theologie, sondern in ihrer ganzen Sozialgestalt und ihrer Praxis grundlegend ändern, wenn diese Erkenntnisse auf breiter Basis rezipiert werden. Kein Wunder, dass heftig diskutiert wird.

Aug 122009
 

Übersichtsseite mit allen Posts zum Buch und den Kontemplativen Übungen

Immer wieder bin ich gefragt worden, wie diese Übungen eigentlich mit dem christlichen Glauben zusammenpassen – manchmal aus echtem Interesse, manchmal vorwurfsvoll und angriffig. Und in der Tat will ich ja auch verstehen, worum es dabei eigentlich geht. Nach inzwischen bald acht Monaten theoretischem und praktischem Sich-Einlassen auf die Übungen sieht meine Deutung so aus:

Es geht bei den Übungen um Wüstenerfahrung. Die Wüste steht für eine Situation, in der Menschen einerseits schutzlos, andererseits in eine Leere versetzt sind: kaum Ablenkungen, wenig bis keine Kommunikation, fern von Kultur und Zivilisation. Ein Großteil der Hilfsmittel, mit denen wir uns das Leben leichter machen, fällt weg. Das Gedankenkarussell im Kopf bekommt von außen keine neuen Anstöße.

In der Bibel ist die Wüste ein Ort, an dem sich Gott und Mensch auf unerwartete Weise intensiv begegnen: Mose am Dornbusch, Israel am Sinai, Elia am Horeb, Johannes der Täufer und Jesus in der Wüste am Jordan, wahrscheinlich auch Paulus in Arabien (Gal. 1,17). Anscheinend ist die ungeschützte, auf das Einfache reduzierte Umgebung der Wüste besonders geeignet für tiefgreifende geistliche Erfahrungen. Und geistliche Übungen sind ein Stück Wüste im Alltag.

Deshalb sind geistliche Übungen fast immer Akte der freiwilligen Reduktion. Fasten sowieso, aber oft geht es auch um geistige Reduktion: Konzentration auf einen Gedanken, ein Wort, ein Bild, den Atem, die Natur. Gleichzeitig freiwilliger Verzicht auf Hilfsmittel, die mit schneller Erleichterung versorgen: Süßigkeiten, TV, oberflächliche Gespräche und Gedanken; aber auch Distanz zum Strom der Gedanken, Fantasien und Pläne, mit dem wir die Illusion aufrechterhalten, wir hätten die Welt im Griff.

Diese Reduktion soll eine Leere schaffen, die Gottes Geist ausfüllen kann. Das ist eine neue Sichtweise: Wir müssen Gottes Geist nicht mühsam herbeibitten, sondern wir müssen aufhören, ihn durch unser prall gefülltes Leben zu verdrängen. Gerade der unaufhörliche Gedankenstrom, den wir in uns tragen, ist ein direkter Ausfluss des Sündenfalls: wer sein will wie Gott, muss an alles denken. Er hat Sorgen im weitesten Sinn. Da ist kein Platz mehr für den echten Gott. Jesus wusste, warum er vor den Sorgen warnte.

Direkt bekämpfen kann man diesen Gedankenstrom nicht. Das würde ihn erst recht stärken. Aber man kann die Aufmerksamkeit von ihm abziehen, ihm den Brennstoff nehmen. Man kann die äußeren Anlässe reduzieren.

Was wird nun aber diesen leeren Raum füllen, der in den Übungen entsteht? An dieser Stelle bestehen in christlichen Kreisen viele Esoterikängste. Geistliche Übungen gibt es ja in vielen Religionen. Fasten z.B. tun nicht nur Christen. Welchen Einflüssen setzen wir uns dabei aus?

Ich bin bisher zu einer dreifachen Antwort auf diese Frage gekommen:

