Nov 262012
 

Predigt zu Matthäus 22,23-33 am 25. November 2012 (Ewigkeitssonntag)

24 Namen haben wir gehört, Namen von Menschen, die an einem Tag gelebt haben, vielleicht noch gesprochen haben, und einen Tag später war da kein Leben mehr. Das ist der Tod.

Wir wissen alle von ihm, aber es ist etwas ganz anderes, wenn man ihn erlebt, ganz in der Nähe, vielleicht mitten im eigenen Leben. Dann merken wir, wie dünn die Wand ist, die unsere Welt voller Leben trennt vom namenlosen, kalten Nichts. Es ist kein schöner Gedanke, dass wir so nahe beim Tod leben. Wenn Gott nicht Tag für Tag seine Schöpfung beschützen würde gegen dieses Nichts, dann könnte sie nicht bestehen. Es ist seine Güte, die uns diesen Raum des Lebens schenkt, diese Welt, die wir lieben.

Aber das ist noch nicht alles. Es soll noch einmal eine Welt geben, die gar nicht mehr bedroht ist von Zerstörung und Tod. Eine Welt, die nicht mehr so zerbrechlich und gefährdet ist, wo uns keine schmerzlichen Abschiede mehr bevorstehen, sondern wo das Leben so stark ist, dass der Tod ausgespielt hat.

Diese Welt ist uns versprochen, und als Jesus auferstanden ist, da hat sich die neue Welt schon einmal gezeigt: ein Leben, das des Todes spottet. Aber das muss eine Welt ganz anderer Art sein, da wird nicht mehr gestorben, aber da wird auch anders gelebt. Da müssen nicht nur Tod und Schmerz zurückbleiben, sondern auch Ungerechtigkeit, Gewalt, Bedrückung und Enttäuschung.

Denn das kann doch nicht sein, dass es in der kommenden Welt so weitergeht wie in dieser, mit all den Dingen, die uns jetzt schon so viel Mühe und Sorge machen. Das kann doch nicht eine ganze Ewigkeit so weitergehen. Da muss doch irgendwann etwas Neues anfangen, eine andere Art, miteinander zu leben. Wir können doch nicht all die alten Problemen auch noch mit in die nächste Welt nehmen!

Es gibt eine Geschichte von Jesus, wie er Menschen begegnet, die sich die Auferstehung genau so vorstellten, einfach als eine Verlängerung des Diesseits. Ich lese Ihnen das vor aus Matthäus 22:

23 An diesem Tag kamen Sadduzäer zu Jesus. Die Sadduzäer bestreiten, dass die Toten auferstehen werden. 24 »Lehrer«, sagten sie, »Mose hat angeordnet: ‚Wenn ein verheirateter Mann kinderlos stirbt, dann muss sein Bruder die Witwe heiraten und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‘
25 Nun gab es hier einmal sieben Brüder. Der älteste heiratete und starb kinderlos. 26 Darauf heiratete der zweite die Witwe, starb aber auch kinderlos; und dem dritten erging es nicht anders. So war es bei allen sieben. 27 Zuletzt starb auch die Frau. 28 Wie ist das nun bei der Auferstehung der Toten: Wem von den sieben soll die Frau dann gehören? Sie war ja mit allen verheiratet!«

So leichthin erzählen da die Leute eine schreckliche Geschichte. Wenn sie nicht ausgedacht ist, sondern wirklich passiert, dann muss diese Frau in tiefer Verzweiflung gestorben sein. Sieben Männer, sieben Abschiede, sieben Mal Kinderlosigkeit, und dazu die Frage, was man denn falsch gemacht hat, dass man all seinen Ehepartnern den Tod bringt. Wahrscheinlich ist es eine ausgedachte Geschichte – lieblos ausgedacht, um den Gedanken der Auferstehung ad absurdum zu führen. Nur ein krankes Hirn kann sich solche Geschichten ausdenken, wo es im Jenseits einfach so weitergeht mit all dem Ballast, den wir hier im Leben mit uns rumschleppen. Ausgedacht von Leuten, die sich eine ganz andere Art von Welt überhaupt nicht vorstellen können. Sie sind so gefangen in dieser Welt, so gebunden an ihre Alltagserfahrungen, dass sie nur in den Grenzen ihres alltäglichen Lebens denken und nicht darüber hinaus denken können.

Jesus gibt ihnen eine deutliche Antwort:

29 »Ihr denkt ganz falsch«, antwortete Jesus. »Ihr kennt weder die Heiligen Schriften, noch wisst ihr, was Gott in seiner Macht tun kann. 30 Wenn die Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden leben wie die Engel im Himmel.

Die kommende Welt ist vor allem anders, sagt Jesus. Würdet ihr wirklich in der Bibel lesen, dann würde sie eure Vorstellungskraft erweitern. Aber weil ihr sie nicht kennt, deshalb denkt ihr viel zu klein und könnt euch auch die kommende Welt nur als ewige Verlängerung der jetzigen vorstellen. Ihr haltet Gott für genau so beschränkt, wie ihr selbst es seid.

Die Verbindung von Mann und Frau ist hier bei uns ein Gleichnis für das Verhältnis zwischen Gott und Menschen. Durch diese Verbindung zwischen Mann und Frau bekommen die meisten Menschen wenigstens irgendwann einmal in ihrem Leben eine Ahnung davon, was Glück wirklich sein könnte, was Hingabe sein könnte. Irgendwann im Leben erhaschen wir alle wenigstens eine Ahnung davon, für welche Größe wir eigentlich geschaffen sind, und für welche Tiefe, wir werden berührt von der Ahnung, dass es unsere Bestimmung ist, uns zu verschenken und vom großen Strom der Liebe durchflossen zu werden. In der kommenden Welt brauchen wir dieses Gleichnis nicht mehr, weil wir da nicht mehr auf Ahnungen und Hinweise angewiesen sind, sondern da werden wir in der vollen Gemeinschaft mit Gott leben. Wenn Himmel und Erde endlich zusammenfinden, dann werden wir die die Einheit mit Gott erleben und brauchen keine Zeichen mehr. Nicht, weil das Verhältnis zwischen Männer und Frauen etwas Schlechtes wäre, sondern es wird von etwas Größerem abgelöst. Aber weil ihr zu klein denkt, sagt Jesus, deshalb denkt ihr euch so verrückte Geschichten aus von Frauen, die mit sieben Brüdern verheiratet waren. Und dann fährt er fort:

31 Was aber die Auferstehung der Toten überhaupt betrifft: Habt ihr nicht gelesen, was Gott euch in den Heiligen Schriften gesagt hat? Er sagt dort: 32 ‚Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.‘ Und er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden!«

Das ist das Wichtigste, was man über Gott sagen kann: Er ist der Gott der Lebenden. Wenn er sich mit einem Menschen verbindet, dann kann dieser Mensch nicht tot bleiben. Gottes Liebe hält auch noch die Toten fest und gibt ihnen neues Leben. Das schreckliche Schweigen des Todes kann nicht das letzte sein, denn Gott ist ein lebendiger Gott, er redet, und er wird mit seiner ansteckenden Lebendigkeit den Tod vertreiben. Ein Mensch, der mit Gott verbunden ist, der kann nicht endgültig sterben, weil Gott ihn von seiner Seite aus festhält. Der Gott des Lebens wird sich nie abfinden mit dem Tod. Für ihn leben sie alle.

