Mai 202007
 

Nachdem ich in den vorigen beiden Posts (hier und hier) über die Organisation unseres Clusters geschrieben habe, kommen hier die Grundsätze, also die Gedanken dahinter. Es wird dann noch einen weiteren Post über Perspektiven und Probleme geben.

Grundsätze der Gruppe „HorizonT“

Wir haben diese Grundsätze vor einigen Jahren so beschlossen. Manches ist vielleicht ein bisschen umständlich formuliert, aber bisher haben sie uns recht gut als Richtlinie gedient. Ob wir unserem Anspruch immer gerecht werden, ist eine andere Frage. Aber die Grundsätze zeigen die Richtung, in die wir gehen wollen.
Die kurzen Erläuterungen dazwischen habe ich jetzt gerade für den Blog geschrieben.

  1. Es geht um ein gemeinsames Entdecken der Nachfolge Jesu und des Lebens im Heiligen Geist.
    „Gemeinsames Entdecken“ – also: wir sind gemeinsam auf der Suche. Was Nachfolge ist, was Heiliger Geist, das steht nicht selbstverständlich fest, sondern muss in unserer Zeit erst wieder neu entdeckt werden.
  2. Es geht nicht um Sammlung und Betreuung der Erlösten, sondern um offensive Durchdringung der Welt.
    Wir wollen keine defensive christliche Kultur aufbauen, in der man bis zum Tod oder dem Ende der Welt
    überwintert. Eine defensive Kultur wird keine Ausstrahlung entwickeln.
  3. HorizonT soll lebensverändernd, bedeutungsvoll und echt sein.
    HorizonT ist kein Hobby, sondern es geht um wirkliche Lebensveränderung. Dazu müssen wir uns echt begegnen.
  4. Wir wollen uns gegenseitig im Alltag begleiten.
    Kommentar unnötig.
  5. Wir wollen Menschen mit dem und für das gewinnen, was wir wirklich sind und tun.
    Also keine Trennung in tolle missionarische Aktivitäten und das dann vielleicht enttäuschende Gruppenleben.
  6. Zur Gruppe sollen jederzeit neue Teilnehmer auf allen Stationen ihrer geistlichen Reise dazustoßen können.
    Und so soll
    auch an ganz normalen Abenden das Programm gestaltet sein.
  7. Wir entwickeln eine befreiende Kultur des christlichen Glaubens. Dazu gestalten wir auch Details bewusst.
    Wir wollen uns hüten vor engen und bevormundenden Stilen, die einige von uns schmerzlich erlebt haben und vor Ritualen, die Selbstzweck geworden sind. „Kultur“ bedeutet: es geht nicht nur um die grundsätzlichen Fragen, sondern die sollen sich auch in den Details der Gruppenkultur ausdrücken. Daran arbeiten wir permanent.
  8. Wir bleiben unabhängig von anderen christlichen Traditionen, aber wir übernehmen alles, was hilfreich und sinnvoll ist.
    Lernen kann man überall. Ganz viel haben wir uns bei den unterschiedlichsten Gemeinden abgeguckt. Aber wir prüfen genau, was zu uns passt und was nicht. Wir sind nicht die Ortsgruppe von Bewegung XY.
  9. Wir wollen mit Jesus Schritt halten – deshalb reflektieren wir regelmäßig den Weg der Gruppe und wollen flexibel bleiben.
    Wir wissen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Wir wollen Innovation in die Gene der Gruppe einbauen. Deshalb besprechen wir immer wieder den Weg der Gruppe im ganzen Cluster und in den Teams.

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Mai 172007
 

In einem ersten Post hatte ich eine Übersicht über die bei uns entwickelte Form eines Clusters (Bündelung von Kleingruppen) gegeben. In diesem Post stelle ich die unterstützende Infrastruktur im Hintergrund dar.

Leitung

Wie jede Gruppe braucht auch HorizonT eine Leitungsstruktur. Zentrales Leitungsorgan ist bei uns das kleine Team, das aus etwa 5 Mitgliedern besteht. Das Team ist vor allem zuständig für die Beobachtung der Gruppenentwicklung und die Planung. Wir verbringen viel Zeit damit, mögliche Entwicklungspfade zu diskutieren und neue Impulse zu finden, die wir dann in die Gruppe hineingeben. Natürlich geht es auch immer mal wieder um Organisatorisches, aber diesen Teil versuchen wir zu minimieren. Stattdessen überlegen wir lieber, wie wir die Prozesse in der Gruppe so einfach und übersichtlich gestalten, dass die Organisation von allein klappt.