  • Erstens trägt die Methode in sich tatsächlich grundlegende Wertentscheidungen: sie macht uns in unserem Lebensgefühl weniger abhängig von oberflächlichen Tröstungen, von der Ausbeutung anderer und eben von der Scheinsicherheit der Sorgen. Sie weicht Schutzpanzer auf, mit denen wir Gott abblocken. Wenn andere geistliche Strömungen das auch gut finden: um so besser für sie.
  • Zweitens hängt die Art der Füllung des leeren Raumes, der bei bei der Übung entsteht, von dem Gegenstand ab, auf den man die Aufmerksamkeit stattdessen konzentriert. Deshalb richten sich christliche Aufmerksamkeitsübungen auf Gegenstände oder Symbole, die Gott widerspiegeln oder repräsentieren: die Natur (einschließlich des eigenen Körpers), ein Kreuz, eine Ikone, den Namen Jesu. Deshalb ist es auch richtig, diese Zeit ausdrücklich Gott zu widmen und den Heiligen Geist einzuladen.
  • Drittens wird bei den Übungen an die Oberfläche kommen, was in einem Menschen schon längst drin ist. Ein Christ wird deshalb auch bei diesen Übungen von seiner religiösen Grundhaltung (einschließlich seiner Verortung in einer der verschiedenen Fraktionen des Christentums) geprägt sein.
    Er wird aber in dieser Zeit möglicherweise auch mit dem Dunklen konfrontiert werden, das er in sich trägt. Der Heilige Geist führte Jesus in die Wüste, damit er sich mit dem Satan auseinandersetzte – auch wenn der in diesem Fall nicht von innen, sondern von außen kam.

Dieses Dunkel in einem Menschen mit dem Licht zusammen zu bringen ist ein weiterer Effekt der Übungen. Jalics nennt das die „Bereitschaft, Unerlöstes an sich heranzulassen und sich nicht dagegen zu wehren„. Das ist mit Schmerz verbunden, aber so „kann es von Christus aufgenommen und erlöst werden.“ Voraussetzung ist also, dass Jesus durch den Heiligen Geist schon in uns wohnt und dann, wenn wir ihm Freiheit dazu geben, sein heilendes Werk in uns tun kann: nicht ohne uns, aber nicht unter unserer Kontrolle. Dies ist ein dem Zungenreden (Glossolalie, Sprachengebet oder wie man es nennen will) vergleichbarer Prozess.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Äußerung Jesu über das Fasten in Markus 2,19-20: So lange Jesus bei den Jüngern ist, können sie auf geistliche Übungen verzichten – die sind schließlich kein Selbstzweck. Passend dazu brauchte das Zungenreden in den ersten Gemeinden keine vorbereitenden Übungen. Die Präsenz des Heiligen Geistes war auch ohne sie stark genug. Aber Jesus kündigt schon in Markus 2,20 eine Zeit an, in der geistliche Übungen wieder dran sind. Und so taucht in Apostelgeschichte 13,2 die Übung des Fastens als Vorbereitung auf den Empfang des Geistes wieder auf.

Nov 292008
 

In Erlangen ist gerade Emergent Forum. Ich wäre gern hingefahren, aber das geht gerade nicht. Zum Glück kann man auch aus der Ferne beim Lifeblogging miterleben, was da so in Impulsen und Arbeitsgruppen läuft. Toll! Aber dabeigewesen wäre ich trotzdem gern, allein schon wegen dem augenscheinlich leckeren Essen.
Auf dem Lifeblog fielen mir aber immer wieder schöne Zitate auf, die es verdienen, nicht einfach im Stream unterzugehen.
Hier will ich ein paar davon festhalten:

Das Patriarchat ist eine Folge des Sündenfalls und nicht die Schöpfungsordnung. Die Erlösung durch Jesus bedeutet Überwindung des Patriarchats. Gemeinde ist etwas vollkommen Neuartiges, ein Vorgeschmack auf den Himmel. Gemeinde ist weder patriarchalisch noch matriarchalisch strukturiert, sondern Frauen und Männer arbeiten zusammen und ordnen sich einander unter.

Aus dem Missverständnis, dass experimentelle Formen keine Leitung bräuchten, ergibt sich ein Leitungsvakuum. In dieses Vakuum springen, aus patriarchalischer Gewohnheit, die Männer.
(Christina Müller ht DoSi)

Stell dich dumm, dann wirst du nicht zur Verantwortung gezogen.
Sei lieb, dann wirst du geliebt.
Kritisiere nicht, dann wirst du nicht kritisiert.
Beschuldige dich selbst, dann wirst du nicht beschuldigt.
(Christina Müller ht DoSi)

1. Männer haben das Recht, mit Frauen zusammenzuarbeiten. Männer haben die Pflicht, Frauen zu dieser Zusammenarbeit zu ermutigen und die üblichen Ausreden von Frauen als verinnerlichte Sexismen zu enttarnen. Männer haben die Pflicht, Frauen Platz zu machen.
2. Frauen haben das Recht, mit Männern zusammenzuarbeiten. Frauen haben die Pflicht, Männer zu ermahnen, wenn diese die von Frauen verinnerlichten Sexismen zur Sicherung der eigenen Macht aufrechterhalten und verstärken. Frauen haben die Pflicht, sich gegenseitig auf subtile sexistische Mechanismen hinzuweisen und den patriarchalischen Lügen biblische Wahrheiten entgegenzuhalten.
(Christina Müller ht haso)