Darauf hat auch Jesus selbst vertraut, er ist in diesem Glauben auf seinen Tod zugegangen und Gott hat ihn bestätigt – er hat ihn auferstehen lassen.

Aber so wie Gott den Tod vertreibt mit seinem siegreichen Leben, so wird er sich auch all den Brüchen und Verwerfungen und Missverständnissen entgegenstellen, mit denen wir uns hier das Leben schwer machen, auch all den Verletzungen, die zwischen Männern und Frauen entstehen, gerade, weil wir da so nahe am Himmel sind und so tief bewegt und so unbegrenzt verletzlich. Deswegen muss es am Ende dieser Welt und am Ende unseres Lebens eine Schleuse geben, damit all das nicht in die Ewigkeit kommt, es muss eine Trennung geben, ein Gericht, damit wir diese Welt mit ihren Schmerzen und Enttäuschungen endlich hinter uns lassen, damit sie abgeschlossen und vorbei ist und uns nicht noch in der nächsten Welt verfolgt und belastet.

Ja, wir werden uns drüben wiedersehen, wir werden uns nicht auflösen, wir werden nicht immer und immer wieder neu geboren werden in einem Kreislauf von vielen Leben. Es gibt eine neue Welt – sie wird so sein, wie Gott das von Anfang an gewollt hat. Aber wir werden dort nicht unsere alten destruktiven Spiele fortsetzen. Das bleibt uns erspart.

Doch was wird dann noch von uns hinein passen in die neue Welt? Oder bleibt von uns gar nichts mehr übrig, weil es alles keine Zukunft mehr hat? Das ist der Grund, weshalb Glaube so wichtig ist. Weil wir da auch von unserer Seite aus an Gott festhalten, weil wir uns da mit Jesus verbinden und dadurch sagen, was für uns gelten soll. Wir kriegen das noch nicht richtig hin, so zu sein wie Jesus, aber wir wissen die Richtung. Wir haben sozusagen den Anfang eines Fadens in der Hand, und dieser Faden leitet uns in unserem Leben und auch durch Tod und Sterben hindurch. Wie ein Geländer, an dem wir uns durch ein dunkles Labyrinth tasten. Wir können uns heute nicht wirklich vorstellen, wie denn ein neues Leben in einer neuen Welt aussieht, aber wir halten uns an dem Namen Jesu fest, an der Person, die schon hier in dieser Welt so war, wie Gott Menschen haben will. Und mögen wir auch vieles verlieren und hinter uns lassen müssen, weil es einfach nicht in die neue Welt hineinpasst: wenn wir mit Jesus verbunden sind und seine Person vor uns haben, dann haben wir unsere Füße schon auf den Weg gesetzt, der in der neuen Welt enden wird. In einem Lied (EG 357,5) wird das so ausgedrückt: »Ich weiß was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen schon Himmelsblumen treibt.« Glaube sorgt dafür, dass auf unserem Lebensweg auch immer wieder schon die Blumen des Himmels blühen.

Was aber ist, wenn wir nicht wissen, ob eigentlich einer von denen, die wir hergeben mussten, mit dieser Person Jesu Christi verbunden war? Oder wenn wir eben den starken Eindruck haben, dass er oder sie vieles in seinem Herzen bewegt hat, aber nicht Jesus? Glaube besteht ja nicht darin, dass man bestimmte kirchliche Handlungen über sich ergehen lässt. Glaube ist etwas sehr persönliches, er geschieht im Herzen, da fallen die Entscheidungen, es ist etwas, was uns bewegt, was dem Leben das Grundgefühl der Freude und Hoffnung gibt. Da nehmen wir diesen Faden in die Hand, der uns durch all die Dunkelheiten des Todes in die neue Welt bringt. Was ist, wenn einer diesen Faden nicht anfassen mochte?

Es gibt in der Bibel eine rätselhafte Stelle, in der Paulus kurz erwähnt, dass sich Menschen für Verstorbene haben taufen lassen. So als ob sie stellvertretend für die handelten, die in ihrem Leben keine wirkliche Bekanntschaft mit Jesus gemacht haben. Das klingt für uns merkwürdig, und es ist auch nur eine einzige Stelle in der Bibel, in der das erwähnt wird. Aber wenn wir das ernstnehmen, dann kann man vielleicht sagen: wie wir selbst das Leben und das Sterben auf uns nehmen – ob wir uns in unserem Herzen mit Jesus verbinden, so dass er dann auch in unserem Leben etwas bewirken kann -, das hat Auswirkungen sogar auch auf die Vergangenheit. Auch auf die Menschen, die mit uns verbunden waren.

Vielleicht kann man vorsichtiger sagen: wir müssen tun, was für uns das beste ist, und dann sehen, was Gott daraus macht. Dann ist mindestens von unserer Seite aus alles dafür getan, dass wir mit den Menschen, die hier zu uns gehörten, eine gemeinsame Zukunft haben.

Und über unserem Leben steht dann die klare Hoffnung, dass es auf ein gutes Ende zu läuft, dass wir nicht nach einem Hoch in der Mitte des Lebens unaufhaltsam immer mehr dem Verfall entgegengehen, sondern wir gehen unserem vollen Leben entgegen, es kommt immer näher, und es wird schön sein, eines Tages die neue Welt zu sehen. Sie wird einfach anders sein als alles, was wir uns jetzt vorstellen. Sie wird viel, viel besser sein. Und alles Gute und Große, mit dem wir verbunden waren, wird uns begleiten. Es wird nicht verlorengehen.

Deswegen sehen wir nach vorn dem Herrn entgegen, wir schauen aus nach ihm, weil er uns an der Schwelle der neuen Welt erwartet, und weil der beste Teil unseres Lebens noch vor uns liegt. Wir sollen und können diese Erde lieben mit jeder Faser unseres Herzens, weil die neue Erde alles Gute und Große wiederholen wird, aber dann nicht mehr beeinträchtigt von Endlichkeit und Schmerz. Es wird alles noch einmal zur Sprache kommen – aber dann wird es so werden, wie es ursprünglich gemeint war. Wir werden so froh sein über alles Mutige, Gute und Kluge, was wir im Namen Jesu getan haben. Wir werden so froh sein, dass wir unser Herz jetzt schon mit der Zukunft verbunden haben, mit Jesus Christus, dass wir das wirklich Wichtige getan haben, das, was bleibt, und hier schon Leben gelingen lässt.