Das kleine Team wertet jede Woche den Abend im Anschluss kurz aus: wie hat alles geklappt, wie läuft es in den Gruppen, was muss für das nächste Mal bedacht werden usw. So geht wenig verloren oder wird übersehen. Außerdem trifft sich das kleine Team etwa alle zwei Wochen zur Teamsitzung, bei der wir intensiv über die Weiterentwicklung der Gruppe nachdenken: was muss verändert werden, welche Regelungen sollten wie implementiert werden, müsste man nicht alles noch mal ganz anders machen? Wir denken über alles nach, schmeißen viele Ideen wieder weg und behalten das, was uns am besten gefällt. Und hinterher werten wir aus. Wir sind gern zusammen, wir denken gern gemeinsam nach. Manchmal merken wir aber auch, dass wir kaum noch wissen, wie es dem anderen geht (wir sind über die Untergruppen verstreut). Dann erzählen wir uns erstmal gegenseitig, wie es bei uns aussieht. Oft fragt mich meine Frau hinterher: »Was war denn heute wieder bei euch los? Ich habe euch dauernd lachen gehört.« (unser Haus ist nicht gut schallisoliert). Die Teamarbeit muss Spaß machen, sonst ist sie nur ein weiterer belastender Termin im Kalender.
Diese Fantasiearbeit im kleinen (und auch im großen, s. u.) Team ist von entscheidender Bedeutung. Hätten wir nur einen Leiter oder ein Leiterehepaar, dann wäre die Gefahr der Stagnation viel größer – einfach, weil man als Einzelner viel schneller dazu neigt, alles wieder nach Schema F zu machen. Wir haben immer wieder erlebt, dass die Gruppe leidet, wenn sich das Team – z.B. wegen Terminproblemen – länger nicht trifft. Die Gruppe läuft dann eben wie immer, aber es kommen keine neuen Impulse, und Probleme werden übersehen. Das alles trägt dazu bei, dass die Gruppe auch nach 9 Jahren (da fingen wir mit einer Kleingruppe an) flexibel bleibt und immer wieder Neues ausprobiert.
Ein weiteres Leitungsgremium ist das große Team. Es trifft sich in größeren Abständen (1-3 Monate) und bespricht die großen Linien. Grundsätzlich gilt für das große Team alles, was ich zum kleinen Team geschrieben habe. Es ist nur weniger intensiv, weil es sich seltener trifft. Zum großen Team gehören Gruppenmitglieder, die am Kurs der Gruppe interessiert sind, aber nicht die Zeit haben, regelmäßig in der Leitung mitzuarbeiten. Diese Gruppe ist offen für alle Interessierten; ihre Treffen werden regelmäßig angekündigt. Wenn alle da sind, gehören zum großen Team beinahe 50 % der Mitglieder.
Diese Leitungsstruktur ist für die Gruppe transparent. Weniger in dem Sinn, dass Titel und Ämter vergeben werden, sondern so, dass die Gruppe weiß, dass es die verschiedenen Teams gibt. Sie merkt es vor allem daran, dass sie immer wieder mal mit neuen Ideen traktiert wird 😉 . Aber inzwischen ist das schon nicht mehr so überraschend. Man kann sich auch an konstante Veränderung gewöhnen, wirklich. Wir versuchen dafür zu sorgen, dass das Wissen um die Planungsprozesse durch den Cluster hindurch verteilt ist.
Der ganze Cluster ist durch regelmäßige Planungsabende an der Leitung beteiligt.

Planungsabende

Im Abstand von etwa 1/2 Jahr gibt es Planungsabende für die ganze Gruppe. Wir tragen auf Karten Eindrücke zusammen, sammeln sie an einer Pinwand und ordnen sie zu einer Momentaufnahme der Gruppe. Von da aus entwickeln wir dann Perspektiven für das nächste halbe Jahr. Es ist interessant zu sehen, dass sich in der Regel aus den unterschiedlichen Beiträgen eine relativ einheitliche Momentaufnahme des Gruppenprozesses ergibt.
Über die Ergebnisse wird ein Protokoll erstellt – an Hand dieser Protokolle kann man recht gut sehen, wie sich die Gruppe entwickelt, welche Problem gelöst und welche Aufgaben noch offen sind.