In der Urchristenheit hatten Frauen einen viel höheren Wertstellung als in der übrigen Gesellschaft. Warum ist das in unseren Gemeinden gerade andersrum?
(Peter ht DoSi)

Es müssen sich manchmal erst die Verhältnisse ändern, damit sich das Denken ändert.
(Christina Müller ht Hufi)

Ich glaube, der Unterschied zwischen den Persönlichkeiten ist größer als der zwischen den Geschlechtern.
(Peter)

spätantike war postmoderne ohne strom
(onkelhenni via twitter)

In der Welt stoßen wir überall auf Gottes Spuren, der sich nicht aus ihr zurückgezogen hat. …
Wie wird man den Juden ein Jude, wenn man sich nicht auf ihn einlässt und von ihm nichts lernen will? Wir müssen mit den Menschen einen Dialog eingehen. …
Eine Welt, die von patriarchalen Strukturen besetzt ist, ist eine korrumpierte Welt. Wir werden das Problem zwischen Mann und Frau nie lösen, wenn wir dem Teufel nicht Widerstand leisten.
(Johannes Reimer ht DoSi)
Jesus ist der Weg. Aber ein Weg ist da, um zu gehen. Nicht zu stehen. Oder Denkmäler zu bauen.
(Johannes Reimer ht Kerstin)
Ich finde in dieser Welt überall Menschen, die sich um die Umgestaltung der Welt in diesen Shalom kümmern, die keine Christen sind. …
Zugleich muss man aber auch ganz klar Stellung beziehen – unser Kampf ist nicht mit Fleisch und Blut. … Wir haben nicht mit einem Gottesprinzip und auch nicht mit einem Satansprinzip zu tun, sondern mit Mächten und Gewalten, die auch personal tätig werden
(Johannes Reimer ht Björn)
Darüber hinaus dürfen wir die personalen Mächte und Kräfte nicht vernachlässigen, ihnen direkt widerstehen und nicht nur ihre Ergebnisse bekämpfen.
(Johannes Reimer ht DoSi)

Im bürgerlichen Kontext ist das Wohlstandevangelium ein Missverständnis des Evangeliums, unter Armen nicht.

Haso erzählt davon, dass Gebete, bei denen „Geister über Kreuzberg“ gebrochen werden sollten, keine Wirkung zeigten, aber die Beter eben auch Vorstadtchristen waren, die mit Kreuzberg nicht in Touch waren. Bis Christen ihre Gebetsveranstaltung auf das säkulare Myfest in Kreuzberg verlegten. Das war am Anfang vielleicht noch nicht vollständig kontextualisiert, aber nach einiger Entwicklung…

Charismatische Frömmigkeit in ein anderes Setting hineinbringen und auch für Nichtchristen offen halten, verhilft ihr zu einer sinnvollen Existenz.

Glaubensentwicklung verläuft nicht linear. In der Praxis charismatischer Frömmigkeit muss man das drinnen-draußen denken ruhig mal überwinden. Haso kennt Muslime, denen vor wichtigen Entscheidungen im Traum Jesus erscheint und etwas sagt.
(aus dem Workshop „Postcharismatik“ ht Blogomotion)

Man kann sich verstecken. Man muss nicht an seiner eigenen Geschichte arbeiten, sondern nimmt das als Generalausrede, dass man eben ne Frau, das arme Opfer ist…
(aus dem Workshop „Gleichberechtigung“ ht Jule)

Wer Kritik abblockt wird nicht christlicher, sondern fanatisch.
(aus dem Workshop „Kritik und Glaube“ ht Lennart)

Pastor Sandy: @hase und ich ärgere mich immer noch dass ich nicht da war
Pastor Sandy: hups: meinte natürlich hasO!
Simon: @ PS: du darfst Haso Hase nennen?
Tanja: ich finde Hase irgendwie süß!
fischerman: ja, die spannung gilt es, auszuhalten. denn wenn man sich selbst verliert, ist nichts gewonnen.
Pastor Sandy: jaja… wegen berlin connection.. ähem… TIPPFEHLER!!!!!
(aus dem Liveblog)