Nov 192012
 

Predigt zu Jeremia 8,4-7 am 18. November 2012

So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, dass sie nicht umkehren wollen. 6 Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

Gott verzweifelt an seinem Volk. Der Prophet Jeremia ist sozusagen sein Mund. Gott fragt durch ihn: wie können sie nur so gegen ihre eigenen Interessen handeln? Wie können sie nur immer tiefer in die Sackgasse hinein laufen?

Unter uns ist ja die Vorstellung weit verbreitet, man müsste wegen Gott seine eigenen Interessen aufgeben und etwas tun, was eigentlich nur Probleme bringt. Das ist aber nicht biblisch, sondern eher ein Erbe des Philosophen Kant, der so ungefähr behauptet hat: nur wenn es einem unangenehm ist oder man sich Nachteile einhandelt, dann ist es eine richtig gute Tat. Gott sieht das anders: es ist in unserem Interesse, wenn wir uns gut und gerecht verhalten. Wir selbst haben das meiste davon, wenn wir uns im Einklang mit der Logik bewegen, die Gott in die Welt hineingelegt hat.

Gott nimmt als Beispiel die Tiere. Etwa die Zugvögel. Kein Storch käme auf die Idee, im Sommer nach Afrika zu fliegen und den Winter hier bei uns zu verbringen. Nein, wenn der Sommer zu Ende geht und es langsam kälter wird, dann starten die Störche in Richtung Süden. Die Tiere haben Instinkte, die sorgen für das Überleben. Tiere sind angepasst an die Welt und ihre Regeln, und deswegen überleben sie.

Der Mensch hat diese tierischen Instinkte nicht mehr, aber dafür kann er sehr flexibel seine Umwelt wahrnehmen, darüber nachdenken, Schlüsse ziehen und sein Verhalten darauf einstellen. Und das müsste uns eigentlich helfen, unser Leben noch sehr viel besser zu führen. Funktioniert ja auch oft, aber genauso passiert es, dass Menschen sich mit ihrer flexiblen Intelligenz Regeln machen, die sich beißen mit den Regeln, die Gott in diese Welt hineingelegt hat. Und dann geht viel mehr kaputt, als wenn ein Storch sich in der falschen Zeit nach Afrika verirrt.

Heute ist ja Volkstrauertag, und wenn es gut geht, dann macht man sich an dem Tag klar, dass Krieg zu den Dingen gehört, die nicht mit der Logik zusammenpassen, nach der Gott die Welt eingerichtet hat. Aber wenn man sich erinnert, wie die Soldaten in einer Woge nationalen Jubels in den ersten Weltkrieg gezogen sind, dann merkt man auch, wie schnell Menschen gegen ihre Interessen handeln. Dieselben Männer, die jubelnd und blumengeschmückt an die Front fuhren, die lagen nur Wochen später im Dreck der Schützengräben, durchnässt, frierend, hungernd, und am Ende waren viele elend krepiert. Ohne dass es irgendeinen Erfolg oder Sinn gehabt hätte. Ohne dass es irgendjemandem genützt hätte, im Gegenteil. Aber daran hat kaum einer gedacht, als sie mit Hurra losgefahren sind. Im Zweiten Weltkrieg war die Begeisterung nicht mehr ganz so groß, aber trotzdem hat man da auch seine Pflicht gegen Führer und Vaterland erfüllt, und am Ende waren wieder Millionen Menschen tot und ganze Länder verwüstet.

Sie sind wie ein Schlachtross, das nur noch losstürmt, ohne zu überlegen, wohin, sagt Gott. Menschen können so beschäftigt sein, sein eingespannt in eine große Bewegung, dass sie nicht mehr zum Nachdenken kommen. So war das in den Weltkriegen, wo sie sich alle mitreißen ließen von der Logik des Krieges. So ist das heute, wenn Menschen so absorbiert sind von den vielen Dingen, die sie am Laufen halten, so bewegt sind von 1000 Dingen, die da draußen passieren, dass es in der Regel erst eine kleine oder größere Katastrophe braucht, bis sie innehalten und sich fragen: warum mache ich das eigentlich alles?

Es ist diese Fähigkeit des Menschen, seine eigenen Interessen zu ignorieren, gegen die eigenen Interessen zu handeln, die Gott Sorge macht. In der Zeit von Jeremia war es eine selbstmörderische Politik, die darauf hinauslief, dass der Staat Israel schließlich von den Babyloniern ausgelöscht wurde. Außenpolitischer Irrsinn und Ellbogenpolitik im Innern gehen ja oft zusammen. Wenn die Reichen immer reicher werden und die normalen Leute immer mehr Mühe haben, über die Runden zu kommen, dann glaubt man irgendwann auch, dass man außenpolitisch alle Warnlampen ignorieren kann. Es ist diese Unfähigkeit, die Warnzeichen wahrzunehmen und dann entsprechend umzusteuern, die Gott beinahe sprachlos macht. Denn die Welt ist nicht willkürlich, es gibt Regeln, nach denen sie funktioniert, es gibt eigentlich immer rechtzeitig Warnsignale, wenn etwas falsch läuft. Aber die menschliche Fähigkeit, die Warnsignale zu ignorieren, die ist riesengroß.

Als 1986 das Atomkraftwerk in Tschernobyl explodierte, gab es da vorher keine Warnungen? Klar gab es jede Menge Warnsignale, aber die Bediener haben sie einfach ausgeschaltet. Heute würde man sagen: weggeklickt. Hat es Warnsignale gegeben, dass wir dabei sind, die Erde unbewohnbar zu machen? Ja, seit Jahrzehnten gibt es diese Hinweise. Aber immer wieder werden sie ignoriert, weil man sonst etwas ändern müsste, nicht mehr weitermachen könnte wie bisher. Hätte man damals das Warnzeichen Tschernobyl wahrgenommen, dann wäre den armen Japanern Fukushima erspart geblieben.

Die menschliche Fähigkeit, alle Warnsignale einfach wegzuklicken, ist für die allermeisten Katastrophen verantwortlich, im Kleinen wie im Großen. Denn natürlich sind es nicht nur die Völker, die so ins Verderben laufen. Genauso sind es einzelne Menschen, die alle Warnungen ignorieren und sich konsequent kaputt machen. Mit Sucht, mit Schulden, mit destruktiven Verhaltensweisen, durch Orientierung an kurzfristigen Zielen. Und so etwas geht immer nur eine Zeit lang gut. Man kann die Logik des Lebens vielleicht mal für einen Augenblick überlisten, aber auf die Dauer schafft das keiner.

»Mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen« klagt Gott hier durch Jeremia. Diese Welt ist nicht willkürlich, sondern Gott hat Regeln hineingelegt, und wenn man sie dauerhaft übertritt, dann muss irgendwer einen Preis dafür bezahlen. Es sind nicht so simple Regeln wie »Fünf todsichere Tipps um reich und berühmt zu werden«, sondern es ist eine Grundstruktur, die sich überall zeigt. Dass es richtig ist, Hungernde zu ernähren, Fremde aufzunehmen und Gefangene zu besuchen, wie es vorhin im Evangelium (Matthäus 25,31-46) so breit geschildert wurde. Dass wir gut daran tun, nicht unseren kurzfristigen Vorteil auf Kosten anderer zu suchen. Dass Liebe Leben fördert und Feindschaft allen schadet. Dass alles Geschaffene einen inneren Wert hat, und dass wir uns selbst schaden, wenn wir jemand anderen oder auch Dinge nur als Mittel zum Zweck benutzen. Jeremia nennt das alles »Das Recht des Herrn«, es ist die Gesamtheit der Regeln, nach denen Gott die Welt eingerichtet hat, und da gehören die Naturgesetze ebenso dazu wie die Regeln für gerechtes Verhalten unter Menschen. Und das alles spiegelt letztlich einfach Gott wider, seine Liebe, Treue und Fürsorge.

Es ist einerseits sehr komplex, für uns nicht wirklich überschaubar, aber im Einzelfall können wir eigentlich fast immer recht genau wissen, was richtig und was falsch ist. Und wenn wir uns im Einzelfall mal irren, das ist nicht so schlimm. Die Welt verkraftet auch mal einen Irrtum, wie ein gutes Ökosystem auch mal Dreck schluckt. Viel größer ist das Problem, dass wir diese Regeln nicht kennen wollen. Die Betonung liegt auf »wollen«. Wer wirklich wissen will, wie die Welt funktioniert, der wird Orientierung finden. Um zu wissen, dass es auf die Dauer nicht gut gehen kann, wenn immer mehr Menschen die Erde plündern und ihren Dreck in die Gegend pusten, dafür braucht man keine aufwändigen wissenschaftlichen Studien. Aber wenn man das gar nicht zur Kenntnis nehmen will, weil man eh nichts ändern möchte, dann wird man sich auch von der Wissenschaft nicht überzeugen lassen.

Eigentlich wäre Umkehr eine ganz normale Sache: man sieht ein Warnlämpchen blinken und sagt: aha, da stimmt was nicht, ich muss den Kurs ändern. Man merkt, dass man sich verlaufen hat und geht zurück. Man stolpert und steht wieder auf. Alles kein Problem – so ist das Leben. Aber genau dieser Prozess der Umkehr ist gestört, und das öffnet den Mächten der Zerstörung Tür und Tor. Und Gott sagt: warum? Warum schadet ihr euch selbst? Warum wollt ihr sterben? Was hat euch im Griff, dass ihr euch selbst zerstört? Wäre Leben denn nicht eine prima Alternative? Es ist nicht zu spät, worauf wartet ihr, kehrt um, ich komme euch entgegen!

Als eine der Hauptblockaden nennt Jeremia den »falschen Gottesdienst«. Damals waren das aufwendige, teure Veranstaltungen im Tempel, in denen sich der Glaube an Macht und Größe spiegelte – und der Glaube, dass Gott genau das bestätigt. Menschen schaffen sich eigentlich immer irgendwelche Veranstaltungen, in denen sie darstellen, wovon sie bewegt sind, was ihnen am Allerwichtigsten ist, und diese Bilder sind die Brille, durch die wir die Welt sehen. Aber meistens verzerren sie unseren Blick auf die Realität. Wir sehen Bilder von heiler, toller Welt und blenden die dunkle Kehrseite aus. Und dazu braucht man nicht unbedingt Gott oder Götter. Bei den Römern etwa waren am wichtigsten Brot und Spiele, in unseren Worten Konsum und Unterhaltung. Und Konsum und Unterhaltung sind wohl auch heute die Kräfte, die die Menschen am nachhaltigsten vom Überlegen abhalten. Solange Konsum und Unterhaltung gewährleistet sind, machen alle weiter wie bisher.

Aber Gott ist traurig darüber, und hinter diesem traurigen Kopfschütteln Gottes spürt man seine Sehnsucht nach Menschen, deren Liebe zum Leben so groß ist, dass sie der guten Grundordnung der Welt vertrauen und sich an ihr orientieren. Am Ende ist Gott in Jesus selbst Mensch geworden, damit es einen solchen Menschen gibt. Jesus hat immer aus dieser Grundordnung der Liebe heraus gelebt, die das Fundament der Welt ist. An Jesus zeigt uns Gott, wie seine Logik des Lebens in der Praxis aussieht. Das stärkste Argument ist immer, wenn man sieht, dass eine Sache funktioniert.

Und dieses Leben Jesu soll sich nun fortsetzen im Leben vieler Menschen. Menschen müssen sehen, wie es geht, wenn man anders lebt, im Großen wie im Kleinen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Gemeinde Jesu ganz praktisch anders funktioniert, dass wir ein Gespür für die Ordnung Gottes für die Welt bekommen und danach leben wollen. Es ist ganz nett, die Ordnungen Gottes zu kennen, aber es kommt darauf an, dass sie gelebt werden. Menschen müssen an einem Punkt erleben können: geht doch! Die Reichweite ist noch begrenzt, aber hier kann man sehen, wie die ganze Welt gemeint ist und wie sie wird, wenn Menschen sich der Logik Gottes anvertrauen.

Die Gemeinschaften des neuen Lebens in den Spuren Jesu sind die große Suchbewegung Gottes. Er möchte allen Menschen zeigen, wie ein Leben mit ihm aussieht, damit sie diesem Leben vertrauen. Schon bei Jesus war das verknüpft: auch Jesus sagte »kehrt um« – und dann fügte er hinzu, wieso das geht: weil das Reich Gottes nahe herbei gekommen ist, und damit meinte er seine Art zu leben. Dadurch haben Menschen eine Ahnung davon bekommen, dass es noch ein ganz anderes Leben gibt, und dass man es tatsächlich leben kann.

Und der Gottesdienst, der dazu passt, ist das Abendmahl. Da verherrlichen wir nicht Macht und Reichtum, da lassen wir uns nicht von Konsum oder Unterhaltung blenden, sondern da schauen wir auf die Schattenseiten der Welt, die im gekreuzigten Jesus zusammengefasst sind. Und gleichzeitig teilen wir Gottes Hoffnung für alle, die in dieser Welt unter die Räder kommen.

Wir haben inzwischen mehr als damals Jeremia. Nicht umzukehren ist schon widersinnig angesichts der Grundordnung der Welt, die man mit Beobachtung und Nachdenklichkeit spüren kann. Aber das praktizierte neue Leben in der Nachfolge Jesu, das hier und da unter Menschen begonnen hat, ist eine Einladung, die noch viel stärker ist, wenn wir ihr erst einmal wirklich begegnet sind.