Die bisher beschriebenen Elemente gehören sozusagen zum Kern unserer Cluster-Infrastruktur. Darüber hinaus haben wir noch weitere Strukturen entwickelt oder eingebaut (ich nenne sie mal Module), die wichtig und hilfreich, aber variabel sind. Sie kommen je nach Situation stärker oder schwächer zur Geltung.

Modul: Freundeskreis

Im Laufe der Zeit stießen wir darauf, dass die Gruppe ein Umfeld an »Sympathisanten« erzeugt: Menschen, die wir kennen, die freundlich an uns interessiert sind, ohne sich jedoch der Gruppe anschließen zu wollen. Oft sind es Freunde und Bekannte, Ehepartner und Kinder der Gruppenmitglieder; oder interessierte Menschen, auf die ich im Rahmen meiner Gemeindearbeit aufmerksam werde. Auch wenn wir es sehr bedauerlich fanden, dass sie nicht zu uns stießen, so entschlossen wir uns doch, diese Tatsache zu akzeptieren. Wir überlegen deshalb ständig, wie wir alles, was wir tun, so gestalten können, dass jederzeit Außenstehende – auch nur punktuell – dazustoßen können. So entsteht eine Art Freundeskreis, für den es keine feste Mitgliedschaft gibt, den wir aber immer mal wieder (z.B. zu HorizonT- Abenden, s. u.) einladen. Dabei gilt: wir machen nur Dinge, von denen wir selbst etwas haben. Wenn dann jemand aus dem Freundeskreis dazu kommt – um so besser. Wenn nicht, ist es für uns selbst. Einige aus dem Freundeskreis sind doch noch Gruppenmitglieder geworden, andere haben sich aus diesem Umfeld auch wieder entfernt.

Modul: HorizonT- Abend

Alle 1-2 Monate machen wir einen gemeinsamen Abend, zu dem wir auch gezielt Gäste einladen (in der Regel nicht öffentlich, sondern persönlich). Mal kommen mehr, mal weniger. Es gibt ein gemeinsames Abendessen, anschließend einen inhaltlichen Beitrag, dann Gespräche dazu in den Kleingruppen, die um unsere Gäste verstärkt sind. Im letzten halben Jahr hatten wir einen fortlaufenden Ehe-Kurs im Monatsabstand, aber meist machen wir abgeschlossene Einzelabende. Wir suchen uns nicht besondere „missionarische“ Themen aus, sondern bearbeiten Themen, die uns selbst auch voranbringen. Manchmal laden wir auch Referenten ein (z.B. hat ein örtlicher Gynäkologe über seine befristete Mitarbeit in einer afrikanischen Klinik erzählt – das war übrigens teilnehmermäßig der Renner).

Modul: Seminar

Ca. zweimal im Jahr machen wir gemeinsam ein Wochenendseminar: eins im Gemeindehaus und eins auswärts. Auch dazu fahren oft Gäste mit. Gerade eben war das Thema der sich abzeichnende Klimawandel, im vergangenen Herbst haben wir gemeinsam Bonhoeffer-Texte gelesen.

Modul: Internet

Eigentlich müsste sich in einer Gruppe wie HorizonT ausgezeichnet internetgestützt arbeiten lassen: Termine, Ideen, Texte in der Woche übers Internet zu kommunizieren, das würde die Kommunikationsdichte enorm verstärken. Oder wenn alle twittern täten. Als Idee klasse (vielleicht klappt es ja bei anderen), aber in der Praxis ist es daran gescheitert, dass viele unserer Mitglieder nicht gern oder gar nicht im Internet sind. Stattdessen blogge ich jetzt eben.

Modul: Musikalische Späterziehung

Einige von uns wollten gern nachholen, was ihnen in ihrer Jugend nicht gelungen ist: Zugang zur Musik finden. Dafür gibt es jetzt zusätzlich eine Gruppe. Auch dort machen einige Gäste mit.

