Mrz 302007
 

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Kapitel 9
Die neue Welt der Unsicherheit

Zu wissen, dass sich die Verhältnisse sehr schnell ändern können, ist natürlich leichter, als solche Verschiebungen auch rechtzeitig vorauszusagen. Deshalb geben Brafman/Beckstrom zehn Orientierungspunkte für eine Welt, in der neue Regeln gelten:

  1. Größe ist keine Überlebensgarantie
    Winzige Stabsstellen, in Kombination mit großen dezentralisierten Netzwerken, können u.U. günstiger arbeiten als riesige Organisationen. Kleinheit kann ein großer Vorteil sein.
  2. Netzwerk-Effekt
    Der Netzwerk-Effekt bedeutet, dass ein Netzwerk (z.B. Telefonnetze) mit jedem neuen Teilnehmer für alle wertvoller wird. Seestern-Organisationen sind besonders geeignet dafür, solche Netzwerke zu äußerst geringen Kosten aufzubauen.
  3. Kreatives Chaos
    Die Abwesenheit von Kontrolle erzeugt Situationen, in denen Kreativität sich entfalten kann. Man kann nicht Kreativität erzeugen und gleichzeitig die Kontrolle behalten wollen.
  4. Kompetenz an der Peripherie
    Das wichtigste Wissen ist oft an den Rändern von Organisationen zu finden. Deswegen sind alle Organisationen im Vorteil, die die Kompetenz der Leute vor Ort schätzen und fruchtbar machen.
  5. Jeder möchte zu etwas beitragen
    Menschen haben ein fundamentales Verlangen, etwas zu geben und beizutragen.
  6. Vorsicht Hydra!
    Man sollte dezentrale Organisationen keinesfalls unterschätzen. Wenn man sie dadurch bekämpfen will, dass man ihre Zentrale vernichtet, gibt es viele neue Zentren.
  7. Entscheidend: die Katalysatoren
    Die Katalysatoren sind entscheidend für dezentrale Organisationen: sie inspirieren, bauen ein Netzwerk auf und lassen dann die Leute machen. Aber wenn man sie zum Boss macht, ist das ganze Netzwerk in Gefahr.
  8. Noch entscheidender: die Werte
    Dezentrale Organisationen werden von ihren Werten/ihrer Ideologie bewegt, nicht von Geld. Wenn man sie wirklich ändern will, muss man die Werte bzw. die Weltanschauung ändern.
  9. Seesterne kann man nicht messen, aber pflegen
    Entscheidend an einer dezentralen Organisation ist nicht die Zahl der Mitglieder (die ist eh nicht messbar), sondern der Zustand der Gruppen. Katalysatoren verstehen das und konzentrieren sich darauf, Verbindungen zu schaffen und die zentralen Werte zu pflegen.
  10. Es geht ums Überleben
    Für viele Organisationen wird es zu einer Überlebensfrage, Dezentralisation zu integrieren und eine Hybridorganisation zu werden.

  3 Antworten zu “Starfish and Spider (9): Fazit”

  1. Sehr gute Zusammenfassung! Vielen Dank!

  2. Danke für die Zusammenfassung und die sehr hilfreichen Kommentare und Gedanken. Interessantes findet sich bei Wolfgang Simson: „Häuser, die die Welt verändern“, der hier eine Form von Seestern-Gemeinden beschreibt.

  3. Vielen Dank für die Übersetzung,
    die Zusammenfassung ist sehr aussagekräftig.

    Die Kommentare zu der Parallele der Gemeinde mit den „starfish“-Bewegungen El Kaida, ebay und Apachen ist schon etwas seltsam.
    Mir fehlt der Bezug zum Heiligen Geist.
    Nur Ideologie zu sagen ist da meines Erachtens nicht korrekt. Schamanismus der Apachen, religiöser islamischer Fanatismus der El Kaida und ausgefuchstestes Kapitalistisches Imperium von ebay auf ein Level zu stellen, verkennt die Theologische Bedeutung der Ursachen einer Bewegung.
    Dennoch, als Erklärungsansatz für dezentrale Strukturen istr dieser Buchausschnitt sehr empfehlenswert.

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