Nov 132012
 

Predigt im Besonderen Gottesdienst am 11. November 2012 zu 1. Thessalonicher 5,2-6

2012-11-11BesGDWintereinruch

Der Gottesdienst begann mit einer Theaterszene, in der ein Mädchen völlig unerwartet erfährt, dass sein Vater versetzt wird und sie ins Ausland umziehen müssen. In der anschließenden Begrüßung hieß es:

Am Titel »Wintereinbruch« ist zugegebenermaßen auch das kalte Wetter im Oktober schuld gewesen. Aber gemeint ist damit natürlich nicht ein meteorologisches Phänomen, sondern es ist ein Bild dafür, dass uns manchmal völlig unerwartet Ereignisse überfallen, die die Welt kalt und dunkel machen.
So wie eben gerade die Anne von einem Moment zum anderen sich mit dem Gedanken vertraut machen musste, ihr Zuhause und ihre Freunde zu verlieren. Und sie tut das, was wir meistens in so einem Moment tun – sie sagt: das kann gar nicht sein, das ist unmöglich. Ich mache weiter wie bisher. Ich nehme das gar nicht zur Kenntnis.

Als Lesung war im weiteren Verlauf des Gottesdienstes Matthäus 14,22-33 zu hören: die Geschichte davon, wie Jesus (und später auch Petrus) auf dem Wasser des heftig aufgewühlten Sees Genezareth geht.

Es muss unter den ersten Christen ein paar Szenarien gegeben haben, von denen sie häufig erzählten, und eins davon geht so: die Jünger im Boot auf dem See Genezareth, Jesus ist weg oder schläft, und dann bricht überraschend ein heftiger Sturm los, der auch die erfahrenen Fischer an die Grenze ihrer Seemannskunst bringt. Und sie schreien nach Hilfe.

Das Interessante ist, dass Jesus dann immer irgendwie da ist, aber gleichzeitig irgendwie auch nicht. Mal schläft er, mal kommt er erst später nach. Einmal tut er so, als wolle er sich gar nicht um die Jünger kümmern. Und genau so erleben wir es ja, wenn uns so ein Wintereinbruch überfällt: Niemand ist da, der etwas ändern kann, wir sind dem Schrecklichen ganz allein ausgesetzt. Und diese Sturmgeschichten arbeiten alle daran, dass wir lernen zu sagen: Moment mal, eigentlich müsste Jesus jetzt hier irgendwo in der Nähe sein. Lass uns mal kräftig rufen.

Diese Sturmgeschichten arbeiten daran, dass wir nicht einfach nur sagen: Wir sind zum Spielball für Gewalten geworden, die größer sind als wir. Ob das nun tatsächlich ein Sturm ist wie Sandy oder eine andere Katastrophe, eine Krankheit, eine gesellschaftliche Krise, ein schrecklicher Unfall, ein Verlust oder ein Abschied, wie wenn die Eltern umziehen und man kann nichts daran ändern.

Die Lösung ist dann aus der Sicht des Neuen Testaments nicht, dass jemand sagt: es ist alles nur ein böser Traum, mach dir keine Sorgen, das wird schon wieder. Sondern man muss dann immer die Geschichte noch einmal neu ansehen und sie so erzählen, dass Jesus mit drin ist. In den Krisen und Brüchen ist Jesus auf verborgene Weise mit dabei. Das ist vielleicht am schwersten zu verstehen, weil wir eigentlich gedacht haben, Jesus ist doch der, der die Leute beruhigt und tröstet.

Stattdessen verschärft er in manchen Geschichten noch den Stress. So eine Geschichte haben wir vorhin in der Lesung (Matthäus 14,22-33) gehört: so richtig mit Schreien fangen die Jünger erst an, als sie Jesus auf dem Wasser gehen sehen. Sie denken: o nein! Ein Monster! Als ob der Sturm allein nicht schon schlimm genug wäre!

Jesus, der über die aufgewühlten Wellen einfach hinwegschreitet, erscheint ihnen wie ein Gespenst. Wir sind so fixiert auf die Übermacht der zerstörerischen Mächte und Gewalten, dass es uns unheimlich wird, wenn einer sich einfach darüber hinwegsetzt. Und als Petrus sich später von Jesus animieren lässt, selbst so eine Art Sturmsurfer zu werden, die wütende Gewalt der Elemente unter seine Füße zu nehmen, da verliert er am Ende doch die Nerven und Jesus muss ihn aus dem Teich ziehen.

Wir kennen uns in diesen Etagen der höheren Macht so schlecht aus, dass es für uns ganz schwer ist, da Freund und Feind zu unterscheiden. So ist das auch in einem anderen Text des Paulus, aus dem ersten Thessalonicherbrief, den ich jetzt gleich vorlese. Auch da zitiert Paulus so etwas wie ein urchristliches Sprichwort, das man häufiger so oder ähnlich in der Bibel findet: Jesus kommt »wie der Dieb in der Nacht«. Also unerwartet, und so, dass man zuerst gar nicht merkt dass er da ist. Auch da muss man erst mal klären, wer Feind ist und wer Freund:

2 Ihr selbst wisst ganz genau, dass ´jener große Tag`, der Tag des Herrn, so ´unerwartet` kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. 3 Wenn die Leute meinen, es herrsche Frieden und Sicherheit, wird plötzlich das Unheil über sie hereinbrechen wie Wehen, die eine schwangere Frau überfallen, und es wird kein Entrinnen geben.
4 Ihr aber, Geschwister, lebt nicht in der Finsternis, und deshalb wird euch jener Tag nicht wie ein Dieb überraschen. 5 Ihr alle seid ja Menschen des Lichts, und euer Leben wird von jenem kommenden Tag bestimmt. Weil wir also nicht zur Nacht gehören und nichts mit der Finsternis zu tun haben, 6 dürfen wir auch nicht schlafen wie die anderen, sondern sollen wach und besonnen sein.

Diese Verse erzählen davon, dass die gleiche Sache Menschen als schrecklich und furchteinflößend erscheinen kann, aber andere warten geradezu darauf. Ist das ein logischer Widerspruch? Nein, wir erleben das immer oft genug: wenn irgendwo ein diktatorisches Regime stürzt, dann ist das für manche ein Alptraum und für andere das Eintreffen einer lange gehegten Hoffnung. Die eine denkt: o nein, ich soll wegziehen und alle meine Freunde verlieren, und jemand anders sagt sich: Endlich komm ich raus aus dem Kaff. In unserer Welt, wie wir sie kennen, ist Stabilität eine zweideutige Sache. Die einen leben damit gut, und die anderen leiden unter der Stabilität ungerechter Verhältnisse.
Bei der Anne vorhin in der Szene war es sicher nicht so, dass andere darunter gelitten hätten, wenn sie weiter in Ilsede bleibt; aber kann es nicht sein, dass sie irgendwann, in fünf Jahren vielleicht, sagt: was für ein Glück, dass meine Eltern damals trotz meines Protests mit mir umgezogen sind! So viele Erfahrungen, die ich damit gemacht habe, in einem anderen Land zu leben! Ich kann mich jetzt in drei Sprachen unterhalten und in zwei anderen wenigstens verständigen. So viele Freunde, die ich inzwischen hier gefunden habe. Was hätte ich alles versäumt, wenn ich mich damals durchgesetzt hätte und da geblieben wäre!