Ideen für weitere Module

Wir probieren immer mal wieder was Neues aus, ohne vorher zu wissen, was draus wird:

  • Wir haben zusammen ein Gefängnis besucht
  • Vielleicht arbeiten wir mal bei einer Tafel mit
  • wir kümmern uns, wenn es sich ergibt, um Menschen mit besonderen Problemen – mit wechselndem Erfolg
  • wir geben uns Tipps, wie sich der Alltag schöpfungsfreundlicher gestalten lässt (gestern hatte unsere neue Bio-Kiste [Gemüse-Abo, auch das gibt es inzwischen auf dem Land] ihren großen Auftritt bei HorizionT)

So, das war eine Übersicht über die Organisation. Dahinter stehen natürlich auch formulierte Grundsätze und pragmatische Prinzipien. Darüber wird es demnächst einen weiteren Post geben.

Mai 142007
 

Ich hatte im letzten Post ein Cluster-Konzept aus Sheffield übersetzt, das ich interessant fand, weil wir bei uns – ohne den Begriff zu kennen – auch so etwas wie ein Cluster-Konzept entwickelt haben. Durch den Kommentar von Simon erfuhr ich jetzt von anderen Cluster-Erfahrungen und möchte nun noch einmal unser Konzept etwas deutlicher beschreiben.

Probleme mit Kleingruppen

Ausgangspunkt war bei uns die übliche Kleingruppen-Erfahrung: wachsende Kleingruppen werden irgendwann zu groß, und dann schrumpfen sie wieder oder wachsen wenigstens nicht mehr. Außerdem werden sie mit der Zeit unbeweglich. Der übliche Ratschlag für so eine Situation ist das Teilen der Gruppe: es entstehen zwei Gruppen, die dann wieder wachsen, bis sie so groß sind, dass sie wieder geteilt werden.
Manchmal funktioniert dieses Konzept wohl auch. Ich habe es jedenfalls jahrelang brav probiert. Wir hatten damit aber fast immer Probleme:

  • meistens lässt sich so eine Gruppenteilung nur mit einem gewissen Maß an Gewalt durchdrücken, weil Menschen an den Beziehungen in ihrer Kleingruppe hängen
  • bei solchen Teilungen verliert man fast immer Menschen (aus den verschiedensten Gründen)
  • die neuen Gruppen entwickeln schnell ein Eigenleben, und es ist schwer, sie dann punktuell wieder zusammen zu bekommen
  • es stehen nicht immer genügend neue Gruppenleiter zur Verfügung (mein ursprünglicher naiver Optimismus, dass Gott die schon schicken würde, hat den Praxistest nicht bestanden – vielleicht funktioniert das ja in anderen Umgebungen)
  • für die Gruppenleiter ist das dann notwendige Koordinierungstreffen eine weitere Terminbelastung – und sie sehen nicht unbedingt, was ihnen das bringt; ein individuelles Coachung ist bei solchen Treffen nicht immer möglich
  • wenn ich zusätzlich noch eine individuelle Betreuung der Leiter leisten soll, dann bin ich auch zeitlich überfordert

Als wir dann mit unserer Gruppe „HorizonT“ (eine Art Experimental-Gruppe auf der Suche nach neuen Möglichkeiten) die normale Kleingruppen-Größe überschritten, war für mich deshalb klar: keine weiteren Teilungsversuche. Aber was dann?
Als Antwort entwickelten wir so etwas wie ein Cluster-Modell. Continue reading »

Mai 082007
 

Ich fand via Marlin bei der St. Thomas‘ Church in Sheffield einen interessanten Artikel über Cluster – eine Organisationsform zwischen Kleingruppe und Ortsgemeinde. Es erinnert mich an unsere Organisationsform bei HorizonT. Bevor ich noch viel erkläre, übersetze ich den Artikel – da steht alles drin. Man beachte aber, dass der Artikel im September 2003 zuletzt bearbeitet wurde.

Was?

Viele Gemeinden haben Kleingruppen oder Zellgruppen (oft informelle Bibelgruppen, die von Freiwilligen geleitet werden) und Versammlungen der ganzen Gemeinde (in der Church of England meist in der festen Form des Kathedralgottesdienstes unter Leitung der Geistlichen). Wir in St. Thomas haben uns bemüht, wieder eine überschaubare Form dazwischen zu finden, in der man Gemeinde leben und erleben kann: eine Gemeinschaft von Christen, die sich zur Mission in der größeren Gemeinschaft, zu der sie gehören, verpflichtet hat; die Leitung liegt in der Hand von Freiwilligen, die von erfahrenen Leitern (einige davon ordinierte Geistliche, aber nicht nur) unterstützt werden.
Cluster bestehen aus Kleingruppen, die die gleiche oder eine ähnliche Vision gemeinsam haben. Oft sind sie aus der Vervielfältigung einer einzigen Kleingruppe hervorgegangen. Eine Gemeinschaft von zwei oder drei Kleingruppen würde man einen wachsenden Cluster nennen, und wenn im Laufe der Zeit die Kleingruppen auf sechs oder acht gewachsen sind, dann entstehen aus dem ursprünglichen Cluster normalerweise zwei neue Cluster.

Warum?

Es scheint, dass Gott Menschen so eingerichtet hat, dass wir uns normalerweise in drei verschiedenen Gruppengrößen versammeln. In der Bibel finden sich etwa im Alten Testament die Familie, der Clan und der Stamm; in den Evangelien das Haus, die Synagoge und der Tempel; und unter den Jüngern Jesu die Gruppen der Zwölf, der Siebzig und der Hundertzwanzig.
In St. Thomas kennen wir diese Gruppen als Kleingruppen, als Cluster und als Gottesdienst [Engl. celebration. Dieses Wort bedeutet hier offenbar mehr als einen Gottesdienst, nämlich so etwas wie eine Sub-Gemeinde. Auf der aktuellen Website der Gemeinde taucht der Begriff jetzt aber nicht mehr auf.]. Die Beziehungen werden um so enger, je mehr man zu den kleineren Gruppenformen kommt; auf der anderen Seite nimmt die Qualität der Inhalte (in Anbetung, Lehre, Kinderarbeit usw.) zu, wenn man zu den größeren Einheiten kommt. Für manche Continue reading »

Mai 072007
 

Peter hat mir eine Umfrage weitergereicht, ein nettes Spiel, bei dem man sich gegenseitig Gelegenheit gibt, ein bisschen mehr von sich selbst zu zeigen. Ich mache gerne mit:

Jobs, die du in deinem Leben gerne getan hättest: Ich wäre gern Programmierer oder Webworker, der die ganze Technik noch wesentlich besser beherrscht.

Filme, die du immer wieder anschauen kannst: „Mit aller Macht“ (Verfilmung von „Primary Colors“, dem Buch über den Clinton-Wahlkampf); „Die Caine war ihr Schicksal“; Matrix 1-3; natürlich die „Herr der Ringe“-Trilogie; „Wie im Himmel“; „Walk the Line“.

Städte, in denen du gerne leben möchtest: Berlin, Göttingen, Ruhrgebiet.

Plätze, an denen du im Urlaub warst: Schweden ist toll, auch Dänemark (aber nur bei schönem Wetter), das Große Meer (Ostfriesland) und die Mecklenburgische Ostseeküste – also alles mit viel Wasser. Und Polen (da ist das Essen so gut).

Deine Lieblingsserien: Ich sehe keine Serien. Nur die Abenteuer von Raumschiff Orion haben mich bleibend beeindruckt.

Plätze, wo du gern gerade wärst: Im Sommer machen wir Stadturlaub in Berlin, da wäre ich jetzt schon gerne.
Alternativ: ein kleines Sommerhaus an einem See mit Bootssteg und Badestelle, Internetanschluss, gemütlichem Sessel und Schreibtisch, gaanz weit weg in der Wildnis, und ein paar nette Leute, die ab und zu zum Diskutieren vorbeikommen. Na gut, man kann nicht alles haben …

Bücher, die du immer wieder lesen kannst oder gerne gelesen hast: Die Narnia-Bücher von C.S. Lewis, überhaupt Lewis; Tolkien sowieso; dann die Horatio Hornblower-Bände von C. S. Forester. Alles von Selma Lagerlöf (s.o. Schweden!). Mit 6-13 Jahren hat mir Karl May viel bedeutet; heute kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Danach „Homo Faber“ von Frisch, aber das ist auch schon lange her. Später habe ich „Krabat“ von Otfried Preußler meiner Tochter und mir ziemlich häufig vorgelesen. Den mag ich immer noch.
Merke gerade, dass da fast keine Sachbücher und keine Theologie dabei sind. Also: Bonhoeffer habe ich tatsächlich immer wieder gelesen, vor allem den späten. Und das „Biblische ABC“ von Miskotte.