Aber man hätte ihr diesen Schmerz des Abschieds auf keine Weise ersparen können. Und man hätte ihr nicht garantieren können, dass es ihr in Warschau so gut gefallen würde. Manche Dinge muss man am eigenen Leib erfahren, und wenn es gut geht, dann lernt man sie fürs Leben.

Krisen und Veränderungen müssen am Ende nichts Schlimmes sein, auch wenn sie sich zuerst furchtbar anfühlen. Das ist schon bei unseren Alltagserfahrungen so, aber es ist erst so, wenn Jesus ins Spiel kommt. Du denkst: ach du meine Güte, ein Räuber ist im Haus! Und in Wirklichkeit ist es Jesus, der die Welt erneuert. Dieselbe Sache, aber für die einen ist sie ein Horror, und die anderen freuen sich und sagen: endlich! endlich geht diese Zeit der Unterdrückung zu Ende! Endlich kommt Bewegung in die Welt!
Es war auch für die frühen Christen nicht immer einfach, zwischen den zerstörerischen Kräften und Jesus zu unterscheiden. Deswegen haben sie diese Geschichten erzählt, vom Sturm, in dem Jesus auf einmal drin war, aber er hat erstmal den Stress noch erhöht. Oder sie haben sich mit solchen Parolen ermutigt: Jesus kommt wie der Dieb in der Nacht. Hab nicht so viel Angst, der Einbrecher könnte sich als Jesus herausstellen. Und wenn es tatsächlich zu einer kritischen Situation kommt: Jesus ist nicht weit! Er ist wahrscheinlich schon da. Ruf ihn, er wird dich aus dem Teich ziehen.

In den Versen aus dem ersten Thessalonicherbrief spitzt Paulus das zu und sagt: die anderen müssen Angst haben, wir nicht! Wir sind die, die mit Krisen und Gefahren umgehen können. Wir leben sowieso dauernd mit dem Gedanken, dass Jesus kommt und die Ordnung der ganzen Welt umstürzt, da werden wir uns doch von ein paar Terroristen oder einer Wirtschaftskrise nicht ins Bockshorn jagen lassen. Die anderen reden sich die Situation schön und wiegen sich in Sicherheit, und wenn es dann kracht, dann wachen sie auf und wissen nicht, was zu tun ist. Wir sind wach. Wir sind vorbereitet. Wir sind die, die auf den Wellen des Orkans surfen – jedenfalls so lange, bis wir Jesus aus dem Blick verlieren und dann auch im Teich liegen.

Es gibt aber noch ein Problem. Alle Krisen, auch wenn sie Befreiungen sind, auch wenn sie einer bedrückenden Stabilität ein Ende machen, richten Zerstörung an, sie sorgen für Leid und Schmerz. Und manche Krisen, mache Abschiede und Verluste sind einfach nur zerstörerisch. Sie hinterlassen verwundete, verstörte Menschen, für die nichts besser geworden ist. Und auch aus dem zeitlichen Abstand sieht es nicht anders aus.

Deswegen hat Paulus in den Versen vorher davon gesprochen, dass die Toten auferstehen werden. Der Tod ist ja die entscheidende Krise allen Lebens, und die christliche Urerfahrung war: in dieser Krise ist Gott nicht am Ende. Als Jesus starb, hat er ihn auferweckt. Und er wird weitermachen, bis er die ganze Welt aus den Klauen des Todes befreit hat, und er wird allen Schmerz ausgleichen, er wird alle Tränen abwischen.

Weil wir von Gott erwarten, dass er die Zerstörungen, Schmerzen und Brüche heilt, die in dieser schlimmen Welt geschehen, deshalb haben wir die Hände frei, um das zu tun, was wir jetzt können. Wir können Realisten sein, wir müssen uns nichts schön reden, wir fallen nicht herein auf die Parolen von Frieden und Sicherheit, wir wissen, dass es in Wirklichkeit noch schlimmer ist, aber deswegen überrascht uns nichts mehr, oder jedenfalls nicht lange, und wir können jetzt schon mitten im Sturm ruhig bleiben, wir können Wunden heilen und Menschen einen Schutzraum bieten. Wir können auch in kritischen Momenten Freund und Feind auseinander halten, jedenfalls nach dem ersten Augenblick des Erschreckens, der auch uns nicht erspart bleibt.

Dazu werden diese Geschichten erzählt, damit wir an ihnen üben, die Wirklichkeit zu entziffern. Wir sollen durch die Erfahrungen der Jünger Jesu vorbereitet sein auf die Stürme, wenn sie kommen, und wir sollen vor allem sofort anfangen, nach Jesus Ausschau zu halten. Er ist in den Stürmen mit dabei, manchmal sorgt er sogar dafür, dass wir in sie hineingeraten. Egal, was er tut, wir sollen ihn wiedererkennen, wir sollen lernen, Freund und Feind auseinander zu halten.

Nov 052012
 

Predigt zu Römer 11,25-36 am 4. November 2012
(Predigtreihe Römerbrief 34)

 

25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«
28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.
33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! 34 Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«? (Jesaja 40,13) 35 Oder »wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste«? (Hiob 41,3) 36 Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Unter Geschwistern ist es nicht immer einfach. Die können sich ganz schön in die Wolle kriegen. Wenn die Kinder im Vorkonfirmandenunterricht oder beim Kinder-Bibel-Morgen Zettel aufschreiben mit den Dingen, um die sie Gott bitten, dann steht da öfter mal so etwas wie »mach, dass mein Bruder mich nicht immer ärgert« oder so etwas. Zum Glück wird das meist anders, wenn wir älter werden. Wenn Geschwister erwachsen geworden sind, dann merken sie meistens auch, wieviel sie gemeinsam haben und wie sehr sie sich unterstützen können. Aber wenn man jüngeren Kindern sagt: pass auf, du und deine Schwester, ihr werdet noch einmal froh sein, dass ihr euch habt! dann gucken sie einen ungläubig an, als ob man behauptet hätte, im nächsten Winter würde grüner Schnee fallen. Viel zu heftig erleben sie die Unterschiede zu den anderen Geschwistern, zwischen Jungen und Mädchen, zwischen älteren und jüngeren, zwischen den Stars und denen, die es schwerer haben. Und noch schlimmer ist es, wenn einer das Gefühl hat, dass die Eltern den anderen vorziehen. Erst später fallen ihnen dann irgendwann auch die Gemeinsamkeiten auf.