CDs, die du immer wieder hören kannst: Lieblings-Computerspiele: Immer noch Age of Empires …, Anno 1503

Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst: Sandra, Simon

Mai 072007
 

Nach vielen Wochen Frühsommer im April regnet es heute wieder. Peter Aschoff macht sich Gedanken, ob sich unsere Einstellung zum Regen in Zukunft wandeln wird und wir Christen demnächst auch wieder um Regen beten werden/müssen.

Bei ihm findet man auch einen Link zu einem Artikel über den neuesten Klimabericht der UNO mit den verschiedenen wissenschaftlichen Kommentaren dazu.
Besonders interessant finde ich das Phänomen der „Kipp-Punkte“, die sich mit den bisherigen Rechenmodellen sehr schlecht voraussagen lassen. Eine bisher überschaubare und stetige Entwicklung kann sich (durch Rückkopplungsfaktoren) auf einmal dramatisch und unumkehrbar beschleunigen. Solche Kipp-Punkte können negative und positive Auswirkungen haben. Und sie können sich natürlich auch gegenseitig beeinflussen. Das bedeutet, dass im ganzen Bereich des Klimawandels über die grundsätzlichen Trends hinaus eigentlich gar nichts wirklich berechenbar ist.

Aber was heißt das? Weder positiver noch negativer Fatalismus ist realistisch:

  • Wir können uns weder darauf verlassen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen,
  • noch kann man behaupten, dass wir jetzt sowieso nichts mehr ändern können.

Die Situation ist wirklich offen, und das bedeutet letztlich, dass es tatsächlich um das „Beten (auch um Regen) und das Tun des Gerechten (im Kleinen und im Großen)“ geht. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte sich nicht an schwankenden Prognosen orientieren, sondern an  geistlichen Zusammenhängen: Gott ist kein zeitloses Fatum, sondern er wartet auf unsere Gebete und verantwortlichen Taten.

Ich denke, es wird höchste Zeit, Jeremia und andere noch einmal sehr aufmerksam zu lesen.

Mai 062007
 

Freitag und Samstag hatten wir von HorizonT aus ein Seminar mit dem Thema „Schöpfung und Globale Erwärmung“. Es sieht so aus, als ob wir noch einmal neu überlegen müssen, was die kommenden Veränderungen des Weltklimas auch für uns als Gemeinschaft bedeuten.

Mir ist vor allem wichtig geworden, dass wir uns selbst und die Menschen um uns herum vor jeder Art von Zynismus bewahren müssen. Mit Zynismus meine ich: ein Sich-Einrichten im Schlimmen, mit irgendwelchen Argumentationen (von Nicht-wahr-haben-Wollen bis Resignation), die sich alle darin treffen, dass sie uns Umkehr und Engagement ersparen.

Die entscheidenden Probleme sind in den Köpfen (und Herzen) lokalisiert, sie sind geistlicher Art.

Für dieses Seminar habe ich in der vergangenen Woche gearbeitet, deshalb ist es hier mit Bonhoeffer nicht weitergegangen.

Für alle, die sich gewünscht hatten, dass man die Präsentation noch einmal nachlesen kann:
hier ist sie im OpenOffice-Format (1MB)
hier im Power-Point-Format (1,2 MB) für alle die nicht von Microsoft loskommen
hier im Flash-Format (300kB), dann aber ohne die netten Klick-Effekte
Allerdings ist das immer nur das argumentative Gerüst – was ich dazu erzählt habe, war nicht aufgeschrieben.

Eine-unbequeme-WahrheitDer Al Gore-Film („Eine unbequeme Wahrheit“) ist auch sehr zu empfehlen. Gut, wie er auch immer die tieferen Fragen nach der persönlichen Haltung stellt.

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