Noch schwieriger kann es werden, wenn ein Kind erst später dazukommt, weil es als Pflegekind oder als Adoptivkind Familienmitglied wird und oder weil aus der ursprünglichen Familie eine Patchworkfamilie wird.

Von so einem schwierigen Verhältnis unter Geschwistern redet Paulus in diesem Abschnitt des Römerbriefes. Aber es geht nicht um eine Kleinfamilie, sondern es geht um die verschiedenen Teile der Familie Gottes, vor allem um Juden und Heiden. Die Juden, die schon immer dazugehört haben, seit Abraham, und die Heidenchristen, also die Menschen aus den anderen Völkern, die erst durch Jesus in die Familie Gottes aufgenommen worden sind.

Und da gibt es schon in der Zeit von Paulus heftige Konflikte. Die einen sagen: die Neuen benehmen sich nicht richtig! Denen fehlt der Stallgeruch! Und die Neuen sagen: glaubt nur nicht, dass wir Familienmitglieder zweiter Wahl sind. Wir kennen Jesus, und deshalb verstehen wir Gott besser als ihr Traditionalisten.

So ist das, wenn Gott seine Welt zurückholen will, die sich von ihm abgewandt hat, und er muss dazu mit Menschen arbeiten, die sich auch immer wieder von Gott abwenden, sich streiten und rumzicken. Gott bleibt trotzdem der Erde treu, er bleibt den Menschen treu, aber er kann sich nicht mit zuverlässigen Verbündeten dem Problem widmen, sondern sein Volk ist selbst ein Teil des Problems.

Natürlich könnte Gott einmal kräftig dazwischen hauen, so wie Eltern das manchmal tun, wenn sie genervt sind von der ewigen Streiterei im Kinderzimmer. Aber Gott will ja seine Familie nicht beschädigen. Und deshalb macht er es anders.

Gott setzt genau den Streit und den Zank in seinem Volk so ein, dass er seinen Zwecken dient. Als die Christen in Jerusalem von ihren nichtchristlichen Mitjuden verfolgt wurden und fliehen mussten, da sorgte Gott dafür, dass sie auf der Flucht überall Gemeinden unter den Heiden gründeten. Und während sich das ursprüngliche Gottesvolk für Jesus verschließt, entsteht Zeit, in der Gott abwartet und die Christenheit wächst. Wenn Geschwister miteinander rivalisieren, dann wird jedes zu Höchstleistungen angespornt. Ja, Polarisierungen sind eigentlich nicht gut, es wäre besser, sie würden zusammenarbeiten, aber zur Not kann Gott seine Leute auch durch ihre Rivalität voran bringen. Konkurrenz hebt das Geschäft, auch wenn sich keiner über Konkurrenz freut.

Wenn man sich mit dieser Brille mal die Kirchengeschichte anschaut, dann kommt man zu erstaunlichen Perspektiven. Es hat ja im Volk Gottes nicht nur die Spaltung zwischen Judenchristen und Heidenchristen gegeben. Später haben sich die Ost- und die Westkirche voneinander getrennt, die Evangelischen haben sich von den Katholiken getrennt, und heute gibt es eine riesige Bandbreite von allen möglichen christlichen Konfessionen und Denominationen, die keiner mehr wirklich übersehen kann. Normalerweise denkt man: können die nicht zusammenarbeiten?

Aber vielleicht macht es ja auch einen Sinn, dass die Christenheit so eine bunte Truppe ist. Die einen erreichen die Konservativen, die anderen die Chaoten, die einen sind erfolgreicher in Afrika, Asien und Südamerika, die anderen konzentrieren sich auf Europa und Amerika. Die Orthodoxen kultivieren die Liturgie und die Liberalen kümmern sich um Kunst und Kultur und soziales Engagement. Ich möchte nicht wissen, wie viele Missionsanstrengungen tatsächlich von der Angst motiviert waren, dass die Konkurrenz die Nase vorn haben könnte. Aber sei’s drum, Hauptsache, das Evangelium wird verbreitet! Natürlich wäre es besser, man würde zusammenarbeiten, aber zur Not bewirkt auch die Rivalität einiges.

Paulus sieht noch einen weiteren positiven Effekt: In dieser ganzen verkorksten Lage behält keiner saubere Hände. Alle Fraktionen im Gottesvolk haben irgendwann großen Murks gemacht und haben ihre Leichen im Keller. Und so kann keiner sagen: wir haben alles richtig gemacht. Keiner kann heute noch sagen: wir haben das einzig wahre Evangelium! Und wer versucht, sich selbst als unfehlbar darzustellen, der macht sich im Grunde nur noch lächerlich. Alle werden früher oder später merken, dass wir ausnahmslos auf Gottes Gnade angewiesen sind, der uns auch in unseren Irrtümern nicht allein lässt und uns in seiner Güte meist vor den schlimmsten Konsequenzen unserer Entscheidungen bewahrt.

Wenn sich diese bescheidene Haltung herumspricht, dann kann die ganze Vielfalt der Strömungen im Volk Gottes zum Reichtum werden. Die Christenheit wäre sehr viel ärmer, wenn wir nur eine einheitliche Kirche hätten. Und die Vielfalt ist nur ein Problem, wenn daraus Feindschaft entsteht. Das ist übrigens in der ganzen Schöpfung so: Gott liebt die Vielfalt, er schuf Männer und Frauen, er schuf Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, er schuf die Wüsten und die Eisberge, und er freut sich an den Unterschieden. Und so sollten auch wir die Unterschiede willkommen heißen und die Freude teilen, die entsteht, wenn ursprünglich Fremde zusammenfinden.

In der Evangelienlesung vorhin (Lukas 7,2-10) sind wir einem Beispiel dafür begegnet, wie das aussehen kann. In Kapernaum lebt ein Zenturio, ein nichtjüdischer Offizier, ein Grieche oder Römer wohl, und er ist fasziniert von der Art zu leben und zu denken, die ihm in Israel begegnet. Nicht eine Vielzahl von Göttern, die untereinander rivalisieren und konkurrieren und sich die Frauen ausspannen, sondern ein unsichtbarer Gott, der die ganze Welt aus Liebe geschaffen hat und seiner Schöpfung treu bleibt. Und der Offizier akzeptiert demütig, dass er anscheinend nicht zu diesem Volk dazugehören kann. Er protestiert nicht, er sagt nicht: das ist ungerecht!, sondern er baut in Kapernaum eine Synagoge, er stiftet ihnen ein Gotteshaus, in das er selbst nie hineingehen darf. Das ist echt großzügig. Der Zenturio hat sicher nicht damit gerechnet, dass er dafür etwas zurückbekommt. Aber Gott hat es nicht vergessen, und so sorgt er dafür, dass der Diener des Mannes durch Jesus geheilt wird. So arbeiten Menschen in ihrer großen Unterschiedlichkeit zusammen, über alle Trennungslinien hinweg schätzen sie sich und helfen sich, und allen geht es gut damit.

Und wie es hier im Kleinen war, so werden sich all die Gegensätze in der Welt eines Tages zu einer großen Symphonie zusammenfinden. Diese Einheit der Gegensätze ist ja schon Realität, nämlich in Jesus. An ihm sieht man, wie diese Vielfalt wirklich zum Reichtum wird und nicht Anlass zum Streit bleibt. Bei ihm war das Realität. Und am Ende dieses großen Prozesses wird die Menschheit im Namen Jesu zusammenkommen, sie werden an einem Tisch beieinander sitzen und ein Fest feiern mit fetten Speisen und alten Weinen, und alle Schmerzen aus der Zeit der Trennung werden vergangen sein. Und dann wird auch das skeptische Israel überzeugt sein. So wie Paulus am Ende von Kapitel 8 die endgültige Erlösung der ganzen Schöpfung voraussieht, so hier am Ende der Kapitel 9-11 die endgültige Versöhnung des Gottesvolkes.

Wenn Paulus diese große Sicht auf Gottes Weg durch die Welt betrachtet, dann bleibt er sozusagen stehen und schaut einfach. Es ist wie wenn man stundenlang durch den Wald gewandert ist, und auf einmal biegt man um die Ecke und die ganze Landschaft liegt vor einem. Die grünen Hügel, das weite Meer, die gewaltigen Berge, was auch immer. Und du stehst da und schaust und staunst und glaubst nicht, dass es so etwas Schönes geben kann.

So steht Paulus vor diesem Panorama der Geschichte Gottes mit seiner Welt, und er schaut und staunt und lobt Gott. Wer wäre auf die Idee gekommen, dass Gott gerade die Auflehnung der Menschheit nutzt, um seine Welt wieder zurückzuholen und zu heilen? Welcher Mensch hätte diesen Plan ersinnen können? Wer von uns hätte die Geduld, sich auf diesen langen Weg einzulassen und ihn mitzugehen? Wer hätte ein Anrecht auf diesen Beweis der Treue Gottes? Wer außer Gott hätte sich eine Schöpfung ausdenken können, die trotz aller Misshandlung durch die Menschen zu ihrer ursprünglichen Güte zurückfindet?

Im nächsten Kapitel wird sich Paulus den ganz alltäglichen Mühen der Ebene und des Alltags zuwenden, dem Zusammenleben unterschiedlicher Menschen mit all ihren Macken in der Gemeinde. Aber er behält diese große Sicht in Erinnerung. Bei allem was wir in der Sache Jesu tun, wenn wir Streithähne beruhigen und Traurige begleiten, wenn wir Aufgeblasenen vorsichtig Luft rauslassen und Depressiven Lebenskraft schenken, im Beten und Reden und Lernen, es geht immer um diese große Perspektive: Gottes langer Weg durch seine Welt, auf dem er uns dabei haben will. In all diesen Höhen und Tiefen des Alltags behalten wir das große Bild in Erinnerung, das großartige Panorama, die große Geschichte der Welt, die trotzdem ohne dich und mich nicht vollständig wäre. Gott hat sie sich ausgedacht, wir stehen staunend und voll Ehrfurcht davor und danken Gott, dass wir dabei sein dürfen.

Nov 022012
 
einfach emergent Band 1

Der erste Band der neuen Reihe „einfach emergent“ ist in diesen Tagen erschienen und bietet einen ausgewogenen Zugang zur emergenten Bewegung. Er verzichtet auf dramatische Parolen oder Zuspitzungen und beschreibt stattdessen aus der Kenntnis von Beteiligten, weshalb sich in der ganzen Welt Christen aufgemacht haben, um das Christentum neu zu entdecken:

Tobias Künkler, Tobias Faix, Arne Bachmann:
Emerging Curch verstehen. Eine Einladung zum Dialog (Verlag der Francke-Buchhandlung)

Nach einer Einführung, die am Anfang einigen gern verbreiteten Verkürzungen vorbeugen soll, benennen die Autoren als Ausgangspunkt für das emergente Denken den gesellschaftlichen Wandel, der uns an den Übergang von der Moderne zur Postmoderne gebracht hat. In dieser Situation werden die Defizite der modernen Versionen des Christentums (seien sie liberal oder konservativ) sichtbar. Diese modernen Christentumsvarianten sind aber weltweit verbreitet, so dass auch weltweit spontan ähnliche Suchbewegungen nach einem neuen Verständnis von Evangelium, Glaube und Gemeinde eingesetzt haben. Die Autoren beschreiben, wie diese weltweite Bewegung (vor allem in den Industrie- und Schwellenländern) in Deutschland aufgenommen und weiterentwickelt wurde.

Einen Schwerpunkt bildet das fünfte Kapitel, in dem die Themen benannt werden, an denen es zu theologischen Verschiebungen, Diskussionen und Neuansätzen kommt. Dies ist ein gute Orientierung in den Fragen, um die es bei der aktuellen theologischen Arbeit im emergenten Umfeld geht. Das folgende, eher praxisorientierte Kapitel beschreibt einige Folgerungen aus diesen Neuansätzen und stellt ein Praxisbeispiel (die Mosaik-Gottesdienste) ausführlicher dar. Im Schlusskapitel deuten sich vorsichtig einige mögliche Antworten auf die Fragen an, die durch den emergenten Dialog aufgeworfen werden. Vor allem aber werden dort für alle, die sich an diesem Dialog beteiligen möchten, geeignete Schnittstellen und Andockmöglichkeiten benannt.

Durchgängig fällt die Ausgewogenheit auf, mit der hier einzelne steile, möglicherweise missverständliche Thesen aus der emergenten Diskussion in ihren Zusammenhang gestellt und so zumindest nachvollziehbar werden.  Wer sich in Zukunft an der Diskussion um Emergent Deutschland beteiligt, wird um dieses Buch nicht herumkommen, wenn er als seriös wahrgenommen werden will. Schrille Alarmrufe, die mit der Emerging Church ein weiteres Mal das Ende des christlichen Abendlandes heraufziehen sehen, bleiben deutlich unterhalb der hier erreichten Reflexionshöhe. Natürlich kann ein 90 Seiten – Büchlein nicht alle Themen erschöpfend behandeln. Die „einfach-emergent“-Reihe ist bewusst kurz gehalten, um einen schnellen (und preisgünstigen) Einstieg in das Thema zu ermöglichen. Für alle, die tiefer in die Thematik einsteigen wollen, endet das Buch mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis.

Am Ende der Werbeblock:
empfehlenswert ist natürlich auch der  zweite Band der Reihe, „Evangelium. Gottes langer Marsch durch seine Welt„. Dazu habe ich hier schon etwas geschrieben.